Neue Altersvorsorge stellt Produktvergleich auf den Kopf

Veröffentlichung: 20.08.2026, 16:08 Uhr - Lesezeit 7 Minuten

Mit der Reform der geförderten Altersvorsorge wächst nicht nur die Zahl möglicher Produktlösungen. Versicherungen treffen auf Investmentprodukte, Garantiekonzepte auf stärker kapitalmarktorientierte Angebote und lebenslange Renten auf Auszahlpläne. Für Vermittler entsteht damit eine neue Herausforderung: Produkte müssen miteinander verglichen werden, die nach unterschiedlichen Prinzipien funktionieren.

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Mit der Reform der geförderten Altersvorsorge treffen unterschiedliche Produktwelten aufeinander. Für Vermittler wird der Vergleich anspruchsvoller, weil neben Renditechancen auch Garantien, Risiken und die spätere Auszahlphase berücksichtigt werden müssen.Mit der Reform der geförderten Altersvorsorge treffen unterschiedliche Produktwelten aufeinander. Für Vermittler wird der Vergleich anspruchsvoller, weil neben Renditechancen auch Garantien, Risiken und die spätere Auszahlphase berücksichtigt werden müssen.Redaktion experten.de / KI-generiert

Ab 2027 soll die geförderte private Altersvorsorge deutlich vielfältiger werden. Neben Versicherungslösungen treten Altersvorsorgedepots und weitere Investmentangebote. Unterschiedliche Garantien, Kapitalanlagekonzepte und Auszahlungsformen sollen Sparern mehr Auswahl ermöglichen. Für die Beratung macht genau diese Vielfalt die Sache allerdings komplizierter.
„Ein Produkt ohne Garantie lässt sich nicht sinnvoll allein über eine erwartete Ablaufleistung mit einem Garantieprodukt vergleichen“, erklärt Christian Jaffke, Geschäftsführer von Morgen & Morgen. Ebenso wenig sei ein zeitlich begrenzter Auszahlplan automatisch mit einer lebenslangen Rente vergleichbar.

Die zentrale Frage lautet deshalb künftig nicht nur, welches Produkt rechnerisch die höchste Ablaufleistung verspricht. Vermittler müssen auch berücksichtigen, welche Risiken übernommen werden, welche Sicherheiten bestehen und wie verlässlich die Leistungen im Ruhestand ausfallen.

Auszahlphase wird Teil des Produktvergleichs

Damit gewinnt insbesondere die Zeit nach dem Ende der Ansparphase an Bedeutung. Ein Auszahlplan kann zu Beginn höhere oder flexiblere Leistungen ermöglichen. Seine Höhe hängt jedoch weiterhin von der Kapitalmarktentwicklung ab und kann entsprechend schwanken. Eine lebenslange Rente fällt dagegen in der Regel zunächst niedriger aus, bietet dafür höhere Planbarkeit und sichert das Langlebigkeitsrisiko ab.

Morgen & Morgen hat deshalb einen Produktvergleich für die neue geförderte Altersvorsorge entwickelt, der nicht nur die Anspar-, sondern auch die Auszahlphase berücksichtigt. Versicherungs- und Investmentprodukte werden dabei auf Basis realer Produktdaten gegenübergestellt. Berücksichtigt werden unter anderem Kosten, Garantien, Kapitalentwicklung, Risiken sowie unterschiedliche Auszahlungsformen. Eine neu entwickelte Simulation der Auszahlphase soll außerdem zeigen, wie stark sich monatliche Auszahlungen unter unterschiedlichen Kapitalmarktbedingungen verändern können.
Damit rückt eine Größe stärker in die Betrachtung, die bei klassischen Renditevergleichen leicht untergeht: die Verlässlichkeit des später verfügbaren Einkommens.

Hochrechnung allein reicht nicht mehr

Auch bei der Ansparphase soll der Vergleich unterschiedliche Entwicklungen des Kapitalmarktes berücksichtigen. Dafür greift Morgen & Morgen auf das stochastische Simulationsmodell Volatium zurück. Produkte können anhand verschiedener Standardszenarien sowie eines Stressszenarios simuliert werden. Dadurch entstehen Ergebnisbandbreiten für unterschiedliche Kapitalmarktentwicklungen. Alternativ sind weiterhin klassische Hochrechnungen mit variablen Zinssätzen möglich.
Die größere Produktvielfalt verändert damit auch die Aussagekraft einzelner Kennzahlen. Eine hohe prognostizierte Rendite lässt sich nicht losgelöst von Garantien und Schwankungsrisiken betrachten. Umgekehrt kann eine stärkere Absicherung Renditechancen begrenzen.

Riester bleibt Beratungsfall

Noch komplizierter wird die Situation für Kunden, die bereits einen Riester-Vertrag besitzen. Für sie stellt sich mit dem Start der neuen Förderung nicht automatisch die Frage nach einem sofortigen Wechsel. „Ein bestehender Riester-Vertrag kann auch noch 2027 die passende Lösung sein – oder ein Wechsel wird erst später sinnvoll“, sagt Jaffke.
Morgen & Morgen verbindet den neuen Produktvergleich deshalb optional mit einem Fördervergleich und einem RiesterCheck. Damit können bisherige und neue Förderung anhand der individuellen Kundensituation gegenübergestellt und mögliche Wechselzeitpunkte untersucht werden. Bestehende Verträge lassen sich anhand ihrer Vertragsdaten in die Betrachtung einbeziehen. Für Versicherer und Vertriebsunternehmen sollen zudem automatisierte Analysen größerer Riester-Bestände möglich sein.

Neue Altersvorsorge verändert die Beratung

Damit zeichnet sich bereits vor dem Start der neuen Förderung ab, dass die Reform nicht allein neue Produkte hervorbringen wird. Sie verändert auch die Anforderungen an deren Vergleich. Die bislang häufig getrennten Fragen nach Förderung, Rendite, Garantie und späterer Auszahlung rücken enger zusammen. Für Vermittler bedeutet das, unterschiedliche Produktlogiken erklären und die Konsequenzen für den einzelnen Kunden nachvollziehbar machen zu müssen.
Mehr Auswahl kann dadurch eine individuellere Altersvorsorge ermöglichen. Sie erhöht allerdings gleichzeitig den Bedarf an Vergleichbarkeit – gerade weil Rendite, Sicherheit und Auszahlung künftig auf sehr unterschiedliche Weise miteinander kombiniert werden können.

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