Gesundheitsfinanzierung: Die Rückkehr der Beitragszahler

Veröffentlichung: 18.06.2026, 11:06 Uhr - Lesezeit 5 Minuten

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Mehr als die Hälfte der Gesundheitsausgaben wird wieder von privaten Haushalten finanziert. Die neuen Destatis-Daten zeigen eine stille Verschiebung der Lasten zurück zu Beschäftigten und Unternehmen.Mehr als die Hälfte der Gesundheitsausgaben wird wieder von privaten Haushalten finanziert. Die neuen Destatis-Daten zeigen eine stille Verschiebung der Lasten zurück zu Beschäftigten und Unternehmen.Experten/KI

Die privaten Haushalte haben im Jahr 2024 erstmals seit der Corona-Pandemie wieder mehr als die Hälfte der laufenden Gesundheitsausgaben in Deutschland finanziert. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) entfielen von den gesamten laufenden Gesundheitsausgaben in Höhe von 528,5 Milliarden Euro rund 286,8 Milliarden Euro beziehungsweise 54,3 Prozent auf die privaten Haushalte.

Finanzierungsstruktur nähert sich dem Vorkrisenniveau

Damit erreichte der Finanzierungsanteil der privaten Haushalte nahezu wieder das Niveau des Jahres 2019. Vor Ausbruch der Corona-Pandemie hatte er bei 54,7 Prozent gelegen. In den Pandemiejahren war der Anteil gesunken und hatte 2022 mit 49,5 Prozent einen Tiefstand erreicht.
Die Finanzierung der laufenden Gesundheitsausgaben erfolgt in Deutschland durch private Haushalte, Unternehmen, den Staat sowie private Organisationen ohne Erwerbszweck. Im Jahr 2024 erhöhten die privaten Haushalte ihren Finanzierungsbeitrag gegenüber dem Vorjahr um 23,1 Milliarden Euro oder 8,7 Prozent.

Unternehmen steigern ihren Finanzierungsbeitrag am stärksten

Die Unternehmen verzeichneten mit einem Plus von 9,5 Prozent den stärksten prozentualen Anstieg aller Finanzierungsakteure. Ihr Finanzierungsbeitrag stieg um 14,3 Milliarden Euro auf 164,5 Milliarden Euro.
Der staatliche Finanzierungsbeitrag blieb dagegen nahezu unverändert. Er erhöhte sich lediglich um 54 Millionen Euro auf 73,9 Milliarden Euro. Private Organisationen ohne Erwerbszweck steigerten ihre Ausgaben um 109 Millionen Euro auf 3,3 Milliarden Euro.
Die unterschiedlichen Entwicklungen spiegeln sich auch in den Finanzierungsanteilen wider. Während der Anteil der privaten Haushalte von 53,7 auf 54,3 Prozent und der Anteil der Unternehmen von 30,6 auf 31,1 Prozent stieg, sank der staatliche Anteil von 15,0 auf 14,0 Prozent. Der Anteil privater Organisationen ohne Erwerbszweck verringerte sich von 0,7 auf 0,6 Prozent.

Sozialversicherungsbeiträge bleiben wichtigste Finanzierungsquelle

Von den durch private Haushalte finanzierten 286,8 Milliarden Euro entfielen 136,5 Milliarden Euro auf Sozialversicherungsbeiträge der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Anstieg um 11,5 Milliarden Euro beziehungsweise 9,2 Prozent.
Weitere 59,5 Milliarden Euro wurden über sonstige inländische Einnahmen finanziert. Dazu zählen unter anderem Ausgaben für ambulante und stationäre Pflege sowie für rezeptfreie Produkte aus Apotheken.
Auch bei den Unternehmen waren Sozialversicherungsbeiträge die mit Abstand wichtigste Finanzierungsquelle. Von ihrem gesamten Finanzierungsbeitrag in Höhe von 164,5 Milliarden Euro entfielen 139,9 Milliarden Euro auf Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung. Das entspricht einem Anteil von 85 Prozent.

Staat finanziert vor allem über Zuschüsse und Transfers

Der Staat brachte den größten Teil seines Finanzierungsbeitrags über Transfers und Zuschüsse auf. Hierzu zählen unter anderem der Bundeszuschuss zum Gesundheitsfonds sowie Beihilfen öffentlicher Arbeitgeber.
Diese Ausgaben gingen gegenüber dem Vorjahr leicht zurück und beliefen sich 2024 auf 66,6 Milliarden Euro. Damit entfielen 90,1 Prozent des staatlichen Finanzierungsbeitrags auf diese Finanzierungsart.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)




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