„Die Wohngebäudeversicherung ist nicht allein ein Naturgefahrenthema“

Veröffentlichung: 15.06.2026, 15:06 Uhr - Lesezeit 5 Minuten

Ein vergleichsweise ruhiges Naturgefahrenjahr hat die Wohngebäudeversicherer 2025 entlastet. Von einer Entspannung kann jedoch keine Rede sein. Steigende Bau- und Handwerkerkosten, alternde Gebäude und weiterhin große Lücken beim Elementarschutz halten den Druck auf die Sparte hoch. Nach Einschätzung von Assekurata wird deshalb ein Thema immer wichtiger: Prävention.

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Steigende Baukosten, alternde Gebäude und Naturgefahren erhöhen den Druck auf die Wohngebäudeversicherung. Präventionsmaßnahmen wie Rückstauklappen, gesicherte Lichtschächte und regelmäßige Instandhaltung gewinnen deshalb zunehmend an Bedeutung.Steigende Baukosten, alternde Gebäude und Naturgefahren erhöhen den Druck auf die Wohngebäudeversicherung. Präventionsmaßnahmen wie Rückstauklappen, gesicherte Lichtschächte und regelmäßige Instandhaltung gewinnen deshalb zunehmend an Bedeutung.Redaktion experten.de / KI-generiert

Die Wohngebäudeversicherung gehört seit Jahren zu den anspruchsvollsten Sparten im Schaden- und Unfallgeschäft. Naturkatastrophen, hohe Wiederherstellungskosten und eine wachsende Schadenbelastung haben die Ergebnisse vieler Anbieter belastet. Zwar verlief das Jahr 2025 aus Sicht der Versicherer vergleichsweise glimpflich. Die langfristigen Herausforderungen sind jedoch geblieben. Darauf weist die Ratingagentur Assekurata in ihrem aktuellen Marktausblick zur Schaden- und Unfallversicherung hin.

Nicht nur Starkregen treibt die Kosten

In der öffentlichen Debatte wird die Wohngebäudeversicherung häufig mit Überschwemmungen, Starkregen und anderen Naturgefahren verbunden. Nach Einschätzung von Assekurata greift diese Sichtweise allerdings zu kurz. „Die Wohngebäudeversicherung ist nicht allein ein Naturgefahrenthema“, erklärt Dennis Wittkamp, Fachkoordinator Schaden-/Unfallversicherung bei Assekurata. „Auch Schäden durch Leitungswasser, Feuer und Sturm treffen heute auf ein deutlich höheres Kostenniveau als noch vor einigen Jahren.“
Vor allem steigende Baupreise, höhere Materialkosten und zunehmende Handwerkerlöhne verteuern die Schadenregulierung. Hinzu kommen alternde Gebäudebestände und höhere Anforderungen an Sanierung und Wiederherstellung.

Elementarschutz bleibt lückenhaft

Trotz zahlreicher Extremwetterereignisse der vergangenen Jahre besteht weiterhin eine erhebliche Versicherungslücke. Nach Angaben von Assekurata verfügten 2025 lediglich rund 59 Prozent der Wohngebäude über einen Schutz gegen weitere Naturgefahren wie Überschwemmung oder Starkregen. Mehr als vier von zehn Gebäuden sind damit weiterhin nicht gegen diese Risiken abgesichert. Die Diskussion über eine Ausweitung des Elementarschutzes dürfte daher auch politisch weiter an Bedeutung gewinnen.

Prävention gewinnt an Bedeutung

Für Assekurata reicht Versicherungsschutz allein künftig jedoch nicht mehr aus. „Prävention wird in der Wohngebäudeversicherung zu einem zentralen Stabilitätsfaktor“, sagt Wittkamp. „Jeder vermiedene oder reduzierte Schaden entlastet den Versicherungsnehmer und langfristig auch das Kollektiv.“ Der Hintergrund ist einfach: Je höher die Schadenkosten ausfallen, desto größer wird der Druck auf die Beiträge. Präventionsmaßnahmen können deshalb sowohl für Eigentümer als auch für Versicherer wirtschaftlich sinnvoll sein.

Von Rückstauklappen bis zu wasserdichten Kellern

Zu den wirksamsten Maßnahmen zählen nach Einschätzung von Assekurata:

  • Rückstauklappen
  • druckwasserdichte Kellerfenster
  • gesicherte Lichtschächte
  • wasserresistente Baustoffe
  • regelmäßige Wartung und Instandhaltung

Auch die Nutzung von Kellerräumen spielt eine Rolle. Wertvolle Gegenstände oder empfindliche Technik sollten möglichst nicht in besonders gefährdeten Bereichen gelagert werden.

Versicherbarkeit wird zur Gemeinschaftsaufgabe

Assekurata geht davon aus, dass Präventionsmaßnahmen künftig stärker in Produkt- und Tarifkonzepte integriert werden.
Versicherungsschutz und Schadenvermeidung müssten enger zusammengedacht werden. Besonders in exponierten Risikoregionen werde die langfristige Versicherbarkeit zunehmend davon abhängen, ob Eigentümer, Versicherer und öffentliche Hand gemeinsam in Schutzmaßnahmen investieren.

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