Campingboom verändert Versicherungen: Warum der Hausrat jetzt mit auf Reisen geht
Wohnmobile und Wohnwagen gehören längst nicht mehr nur zur Nische der Campingfans. Mit dem Boom des Caravanings wachsen auch die Anforderungen an den Versicherungsschutz. Die VHV Allgemeine reagiert darauf mit einer Erweiterung ihres Kfz-Angebots. Dahinter steckt ein größerer Trend: Versicherer passen ihre Produkte zunehmend an neue Mobilitäts- und Reisegewohnheiten an.
Campingurlaub hat sich in den vergangenen Jahren vom Nischenhobby zum Massenphänomen entwickelt. Wohnmobile, Campervans und Wohnwagen sind auf deutschen Straßen allgegenwärtig. Mit der steigenden Beliebtheit verändern sich jedoch auch die Risiken, die Fahrzeughalter absichern möchten. Denn während klassische Kfz-Versicherungen Schäden am Fahrzeug selbst abdecken, bleiben viele Gegenstände im mobilen Zuhause oft unberücksichtigt. Dazu gehören beispielsweise Fahrräder, technische Geräte oder Campingausrüstung.
Vom Fahrzeug zur mobilen Wohnung
Die Entwicklung zeigt, dass Wohnmobile für viele Nutzer längst mehr sind als reine Fortbewegungsmittel. Sie dienen als Urlaubsunterkunft, mobiles Büro oder sogar als zeitweiser Wohnsitz. Entsprechend steigt die Bedeutung von Absicherungslösungen, die über den klassischen Fahrzeugschutz hinausgehen.
Die VHV Allgemeine erweitert deshalb zum 1. Juli 2026 ihren Kfz-Tarif um eine Campinginhaltsversicherung. Damit können Inhalte von Campingfahrzeugen und Wohnwagenanhängern bis zu einer Summe von 10.000 Euro abgesichert werden. Versichert werden können unter anderem technische Geräte sowie Fahrräder mit einer Entschädigungsgrenze von bis zu 3.000 Euro. Auch Gegenstände in Vorzelten werden berücksichtigt.
Wo klassische Kfz-Policen an Grenzen stoßen
Der Hintergrund ist einfach: Viele Camper gehen davon aus, dass der Inhalt ihres Fahrzeugs automatisch mitversichert ist. Tatsächlich konzentriert sich die klassische Kfz-Versicherung jedoch in erster Linie auf Schäden am Fahrzeug selbst. Werden Fahrräder vom Heckträger gestohlen oder elektronische Geräte beschädigt, entstehen schnell Deckungslücken. Gerade bei modernen Campingfahrzeugen summieren sich die Werte oft erheblich. E-Bikes, Kameratechnik, Tablets oder Campingausrüstung erreichen schnell mehrere tausend Euro.
Caravaning bleibt Wachstumsmarkt
Die Erweiterung des Versicherungsschutzes fällt in eine Phase, in der der Campingmarkt weiterhin von hoher Nachfrage geprägt ist. Wohnmobile und Wohnwagen haben sich für viele Verbraucher als flexible Alternative zu klassischen Urlaubsformen etabliert. Gleichzeitig steigen die Investitionen in Fahrzeuge und Ausstattung. Damit wächst auch die Bedeutung spezialisierter Absicherungskonzepte. Versicherer reagieren zunehmend mit Bausteinen, die sich an den tatsächlichen Nutzungsgewohnheiten orientieren.
Mehr Leistungen auch bei klassischen Fahrzeugen
Neben dem Campingsegment erweitert die VHV ihren Tarif auch für andere Fahrzeugarten. Im Exklusiv-Baustein wird die Neu- beziehungsweise Kaufpreisentschädigung auf bis zu 48 Monate verlängert. Zudem entfällt bei Pkw und Krädern künftig der sogenannte „Abzug neu für alt“, auch bei Akkus.
Darüber hinaus werden neue Selbstbeteiligungsvarianten eingeführt. Auch die Zweitwagenregelung für Partner sowie spezielle Sondereinstufungen für Carsharing-Nutzer werden ausgeweitet.
Versicherer reagieren auf neue Mobilitätsmuster
Die Entwicklung zeigt, dass sich die Anforderungen an Kfz-Versicherungen verändern. Neben klassischen Themen wie Haftpflicht- oder Kaskoschutz gewinnen Zusatzleistungen rund um Nutzung, Ausstattung und individuelle Mobilitätsformen an Bedeutung. Dazu zählen nicht nur Campingfahrzeuge, sondern auch Carsharing, Elektromobilität oder neue Besitzmodelle.
„Mit dem neuen Kfz-Tarif setzen wir einen klaren Akzent im Markt: Wir verbinden spürbar bessere Leistungen im Schadenfall mit hoher Flexibilität und modernen Zusatzangeboten“, sagt Dr. Thomas Diekmann, Vorstand Privatkunden bei der VHV Allgemeine.
Für Vermittler eröffnet diese Entwicklung zugleich neue Beratungsansätze. Denn je stärker Fahrzeuge zu Freizeit-, Reise- oder Arbeitsorten werden, desto wichtiger wird die Frage, ob der bestehende Versicherungsschutz tatsächlich alle relevanten Risiken abdeckt.
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