Hausrat-Rating 2026: Jeder 5. Tarif fällt durch
Die Qualität von Hausratversicherungen hat sich in den vergangenen Jahren verbessert. Dennoch zeigt das aktuelle Rating von Franke und Bornberg erhebliche Unterschiede zwischen den Tarifen. Während leistungsstarke Produkte immer umfangreicheren Schutz bieten, landet fast jeder fünfte Tarif nur in den unteren Bewertungsklassen.
Hausratversicherungen gehören zu den am weitesten verbreiteten Sachversicherungen in Deutschland. Doch wer glaubt, dass die Leistungen der Anbieter weitgehend vergleichbar sind, könnte im Schadenfall eine unangenehme Überraschung erleben. Das zeigt das aktuelle Hausrat-Rating 2026 von Franke und Bornberg. Die Analysten haben 363 Tarife von 102 Versicherern untersucht und dabei deutliche Qualitätsunterschiede festgestellt. Zwar erreicht ein Teil der Angebote Spitzenniveau, gleichzeitig landen jedoch zahlreiche Tarife in den unteren Bewertungsklassen.
Nur jeder vierte Tarif erreicht die Höchstnote
Für die aktuelle Untersuchung wurden die Versicherungsbedingungen anhand eines umfangreichen Kriterienkatalogs analysiert. Dabei bewerten die Hannoveraner ausschließlich verbindliche Vertragsunterlagen. Werbeaussagen oder unverbindliche Erläuterungen bleiben unberücksichtigt.
Das Ergebnis:
- 103 Tarife erreichen die Höchstnote FFF+ hervorragend.
- Das entspricht rund 28 Prozent aller untersuchten Angebote.
- 67 Tarife – rund 18 Prozent – erhalten lediglich F+ ausreichend, F mangelhaft oder F- ungenügend.
Damit fällt fast jeder fünfte Tarif durch die Qualitätsprüfung.
Spitzenleistungen werden schwerer erreichbar
Für den Ratingjahrgang 2026 hat Franke und Bornberg die Anforderungen erneut verschärft. Neu eingeführt wurden Mindeststandards für:
- Rauch- und Rußschäden,
- Diebstahl aus Wohnmobilen,
- Hotelkosten nach einem Schadenereignis.
Auch die Anforderungen beim Verzicht auf Leistungskürzungen wegen grober Fahrlässigkeit wurden angehoben. Für hohe Bewertungsklassen reicht es künftig nicht mehr aus, in einzelnen Bereichen gute Leistungen zu bieten. Schwächen bei zentralen Kriterien können nicht mehr durch andere Leistungsmerkmale kompensiert werden.
Wo schwache Tarife scheitern
Besonders auffällig sind die Unterschiede bei Leistungen, die viele Versicherte erst im Ernstfall wahrnehmen. „Die Qualitätsunterschiede bleiben erheblich. Gerade bei Diebstahl, Hotelkosten oder Schäden durch Rauch und Ruß zeigen sich noch immer Lücken, die Verbraucher erst im Ernstfall bemerken“, sagt Christian Monke, Leiter Ratings Gesundheit und Private Risiken bei Franke und Bornberg. Tarife mit der Bewertung FF befriedigend oder schlechter weisen häufig Defizite auf bei:
- Onlineschäden,
- unberechtigtem Kreditkartenmissbrauch,
- Trickdiebstahl,
- Diebstahl auf Reisen,
- Diebstahl aus Kraftfahrzeugen,
- Diebstahl am Arbeitsplatz,
- Gartenmöbeln,
- Kinderwagen,
- Gehhilfen und Stützapparaten.
Günstig heißt nicht automatisch gut
Die Analyse zeigt zudem einen Trend, der Vermittlern bekannt sein dürfte. Viele Versicherer bieten inzwischen mehrere Tariflinien an. Neben leistungsstarken Premiumprodukten stehen preisgünstige Basistarife, die gezielt auf kostenbewusste Kunden ausgerichtet sind. Genau diese Einsteigertarife finden sich überdurchschnittlich häufig in den unteren Ratingklassen wieder. Die Folge: Der Preis allein sagt wenig über die tatsächliche Qualität des Versicherungsschutzes aus.
Hausrat wird komplexer
Das Rating zeigt auch, wie stark sich die Hausratversicherung verändert. Früher standen Feuer, Leitungswasser oder Einbruchdiebstahl im Mittelpunkt. Heute erwarten Kunden zusätzlich Schutz für mobile Lebensstile, digitale Risiken und moderne Alltagsgegenstände. Entsprechend umfangreicher werden die Bedingungswerke.
Für Vermittler wächst damit die Bedeutung einer detaillierten Leistungsanalyse. Denn die Unterschiede zwischen zwei auf den ersten Blick ähnlichen Tarifen können im Schadenfall mehrere tausend Euro ausmachen.
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