Die Bayerische setzt auf Qualität statt Volumen
Weniger Einmalbeiträge, höhere laufende Beiträge und deutlich verbesserte Ergebnisse: Die Versicherungsgruppe die Bayerische hat das Geschäftsjahr 2025 genutzt, um Ertragskraft und Kapitalbasis weiter zu stärken. Im Mittelpunkt stand dabei nach Unternehmensangaben nicht maximales Beitragswachstum, sondern ein langfristig tragfähiges Geschäftsmodell.
Laufende Beiträge wachsen deutlich stärker als der Markt
Die Versicherungsgruppe die Bayerische hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem deutlichen Plus bei den laufenden Beiträgen abgeschlossen. Diese stiegen gegenüber dem Vorjahr um 7,6 Prozent auf 566,7 Millionen Euro. Besonders dynamisch entwickelte sich das Lebensversicherungsgeschäft, in dem die laufenden Beiträge um 7,9 Prozent zulegten. Nach Angaben des Unternehmens lag das Wachstum damit deutlich über dem Branchendurchschnitt, der laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) bei lediglich 0,1 Prozent lag.
Die gebuchten Beiträge der Gruppe beliefen sich insgesamt auf 804,9 Millionen Euro. Hintergrund der Entwicklung sei eine bewusste strategische Entscheidung gewesen: Statt das Beitragsvolumen über hohe Einmalbeiträge auszubauen, habe der Fokus auf laufenden Beiträgen, nachhaltigem Neugeschäft und einer stärkeren Ertragskraft gelegen.
Muttergesellschaft stärkt Kapitalbasis
Besonders deutlich fällt die Entwicklung bei der Konzernmutter BY die Bayerische Vorsorge Lebensversicherung a.G. aus. Der Jahresüberschuss erhöhte sich auf 9,2 Millionen Euro und lag damit mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahr. Gleichzeitig wuchs das Eigenkapital auf 195,2 Millionen Euro. Zusammen mit weiteren Eigenmitteln erreichte die Kapitalbasis nach Unternehmensangaben mit 284,2 Millionen Euro einen neuen Höchststand.
Auch das Neugeschäft entwickelte sich positiv. Die Beitragssumme stieg auf rund 1,22 Milliarden Euro und lag damit nahezu doppelt so hoch wie im Vorjahr. Gleichzeitig erhöhte sich der Vertragsbestand im selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft von rund 110.000 auf 122.000 Verträge.
„Die BY hat 2025 bewusst Beitragsqualität vor kurzfristiges Volumen gestellt. Entscheidend ist für uns nicht Wachstum um jeden Preis, sondern Geschäft, das langfristig trägt. Die nahezu verdoppelte Beitragssumme im Neugeschäft, der deutlich höhere Jahresüberschuss und die gestärkte Kapitalbasis zeigen: Die Gesellschaft gewinnt weiter an Substanz“, sagt Vorstandsvorsitzender Dr. Herbert Schneidemann.
Kompositgeschäft verbessert Profitabilität
Auch die Schaden- und Unfallversicherung entwickelte sich positiv. Die BA die Bayerische Allgemeine Versicherung AG steigerte ihr Ergebnis vor Ergebnisabführung auf 4,1 Millionen Euro und verbesserte die Combined Ratio brutto auf 90,5 Prozent. Nach Unternehmensangaben seien dafür sowohl eine konsequente Portfoliosteuerung als auch ein günstiges Schadenumfeld verantwortlich gewesen.
Parallel dazu erhöhten sich die gebuchten Beiträge um rund sieben Prozent auf 251 Millionen Euro. Strategisch setzt die Gesellschaft nach eigenen Angaben weiterhin auf profitables Wachstum und zielgruppenspezifische Produktangebote.
„Die BA hat ihre operative Ertragskraft deutlich verbessert und gleichzeitig Wachstum erzielt. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis jahrelanger Arbeit an Portfolio, Prozessen und Steuerung. Eine Combined Ratio von 90,5 Prozent zeigt, dass unser Kompositgeschäft heute deutlich robuster aufgestellt ist“, sagt Vorstandsvorsitzender Martin Gräfer.
Lebensversicherung wird weiter neu ausgerichtet
Auch bei der BL die Bayerische Lebensversicherung AG setzte sich der strategische Umbau des Vorsorgegeschäfts fort. Die gebuchten Bruttobeiträge stiegen auf 420,9 Millionen Euro, während das Eigenkapital auf 113,2 Millionen Euro anwuchs.
Nach Angaben der Bayerischen konzentriert sich die Gesellschaft zunehmend auf fondsgebundene Altersvorsorge sowie die Steuerung bestehender Verpflichtungen. Das biometrische Geschäft – insbesondere die Berufsunfähigkeitsversicherung – wird innerhalb der Gruppe von der Muttergesellschaft BY verantwortet.
„Die BL ist die Werkbank der neuen Vorsorge. Hier geht es darum, Bestand solide zu steuern, Neugeschäft gezielt auszurichten, Kapitalmarktentwicklungen zu verarbeiten und das Vorsorgegeschäft Schritt für Schritt auf langfristig tragfähige Lösungen auszurichten“, sagt Schneidemann.
Kapitalstärke und Beratung als Wachstumstreiber
Die strategische Neuausrichtung spiegelt sich nach Angaben des Unternehmens auch in den aktuellen Bewertungen der Ratingagentur Assekurata wider. Während die BA erneut mit der Bonitätsnote „A“ bewertet wurde, erreichten sowohl die Sicherheitslage der BL als auch der BY die Bestnote „exzellent“.
Parallel dazu baute die Versicherungsgruppe ihre Vertriebsbasis weiter aus. Gemeinsam mit dem Exklusivvertrieb und der Tochtergesellschaft compexx Finanz AG arbeiten inzwischen mehr als 1.400 Beraterinnen und Berater direkt mit der Bayerischen zusammen.
„Persönliche Beratung wird gerade in Zeiten staatlicher Reformen und zunehmender Unsicherheit weiter an Bedeutung gewinnen. Unsere Aufgabe ist es, diese Beratung mit digitalen Prozessen, KI-gestützter Unterstützung und konkreten Vorsorge- und Präventionslösungen zu stärken. Genau darin sehen wir einen wichtigen Wachstumstreiber für die kommenden Jahre“, sagt Martin Gräfer.
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