Wohngebäudeversicherung: Allianz setzt auf Flexibilität und Selbstbehalte
Steigende Schadenkosten und wachsende Risiken stellen die Wohngebäudeversicherung unter Druck. Die Allianz hat ihre Tarife überarbeitet und setzt dabei stärker auf flexible Leistungsbausteine, differenzierte Selbstbehalte und eine individuellere Tarifgestaltung. Ziel ist es, Versicherungsschutz langfristig bezahlbar zu halten.
Tarifstruktur wird neu ausgerichtet
Die Allianz Versicherungs-AG hat ihre private Wohngebäudeversicherung überarbeitet und die Tarifarchitektur angepasst. Die bestehenden Produktlinien Basis, Smart, Komfort und Premium bleiben erhalten, werden jedoch in ihrer Leistungsstruktur differenzierter ausgestaltet.
Im Mittelpunkt stehen klarere Leistungsabgrenzungen sowie zusätzliche Wahlmöglichkeiten bei einzelnen Bausteinen. Dadurch sollen Kundinnen und Kunden ihren Versicherungsschutz stärker an individuelle Risikoprofile anpassen können.
Grundschutz bleibt – Unterschiede liegen in Details
Die Tariflinien Basis und Smart bilden weiterhin die Grundlage der Absicherung. Beide decken zentrale Risiken wie Feuer, Leitungswasser sowie Sturm- und Hagelschäden ab. Unterschiede zeigen sich vor allem bei Zusatzleistungen und Entschädigungsgrenzen.
So sind etwa Schäden durch grobe Fahrlässigkeit im Smart-Tarif eingeschlossen, während sie im Basistarif ausgeschlossen bleiben. Auch bei Zusatzkosten – etwa für Aufräumarbeiten oder Leckortung – bestehen deutliche Unterschiede in den Erstattungsgrenzen.
Mehr Differenzierung in höheren Tarifstufen
In den umfangreicheren Tarifen setzt die Allianz stärker auf zusätzliche Leistungsbausteine und flexible Auswahlmöglichkeiten. Im Komfort-Tarif wurden unter anderem Entschädigungsgrenzen angehoben und weitere Risiken in den Versicherungsschutz integriert.
Neu ist ein optionales Leistungspaket „Haus- und Technikschutz“, das unter anderem Schäden an technischen Anlagen wie Photovoltaik- oder Wärmepumpensystemen abdecken kann. Gleichzeitig lassen sich bestimmte Risiken – etwa für Außenpools oder Nebengebäude – gezielt ein- oder ausschließen.
Damit wird die Beitragsgestaltung stärker an den tatsächlich versicherten Risiken ausgerichtet.
Selbstbehalte als zentrales Steuerungsinstrument
Ein wesentlicher Bestandteil der Neuausrichtung ist die Ausweitung der Selbstbehaltsmodelle. Statt bisher fünf stehen nun acht Staffelungen zur Verfügung, die von null bis zu 10.000 Euro reichen. Durch die Wahl eines höheren Selbstbehalts können Versicherte ihre Prämie reduzieren. Gleichzeitig soll dieses Modell Anreize zur Schadenprävention setzen und die Versicherbarkeit auch in risikoreicheren Regionen sichern.
Auch im Bereich der Elementarschäden bleibt das Prinzip erhalten, dass höhere Eigenbeteiligungen mit niedrigeren Beiträgen verbunden sind. Ergänzend werden präventive Maßnahmen – etwa bauliche Schutzvorkehrungen – berücksichtigt, die sich im Schadenfall auf die Höhe des Selbstbehalts auswirken können.
Elementarschutz weiterhin Bestandteil der Tarife
Der Baustein zur Absicherung von Extremwetterereignissen bleibt in allen Tarifvarianten enthalten und muss aktiv abgewählt werden. Damit trägt das Produkt weiterhin der steigenden Bedeutung von Naturgefahren Rechnung.
Gleichzeitig zeigt sich hier ein zentrales Spannungsfeld der Sparte: steigende Risiken auf der einen Seite, Anforderungen an bezahlbaren Versicherungsschutz auf der anderen.
Zwischen Individualisierung und Kalkulierbarkeit
Mit der Überarbeitung reagiert die Allianz auf veränderte Rahmenbedingungen in der Wohngebäudeversicherung. Neben steigenden Schadenkosten spielen auch neue Risiken durch Klimaveränderungen sowie höhere Anforderungen an die technische Ausstattung von Gebäuden eine Rolle.
Die stärkere Individualisierung der Tarife sowie der Ausbau von Selbstbehaltsmodellen sind dabei Ansätze, um die Balance zwischen umfassendem Schutz und bezahlbaren Prämien zu halten.
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