Allianz 2025: Rekordjahr und Milliarden-Rückkauf
Die Allianz hat 2025 ein operatives Rekordergebnis erzielt und ihre Kapitalposition weiter gestärkt. Neben einer steigenden Dividende kündigt der Konzern einen milliardenschweren Aktienrückkauf an. Ein Blick auf Segmententwicklung, Solvabilität und strategische Weichenstellungen.
Die Allianz SE hat im Geschäftsjahr 2025 ein operatives Rekordergebnis von 17,4 Milliarden Euro erzielt. Das entspricht einem Anstieg um 8,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr und markiert den höchsten operativen Gewinn in der Unternehmensgeschichte. Parallel dazu erhöht der Vorstand die Dividende um 11 Prozent auf 17,10 Euro je Aktie und kündigt ein neues Aktienrückkaufprogramm über bis zu 2,5 Milliarden Euro an.
„Die Rekordergebnisse der Allianz für 2025 zeigen erneut, dass wir in der Lage sind, zuverlässig unsere Versprechen zu erfüllen, auch in einem sich schnell ändernden und zunehmend polarisierten Umfeld.“
– Oliver Bäte, Vorstandsvorsitzender der Allianz SE
Geschäftszahlen 2025: Wachstum, Profitabilität, Kapitalstärke
Das gesamte Geschäftsvolumen stieg intern um 8,1 Prozent auf 186,9 Milliarden Euro. Der bereinigte Jahresüberschuss der Anteilseigner erhöhte sich um 10,9 Prozent auf 11,1 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis je Aktie legte um 12,5 Prozent auf 28,61 Euro zu.
Die bereinigte Eigenkapitalrendite erreichte 18,1 Prozent. Gleichzeitig verbesserte sich die Solvency-II-Quote deutlich von 209 auf 218 Prozent. Die operative Kapitalgenerierung trug 25 Prozentpunkte nach Steuern und vor Dividende zur Quote bei.
Für 2026 strebt die Allianz erneut ein operatives Ergebnis von 17,4 Milliarden Euro an, mit einer Bandbreite von plus/minus einer Milliarde Euro.
Schaden- und Unfallversicherung: Underwriting als Ergebnistreiber
Im Schaden- und Unfallgeschäft wuchs das operative Ergebnis um 13,9 Prozent auf 9,0 Milliarden Euro. Das interne Beitragswachstum lag bei 8,2 Prozent.
Die Schaden-Kosten-Quote verbesserte sich um 1,3 Prozentpunkte auf 92,2 Prozent. Sowohl Schadenquote (68,3 Prozent) als auch Kostenquote (23,9 Prozent) gingen zurück. Geringere Naturkatastrophenschäden und versicherungstechnische Maßnahmen stärkten das technische Ergebnis.
Das Privatkundengeschäft wuchs intern um 9 Prozent, das Gewerbekundengeschäft um 7 Prozent. Beide Segmente blieben profitabel.
Lebens- und Krankenversicherung: Stabile Margen, robuste CSM
In der Lebens- und Krankenversicherung stieg das operative Ergebnis um 1,7 Prozent auf 5,6 Milliarden Euro. Der Barwert der Neugeschäftsbeiträge (PVNBP) erreichte 84,7 Milliarden Euro, ein internes Plus von 3,5 Prozent.
Die Neugeschäftsmarge blieb mit 5,7 Prozent stabil. Der Neugeschäftswert wuchs auf 4,8 Milliarden Euro.
Die vertragliche Servicemarge (CSM) lag zum Jahresende bei 55,7 Milliarden Euro. Das normalisierte Wachstum von 5,2 Prozent wurde durch Wechselkurseffekte neutralisiert. Unter IFRS 17 bleibt die CSM der zentrale Indikator für zukünftige Ergebnisbeiträge.
Asset Management: 139 Milliarden Euro Nettomittelzuflüsse
Das Asset Management erzielte operative Erträge von 8,5 Milliarden Euro (+5,9 Prozent) und ein operatives Ergebnis von 3,3 Milliarden Euro (+3,3 Prozent).
Das Aufwand-Ertrag-Verhältnis verbesserte sich auf 60,7 Prozent und lag damit unter dem Jahresziel von rund 61 Prozent.
Die Nettomittelzuflüsse in das für Dritte verwaltete Vermögen erreichten 139 Milliarden Euro. Das verwaltete Vermögen stieg auf 1,99 Billionen Euro und erreichte damit ein Allzeithoch.
Dividende und Aktienrückkauf: Kapitalallokation bleibt konsistent
Der Vorstand schlägt eine Dividende von 17,10 Euro je Aktie vor, nach 15,40 Euro im Vorjahr. Zusätzlich startet im März 2026 ein neues Aktienrückkaufprogramm über bis zu 2,5 Milliarden Euro. Die erworbenen Aktien sollen eingezogen werden.
Die Kombination aus steigender Dividende, Rückkäufen und gleichzeitig wachsender Solvency-II-Quote unterstreicht die Kapitalstärke des Konzerns.
Strukturelle Einordnung
Die Zahlen zeigen drei Konstanten:
- Technische Disziplin im Underwriting stärkt die Ergebnisqualität.
- Stabile Margen im Lebensgeschäft sichern zukünftige Erträge.
- Kapitalstärke und Liquidität erhöhen strategische Handlungsfähigkeit.
Gleichzeitig bleibt das Umfeld von geopolitischer Polarisierung, Kapitalmarktvolatilität und regulatorischen Anforderungen geprägt. In diesem Kontext gewinnt die Fähigkeit zur stabilen Kapitalgenerierung an Bedeutung.
Die Allianz beginnt ihren neuen Strategiezyklus mit hoher Ertragskraft, klarer Kapitalposition und funktionierender Segmentdiversifikation.
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