Bitcoin verliert massiv – apoBank warnt vor spekulativem Blindflug
Der Bitcoin hat zuletzt deutlich nachgegeben und rund die Hälfte seines früheren Höchstwerts eingebüßt. Für die apoBank ist der jüngste Kurseinbruch kein Ausreißer, sondern Ausdruck struktureller Schwächen von Kryptowährungen als Anlageform.
Deutlicher Kursrückgang bei Bitcoin
Bitcoin, die größte Kryptowährung nach Marktkapitalisierung, hat in den vergangenen Monaten stark an Wert verloren. Nachdem der Kurs im Oktober 2025 mit rund 126.000 USD sein Allzeithoch erreicht hatte, notierte Bitcoin jüngst zeitweilig nur noch bei etwa 63.000 USD – ein Rückgang von rund 50 Prozent vom Spitzenwert. Aktuell bewegt sich der Preis weiter deutlich unter dem Rekordniveau. Diese ausgeprägten Schwankungen machen die Risiken von Kryptowährungen für Anleger sichtbar und stehen im Zentrum der Kritik von etablierten Investmentstrategen.
„Keine Währung, keine Anlageklasse“
Für Dr. Jonas Krettek, Investmentstratege der apoBank, sind Kryptowährungen grundsätzlich ungeeignet für eine nachhaltige Vermögensanlage. Er ordnet die Anlageform deutlich ein:
„Kryptos sind weder Währung noch eine eigene Anlageklasse, sondern eine hochspekulative Anlageform.“
Ein zentrales Problem sei das Fehlen einer objektiven Bewertungsgrundlage. Im Gegensatz zu klassischen Anlageklassen wie Aktien oder Anleihen gäbe es bei Kryptowährungen keine regelmäßigen Erträge oder Cashflows, anhand derer sich ein fairer Preis bestimmen ließe.
„Aufgrund fehlender Cashflows bei Kryptos gibt es kein Bewertungsmodell und jede Investition wird zu einem Blindflug“, so Krettek. „Ein fundamental begründbarer fairer Preis lässt sich daher nicht bestimmen – das macht fundierte Investitionsentscheidungen unmöglich.“
Fehlender innerer Wert und spekulative Preisbildung
Krettek betont, dass Kryptowährungen keinen intrinsischen wirtschaftlichen Wert besitzen und keine klar definierte Funktion innerhalb eines gesamtwirtschaftlichen Systems erfüllen. Ohne diesen fundamentalen Bezugspunkt entstehe der Preis nahezu ausschließlich durch Angebot, Nachfrage und Marktstimmung – ein Umfeld, das von spekulativen Erwartungen geprägt sei.
„Kryptos besitzen weder einen intrinsischen Wert, noch erfüllen sie eine wichtige Funktion. Damit fehlt dieser Anlageform ein stabiler fundamentaler Bezugspunkt“, erläutert der Investmentstratege. Diese rein spekulative Preisfindung führe zu extremen Kursschwankungen und trage maßgeblich zu den jüngsten Verlusten bei.
Risiken überwiegen deutlich
Neben der Volatilität verweist Krettek auf weitere Risiken, die aus Sicht der apoBank gegen ein Engagement in Kryptowährungen sprechen: fehlende oder uneinheitliche Regulierung, operationelle Risiken wie Hackerangriffe sowie ökologische Bedenken aufgrund des hohen Energieverbrauchs bestimmter Proof-of-Work-Protokolle. Zudem werde der Einsatz von Kryptowährungen in kriminellen Kontexten als zusätzlicher Risikofaktor gesehen.
„Extreme Kursschwankungen, fehlende Regulierung und operationelle Risiken wie Hackerangriffe führen zu erheblichen Unsicherheiten“, so Krettek. „Insgesamt überwiegen die Risiken deutlich gegenüber den Chancen.“
Konsequenz für die Vermögensverwaltung
Vor dem Hintergrund dieser Einschätzung schließt die apoBank ein Engagement in Kryptowährungen für ihre Vermögensverwaltung kategorisch aus. „Deshalb schließen wir ein Engagement in Kryptos für unsere Vermögensverwaltung mit Nachdruck aus“, betont Krettek. Der jüngste Preisrückgang bei Bitcoin unterstreiche aus Sicht der apoBank, dass Kryptowährungen weniger ein Baustein einer langfristigen, stabilen Anlage sind, als vielmehr ein hochspekulatives Instrument mit unberechenbaren Risiken.
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