Finanzielle Freiheit ohne Absicherung – BU bleibt LückeLV 1871-Studie zeigt: Finanzielle Freiheit ohne Absicherung bleibt Illusion

Veröffentlichung: 23.01.2026, 13:01 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Nur jede vierte Person in Deutschland erstellt einen privaten Finanzplan für das Jahr 2026. Das zeigt eine aktuelle, repräsentative Umfrage der LV 1871 und des Marktforschungsinstituts Civey zum Tag der Bildung am 24. Januar. Demnach planen lediglich 25,1Prozent der Befragten ihre privaten Finanzen strukturiert – ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr (2024: 26,3Prozent). Besonders eklatant ist die Lücke zwischen Anspruch und Absicherung: Nur 37,4Prozent der Erwerbstätigen beziehen das Risiko der Berufsunfähigkeit (BU) aktiv in ihre Planung ein.

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Lücke des Monats - Finanzbildung und BULücke des Monats - Finanzbildung und BULebensversicherung von 1871 a.G.

Finanzplanung als Ausdruck finanzieller Mündigkeit

Die Zahlen legen eine strukturelle Schwäche offen: Finanzielle Freiheit wird zwar angestrebt, aber selten fundiert geplant. Dabei hängt sie in weiten Teilen direkt vom Erwerbseinkommen ab – und damit von der eigenen Arbeitskraft. Fällt diese infolge von Krankheit oder Unfall weg, droht eine Finanzierungslücke, die ohne frühzeitige Absicherung kaum zu schließen ist. Dass über 60Prozent der Erwerbstätigen dieses Risiko ausblenden, zeigt ein doppeltes Defizit: an Bewusstsein und an Bildung.

Bildungs- und Geschlechtergefälle als strukturelle Barriere

Ein differenzierter Blick auf die Umfrageergebnisse zeigt: Finanzbildung ist keine Frage des Alters, sondern des Bildungsgrads – und des Geschlechts. Während rund 45Prozent der Menschen mit Abitur die BU-Thematik berücksichtigen, sind es bei Personen mit Hauptschulabschluss oder ohne Abschluss nur rund 25Prozent. Ähnlich die geschlechtsspezifische Differenz: Männer (ca. 40Prozent) planen das Risiko häufiger ein als Frauen (ca. 32Prozent). Die strukturelle Dimension finanzieller Planungskompetenz wird hier sichtbar – sie reproduziert bestehende Ungleichheiten.

Beratung als Brücke – aber nicht als Ersatz

In der Theorie stehen Versicherungsmaklerinnen und -makler bereit, um Versorgungslücken zu schließen und Finanzpläne ganzheitlich zu begleiten. In der Praxis bleibt ihre Rolle jedoch reaktiv: Sie können nur sensibilisieren, wo ein Problembewusstsein vorhanden ist. Der Appell der LV 1871, Finanzplanung, BU-Schutz und Beratung zu verknüpfen, trifft ins Zentrum – doch er adressiert ein Publikum, das ihn häufig nicht erreicht. Hier offenbart sich ein Bildungsauftrag, der weit über die Versicherungsbranche hinausreicht.

Arbeitskraft vergessen – Finanzplanung verfehlt

Finanzielle Unabhängigkeit ohne strukturierte Planung bleibt ein Wunschbild. Der Rückgang privater Finanzplanung verweist nicht auf mangelndes Interesse, sondern auf fehlende Werkzeuge. Finanzielle Mündigkeit erfordert Wissen – nicht nur über Produkte, sondern über Prinzipien: Risiko, Vorsorge, Zeit. Wer die eigene Arbeitskraft nicht als zentrale Ressource begreift, unterschätzt das Fundament seiner Freiheit.

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