Renten ins Ausland: Wohin die Deutsche Rentenversicherung zahlt

Veröffentlichung: 24.11.2025, 06:11 Uhr - Lesezeit 3 Minuten

Mehr als 1,7 Millionen Renten aus Deutschland fließen inzwischen ins Ausland – rund 7 Prozent aller Rentenzahlungen. Der Rentenatlas 2025 zeigt: Insbesondere EU-Länder profitieren. Gleichzeitig wächst die Zahl ausländischer Versicherter in Deutschland weiter.

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Mehr als 1,7 Millionen Renten aus Deutschland fließen inzwischen ins Ausland – rund 7 Prozent aller Rentenzahlungen.Mehr als 1,7 Millionen Renten aus Deutschland fließen inzwischen ins Ausland – rund 7 Prozent aller Rentenzahlungen.DALL-E

Fast 7 Prozent aller Renten gehen ins Ausland

Der neue Rentenatlas 2025 dokumentiert eine deutliche Entwicklung: 6,5 Prozent aller Renten werden inzwischen außerhalb Deutschlands ausgezahlt. Das entspricht über 1,7 Millionen Renten, von denen rund 72 Prozent in EU-Mitgliedstaaten fließen.

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Bemerkenswert: 86 Prozent der ins Ausland gezahlten Renten gehen an ausländische Staatsangehörige, die in Deutschland Rentenansprüche erworben haben. Das heißt: Die Mobilität der Arbeitskräfte wirkt unmittelbar auf die Bilanz der deutschen Rentenversicherung zurück.

Warum so viele Renten ins Ausland gehen

Haupttreiber sind zwei Entwicklungen:

  1. EU-Arbeitnehmerfreizügigkeit
    Die Öffnungen 2011 und 2014 ließen Millionen zusätzliche Beschäftigte nach Deutschland kommen – viele von ihnen aus Polen, Rumänien, Bulgarien und den baltischen Staaten.
  2. Fluchtbewegungen 2015 und 2022
    • Syrien und Irak (2015)
    • Ukraine (ab 2022)

Diese Gruppen tragen durch ihre Beschäftigungsjahre neue Rentenansprüche in der DRV bei und werden bei späterer Auswanderung weiterhin Rentenleistungen erhalten.

8,52 Millionen Versicherte mit ausländischer Staatsangehörigkeit

Ende 2023 verzeichnete die DRV einen neuen Höchststand: 8,52 Millionen Versicherte ohne deutsche Staatsangehörigkeit. Damit steigt die Zahl ausländischer Erwerbstätiger konstant – ein zunehmend wichtiges Fundament in der Rentenfinanzierung.

Für die Rentenversicherung bedeutet dies:

  • mehr Beitragszahler heute,
  • mehr Renten ins Ausland morgen.

Diese Dynamik verschiebt langfristig Strukturen im Rentensystem und macht klare internationale Regelungen sowie administrative Kapazitäten erforderlich.

Folgen für die Beratungspraxis

Für Vermittler ist das Thema zunehmend relevant:

  • Kunden mit Migrationshintergrund benötigen Aufklärung über Rentenansprüche bei Wohnsitz im Ausland.
  • Ebenso besteht Beratungsbedarf zu Auszahlungsmodalitäten, Steuerpflichten und Krankenversicherung im Ausland.
  • Arbeitgeber profitieren von Informationen zu Ansprüchen entsandter Mitarbeiter.
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