Renten ins Ausland: Wohin die Deutsche Rentenversicherung zahlt

Mehr als 1,7 Millionen Renten aus Deutschland fließen inzwischen ins Ausland – rund 7 Prozent aller Rentenzahlungen. Der Rentenatlas 2025 zeigt: Insbesondere EU-Länder profitieren. Gleichzeitig wächst die Zahl ausländischer Versicherter in Deutschland weiter.

(PDF)
Mehr als 1,7 Millionen Renten aus Deutschland fließen inzwischen ins Ausland – rund 7 Prozent aller Rentenzahlungen.Mehr als 1,7 Millionen Renten aus Deutschland fließen inzwischen ins Ausland – rund 7 Prozent aller Rentenzahlungen.DALL-E

Fast 7 Prozent aller Renten gehen ins Ausland

Der neue Rentenatlas 2025 dokumentiert eine deutliche Entwicklung: 6,5 Prozent aller Renten werden inzwischen außerhalb Deutschlands ausgezahlt. Das entspricht über 1,7 Millionen Renten, von denen rund 72 Prozent in EU-Mitgliedstaaten fließen.

cms.btdkf.1422x1000

Bemerkenswert: 86 Prozent der ins Ausland gezahlten Renten gehen an ausländische Staatsangehörige, die in Deutschland Rentenansprüche erworben haben. Das heißt: Die Mobilität der Arbeitskräfte wirkt unmittelbar auf die Bilanz der deutschen Rentenversicherung zurück.

Warum so viele Renten ins Ausland gehen

Haupttreiber sind zwei Entwicklungen:

  1. EU-Arbeitnehmerfreizügigkeit
    Die Öffnungen 2011 und 2014 ließen Millionen zusätzliche Beschäftigte nach Deutschland kommen – viele von ihnen aus Polen, Rumänien, Bulgarien und den baltischen Staaten.
  2. Fluchtbewegungen 2015 und 2022
    • Syrien und Irak (2015)
    • Ukraine (ab 2022)

Diese Gruppen tragen durch ihre Beschäftigungsjahre neue Rentenansprüche in der DRV bei und werden bei späterer Auswanderung weiterhin Rentenleistungen erhalten.

8,52 Millionen Versicherte mit ausländischer Staatsangehörigkeit

Ende 2023 verzeichnete die DRV einen neuen Höchststand: 8,52 Millionen Versicherte ohne deutsche Staatsangehörigkeit. Damit steigt die Zahl ausländischer Erwerbstätiger konstant – ein zunehmend wichtiges Fundament in der Rentenfinanzierung.

Für die Rentenversicherung bedeutet dies:

  • mehr Beitragszahler heute,
  • mehr Renten ins Ausland morgen.

Diese Dynamik verschiebt langfristig Strukturen im Rentensystem und macht klare internationale Regelungen sowie administrative Kapazitäten erforderlich.

Folgen für die Beratungspraxis

Für Vermittler ist das Thema zunehmend relevant:

  • Kunden mit Migrationshintergrund benötigen Aufklärung über Rentenansprüche bei Wohnsitz im Ausland.
  • Ebenso besteht Beratungsbedarf zu Auszahlungsmodalitäten, Steuerpflichten und Krankenversicherung im Ausland.
  • Arbeitgeber profitieren von Informationen zu Ansprüchen entsandter Mitarbeiter.
(PDF)

LESEN SIE AUCH

Die Mütterrente III soll ab 2027 kommen – doch die Deutsche Rentenversicherung warnt: Die technische Umsetzung sei frühestens ab 2028 möglich.Die Mütterrente III soll ab 2027 kommen – doch die Deutsche Rentenversicherung warnt: Die technische Umsetzung sei frühestens ab 2028 möglich.DALL-E
Fürs Alter

Mütterrente III: Rentenversicherung warnt vor Umsetzungsrisiken

Die Mütterrente III soll ab 2027 kommen – doch die Deutsche Rentenversicherung warnt: Die technische Umsetzung sei frühestens ab 2028 möglich. Welche Herausforderungen das Projekt mit sich bringt, zeigt ein Blick hinter die Kulissen der IT-Systeme.
Die Frühverrentung der Babyboomer belastet das Rentensystem deutlich, warnt das Institut der deutschen Wirtschaft (Symbolbild).Die Frühverrentung der Babyboomer belastet das Rentensystem deutlich, warnt das Institut der deutschen Wirtschaft (Symbolbild).DALL-E
Fürs Alter

Rentenwelle der Babyboomer: Jeder Fünfte geht vorzeitig in den Ruhestand

Die Frühverrentung der Babyboomer belastet das Rentensystem deutlich, warnt das Institut der deutschen Wirtschaft (IW). Eine neue Auswertung zeigt, dass zum Jahresende 2023 bereits 900.000 Personen aus den Geburtsjahrgängen 1958 bis 1969 eine gesetzliche Altersrente bezogen – ohne das gesetzliche Rentenalter erreicht zu haben. Bei den älteren Babyboomern (Jahrgänge 1954 bis 1957) lag die Frühverrentungsquote sogar bei 44 Prozent.
Die Einkommenslücke zwischen Männern und Frauen bleibt auch im Ruhestand deutlich.Die Einkommenslücke zwischen Männern und Frauen bleibt auch im Ruhestand deutlich.DALL-E
Fürs Alter

Frauen im Alter erhalten ein Drittel weniger als Männer

Die Einkommenslücke zwischen Männern und Frauen bleibt auch im Ruhestand deutlich: Laut EU-SILC 2024 liegt der sogenannte Gender Pension Gap in Deutschland bei knapp 26 Prozent – ohne Hinterbliebenenrenten sogar bei fast 37 Prozent. Zwar ist der Abstand leicht gesunken, doch strukturelle Ursachen wirken fort.
Frührente ist der Normalfall: 2024 stieg die Mehrheit der Neurentner vorzeitig aus – mit Folgen für Rentenkasse, Arbeitsmarkt und Politik.Frührente ist der Normalfall: 2024 stieg die Mehrheit der Neurentner vorzeitig aus – mit Folgen für Rentenkasse, Arbeitsmarkt und Politik.Foto: Adobestock
Fürs Alter

Frührente bleibt Normalfall – Mehrheit der Neurentner steigt vorzeitig aus

Sechs von zehn Neurentnern haben 2024 den Ruhestand vorzeitig angetreten. Exklusive Daten der Deutschen Rentenversicherung zeigen: Frührente ist längst der Standard. Während viele Beschäftigte bereit sind, Abschläge hinzunehmen, versucht die Politik mit der geplanten Aktivrente gegenzusteuern. Doch die Kluft zwischen gesetzlicher Zielmarke und gelebter Realität wächst.

Unsere Themen im Überblick

Informieren Sie sich über aktuelle Entwicklungen und Hintergründe aus zentralen Bereichen der Branche.

Themenwelt

Praxisnahe Beiträge zu zentralen Themen rund um Vorsorge, Sicherheit und Alltag.

Wirtschaft

Analysen, Meldungen und Hintergründe zu nationalen und internationalen Wirtschaftsthemen.

Management

Strategien, Tools und Trends für erfolgreiche Unternehmensführung.

Recht

Wichtige Urteile, Gesetzesänderungen und rechtliche Hintergründe im Überblick.

Finanzen

Neuigkeiten zu Märkten, Unternehmen und Produkten aus der Finanzwelt.

Assekuranz

Aktuelle Entwicklungen, Produkte und Unternehmensnews aus der Versicherungsbranche.

Die neue Ausgabe kostenlos im Kiosk

Werfen Sie einen Blick in die aktuelle Ausgabe und überzeugen Sie sich selbst vom ExpertenReport. Spannende Titelstories, fundierte Analysen und hochwertige Gestaltung – unser Magazin gibt es auch digital im Kiosk.

"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."
Ausgabe 10/25

"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."

Jens Göhner, Leiter Produktmanagement der Stuttgarter
"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"
Ausgabe 07/25

"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"

Was bedeutet Unabhängigkeit im Versicherungsvertrieb wirklich?
"Das Gesamtpaket muss stimmen"
Ausgabe 05/25

"Das Gesamtpaket muss stimmen"

Bernd Einmold & Sascha Bassir
Kostenlos

Alle Ausgaben entdecken

Blättern Sie durch unser digitales Archiv im Kiosk und lesen Sie alle bisherigen Ausgaben des ExpertenReports. Zur Kiosk-Übersicht