Wo werden in Deutschland die höchsten Renten ausgezahlt?

Veröffentlichung: 20.11.2025, 10:11 Uhr - Lesezeit 3 Minuten

Der neue Rentenatlas 2025 zeigt deutliche regionale Unterschiede bei den Altersrenten. Besonders Männer in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen liegen deutlich über dem Bundesdurchschnitt – eine Folge hoher Einkommen und stabiler Erwerbsbiografien.

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Der neue Rentenatlas 2025 zeigt deutliche regionale Unterschiede bei den Altersrenten.Der neue Rentenatlas 2025 zeigt deutliche regionale Unterschiede bei den Altersrenten.DALL-E

Regionale Rentenunterschiede: Baden-Württemberg liegt vorn

Laut dem Rentenatlas 2025 der Deutschen Rentenversicherung (DRV) beziehen Männer mit mindestens 35 Versicherungsjahren in Baden-Württemberg die bundesweit höchsten Altersrenten. Durchschnittlich 2.013 Euro brutto werden dort gezahlt, gefolgt von Nordrhein-Westfalen mit 2.005 Euro brutto. Damit liegen beide Länder mehr als 100 Euro über dem Bundesdurchschnitt, der bei 1.892 Euro brutto liegt.

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Die DRV hebt hervor, dass Rentenhöhen unmittelbar an die Einkommen der Beitragsjahre gekoppelt sind: Je höher der versicherte Verdienst im Erwerbsleben, desto höher die Rentenansprüche. Der wirtschaftsstarke Südwesten profitiert dabei besonders von überdurchschnittlichen Lohn- und Gehaltsstrukturen.

Auch bei den Frauen zeigen sich erhebliche Unterschiede. Bundesweit liegt die durchschnittliche Altersrente nach mindestens 35 Versicherungsjahren bei 1.459 Euro brutto – weiterhin deutlich niedriger als bei Männern. Gründe sind unter anderem Erwerbsunterbrechungen, Teilzeitphasen und niedrigere Durchschnittslöhne.

Beitragssatz seit Jahrzehnten stabil – trotz steigender Rentenzahlungen

Interessant ist auch die langfristige verteilungspolitische Entwicklung: Obwohl die Zahl der Renten in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen ist, blieb der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung stabil. 1998 lag er bei 20,3 Prozent, heute bei 18,6 Prozent – also niedriger als zum Zeitpunkt der Jahrtausendwende.

Für Vermittler und Berater ist diese Zahl relevant, weil sie zeigt, wie sehr die Finanzierung der GRV unter Druck geraten könnte, wenn der demografische Trend anhält.

Was bedeutet das für die Beratungspraxis?

Die Zahlen unterstreichen erneut:

  • Regionale Einkommensstrukturen wirken bis in die Rente fort.
  • Frauen haben trotz langer Versicherungszeiten weiterhin deutliche Rentennachteile.
  • Private und betriebliche Vorsorge bleiben unverzichtbar, gerade in Regionen mit niedrigeren Durchschnittslöhnen.

Für Vermittler bestehen damit weiterhin Chancen – und Notwendigkeiten – in der Beratung zur Ergänzung der gesetzlichen Altersvorsorge durch betriebliche oder private Lösungen.

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