Deutsche Sozialversicherung fordert klare Regeln für digitale Verwaltung in Europa
Die Träger der Deutschen Sozialversicherung – Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV), Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) und der GKV-Spitzenverband – haben ein gemeinsames Positionspapier zur Digitalisierung in Europa vorgelegt. Darin betonen sie die Rolle der Sozialversicherung als Treiber digitaler Innovationen und fordern klare, praxisnahe Rahmenbedingungen für eine zukunftsfähige Verwaltung.
Technologie als Werkzeug für Prävention, Zugang und Versorgung
Für Dr. Stephan Fasshauer, Hauptgeschäftsführer der DGUV, ist Digitalisierung kein reines Technologiethema, sondern ein Instrument zur Stärkung von Prävention, Effizienz und Sicherheit: „KI-gestützte Analysen helfen, Risiken frühzeitig zu erkennen, und ermöglichen gezieltere Präventionsmaßnahmen. Das vereinfacht Verwaltungsprozesse und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit Europas.“
Auch Gundula Roßbach, Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund, unterstreicht die Relevanz digitaler Angebote: „Digitale Verfahren erleichtern den Zugang zu Leistungen, schaffen Transparenz und helfen, demografische Herausforderungen besser zu bewältigen.“ Beispiele wie die digitale Renteninformation oder automatisierte Unfallmeldungen zeigten den konkreten Nutzen für Millionen Versicherte.
Dr. Martin Krasney vom GKV-Spitzenverband hebt die Bedeutung vernetzter Systeme im Gesundheitswesen hervor: „Elektronische Patientenakten, KI-Anwendungen und interoperable Plattformen verbessern Qualität und Service. Entscheidend ist, dass Digitalisierung immer einen echten Nutzen für die Versicherten bringt.“
Drei zentrale Forderungen an die Politik
Das Papier formuliert drei konkrete Hebel für eine gelingende Digitalisierung in Europa:
- Praxisnahe gesetzliche Rahmenbedingungen: Digitalisierung erfordert klare Zuständigkeiten, einfache Abläufe und eine sichere Datennutzung. Nationale Infrastrukturen und europäische Vorgaben müssen dabei reibungslos ineinandergreifen, um Bürokratie abzubauen und Effizienz zu steigern.
- Verantwortungsvoller KI-Einsatz: Die Träger betonen die Potenziale Künstlicher Intelligenz – etwa in der Fehlererkennung, der Prävention oder beim Arbeitsschutz. Voraussetzung ist eine verlässliche rechtliche Grundlage für den intelligenten und sicheren Einsatz solcher Technologien.
- Stärkung der europäischen Zusammenarbeit: Grenzüberschreitende Verfahren und gemeinsame Digitalprojekte – etwa der geplante Europäische Sozialversicherungsausweis (ESSPASS) – sollen ausgebaut werden. Nur so lässt sich Europas Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern.
Digitalisierung aktiv gestalten, nicht nur verwalten
Die Deutsche Sozialversicherung positioniert sich damit als Gestalterin des digitalen Wandels – auf nationaler wie europäischer Ebene. Damit dieser Anspruch eingelöst werden kann, fordert sie mehr Gestaltungsspielraum für die Selbstverwaltung und verlässliche gesetzliche Grundlagen.
Zum vollständigen Positionspapier gelangen Sie hier.
Themen:
LESEN SIE AUCH
Digitalmacht ohne Substanz – Warum Europa beim KI-Wettlauf ins Hintertreffen gerät
Arbeitszeiterfassung: Nur drei Viertel der Unternehmen setzen gesetzliche Vorgaben um
Deutschen Rentenversicherung: Arbeitgeberservice vielen Unternehmen unbekannt
Elektronische Patientenakte gestartet: Modellregionen testen neues System
Unsere Themen im Überblick
Themenwelt
Wirtschaft
Management
Recht
Finanzen
Assekuranz
KI & Bewertungen: So sichern KMU ihre Sichtbarkeit in einer neuen Suchrealität
Project Atlas von OpenAI: Wie ChatGPT zum strukturierten Arbeitsraum wird
„Unsere KI ersetzt keine Vermittler – sie verschafft ihnen Zeit für das, was wirklich zählt“
Münchener Verein tritt dem BiPRO-Hub bei
Die neue Ausgabe kostenlos im Kiosk
Werfen Sie einen Blick in die aktuelle Ausgabe und überzeugen Sie sich selbst vom ExpertenReport. Spannende Titelstories, fundierte Analysen und hochwertige Gestaltung – unser Magazin gibt es auch digital im Kiosk.













