Deutsche Sozialversicherung fordert klare Regeln für digitale Verwaltung in Europa

Veröffentlichung: 18.11.2025, 10:11 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Die Träger der Deutschen Sozialversicherung – Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV), Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) und der GKV-Spitzenverband – haben ein gemeinsames Positionspapier zur Digitalisierung in Europa vorgelegt. Darin betonen sie die Rolle der Sozialversicherung als Treiber digitaler Innovationen und fordern klare, praxisnahe Rahmenbedingungen für eine zukunftsfähige Verwaltung.

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Technologie als Werkzeug für Prävention, Zugang und Versorgung

Für Dr. Stephan Fasshauer, Hauptgeschäftsführer der DGUV, ist Digitalisierung kein reines Technologiethema, sondern ein Instrument zur Stärkung von Prävention, Effizienz und Sicherheit: „KI-gestützte Analysen helfen, Risiken frühzeitig zu erkennen, und ermöglichen gezieltere Präventionsmaßnahmen. Das vereinfacht Verwaltungsprozesse und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit Europas.“

Auch Gundula Roßbach, Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund, unterstreicht die Relevanz digitaler Angebote: „Digitale Verfahren erleichtern den Zugang zu Leistungen, schaffen Transparenz und helfen, demografische Herausforderungen besser zu bewältigen.“ Beispiele wie die digitale Renteninformation oder automatisierte Unfallmeldungen zeigten den konkreten Nutzen für Millionen Versicherte.

Dr. Martin Krasney vom GKV-Spitzenverband hebt die Bedeutung vernetzter Systeme im Gesundheitswesen hervor: „Elektronische Patientenakten, KI-Anwendungen und interoperable Plattformen verbessern Qualität und Service. Entscheidend ist, dass Digitalisierung immer einen echten Nutzen für die Versicherten bringt.“

Drei zentrale Forderungen an die Politik

Das Papier formuliert drei konkrete Hebel für eine gelingende Digitalisierung in Europa:

  1. Praxisnahe gesetzliche Rahmenbedingungen: Digitalisierung erfordert klare Zuständigkeiten, einfache Abläufe und eine sichere Datennutzung. Nationale Infrastrukturen und europäische Vorgaben müssen dabei reibungslos ineinandergreifen, um Bürokratie abzubauen und Effizienz zu steigern.
  2. Verantwortungsvoller KI-Einsatz: Die Träger betonen die Potenziale Künstlicher Intelligenz – etwa in der Fehlererkennung, der Prävention oder beim Arbeitsschutz. Voraussetzung ist eine verlässliche rechtliche Grundlage für den intelligenten und sicheren Einsatz solcher Technologien.
  3. Stärkung der europäischen Zusammenarbeit: Grenzüberschreitende Verfahren und gemeinsame Digitalprojekte – etwa der geplante Europäische Sozialversicherungsausweis (ESSPASS) – sollen ausgebaut werden. Nur so lässt sich Europas Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern.

Digitalisierung aktiv gestalten, nicht nur verwalten

Die Deutsche Sozialversicherung positioniert sich damit als Gestalterin des digitalen Wandels – auf nationaler wie europäischer Ebene. Damit dieser Anspruch eingelöst werden kann, fordert sie mehr Gestaltungsspielraum für die Selbstverwaltung und verlässliche gesetzliche Grundlagen.

Zum vollständigen Positionspapier gelangen Sie hier.

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