Deutsche Rentenversicherung hält Verwaltungskosten stabil

Die Deutsche Rentenversicherung Bund hält ihre Verwaltungskosten trotz erheblicher Investitionen in die IT-Infrastruktur weiter auf niedrigem Niveau. Das geht aus der aktuellen Vertreterversammlung in Berlin hervor. Daneben informierte DRV-Direktorin Brigitte Gross über Entwicklungen bei Rentenanträgen, Reha-Leistungen und den aktuellen Budgetrahmen.

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Brigitte Gross, Direktorin der Deutschen Rentenversicherung BundBrigitte Gross, Direktorin der Deutschen Rentenversicherung BundDRV Bund

1,3 Prozent Verwaltungskosten: Kontinuität trotz Modernisierung

Im Haushaltsjahr 2025 lagen die Verwaltungskosten der DRV Bund bei 1,3 Prozent der Gesamtausgaben – ein stabiler Wert im Vergleich zu den Vorjahren. Angesichts gestiegener Personal- und IT-Kosten unterstreicht die Rentenversicherung damit ihre wirtschaftliche Haushaltsführung.

Im Mittelpunkt der digitalen Investitionen stehen derzeit:

  • die Modernisierung des Kernsystems im Rahmen des trägerübergreifenden Programms RV Evolution
  • der Aufbau eines gemeinsamen Rechenzentrums mit den Regionalträgern
  • weitere Digitalprojekte zur Datensicherheit und Arbeitsplatzmodernisierung

„Diese Maßnahmen sind notwendig, um Mitarbeitenden moderne Arbeitsmittel zu bieten und sensible Daten bestmöglich zu schützen“, so Brigitte Gross.

Leichter Anstieg bei den Rentenanträgen

Bis Oktober 2025 gingen bei der DRV über 642.000 Rentenanträge ein – ein Anstieg von 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Regelaltersrente wurde mit rund 156.000 Anträgen am häufigsten beantragt, ein Zuwachs von 4 Prozent.

Weitere Entwicklungen:

  • Hinterbliebenenrenten: 152.000 Anträge (leichter Rückgang)
  • Erwerbsminderungsrenten: 110.000 Anträge (+3,2 %)
  • Altersrente für langjährig Versicherte: 105.000 Anträge (+5 %)
  • Altersrente für besonders langjährig Versicherte: 93.000 Anträge (–8 %)
  • Rente für schwerbehinderte Menschen: konstant bei 26.000 Anträgen

Entwicklung bei den Reha-Anträgen, Reha-Budjet erneut überschritten

Die Zahl der Anträge auf medizinische Rehabilitation ist leicht gesunken. Zwischen Januar und Oktober 2025 registrierte die DRV Bund rund 605.000 Reha-Anträge – ein Rückgang von etwa 1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Demgegenüber stiegen die Anträge auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben um rund 1 Prozent auf 79.000 Anträge. Diese Form der beruflichen Rehabilitation spielt eine wichtige Rolle bei der Wiedereingliederung ins Erwerbsleben.

Für das Jahr 2025 standen der DRV Bund rund 3,6 Milliarden Euro für Reha-Leistungen zur Verfügung. Laut Prognose wird das Budget zu 104,5 Prozent ausgeschöpft – wie bereits im Vorjahr liegt die tatsächliche Inanspruchnahme damit oberhalb der Budgetlinie.

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