Klimarisiken werden zwar erkannt – doch viele Unternehmen handeln zu spät oder zu zögerlich. Laut Climate Adaptation Survey 2025 von Marsh führen weniger als 40 Prozent der Firmen umfassende Risikoanalysen durch, obwohl die Mehrheit bereits finanzielle Einbußen durch Extremwetter erlebt. Warum es dennoch an klaren Strategien mangelt, erklärt die neue Untersuchung.
Angesichts zunehmender Klimarisiken bestehen weiterhin erhebliche Lücken bei Risiko- und Anpassungsstrategien. Zu diesem Ergebnis kommt der Climate Adaptation Survey 2025 von Marsh, dem weltweit führenden Versicherungsmakler und Risikoberater. Die Umfrage unter mehr als 130 Risikomanagern weltweit zeigt: Zwar ist das Bewusstsein für wetterbedingte Gefahren hoch, doch fehlen häufig systematische Bewertungen und ausreichende Investitionen in Anpassungsmaßnahmen.
Rund 78 Prozent der befragten Unternehmen waren in den vergangenen Jahren von klimabedingten Auswirkungen wie Überschwemmungen, Hitzewellen oder Wasserstress betroffen. 74 Prozent berichten von finanziellen Verlusten oder Betriebsstörungen – aber nur 38 Prozent führen detaillierte Klimarisikobewertungen durch, weitere 22 Prozent bewerten die künftigen Folgen überhaupt nicht.
Deutliche Unterschiede zeigen sich zwischen den Regionen: Am häufigsten betroffen sind Unternehmen in Asien (73 Prozent), Indien, dem Nahen Osten und Afrika (68 Prozent) sowie Kanada (67 Prozent). Laut Marsh werden vor allem systemische Risiken, etwa durch Abhängigkeiten von Lieferketten und kritischer Infrastruktur, noch immer unterschätzt – was die Verwundbarkeit im Ernstfall zusätzlich erhöht.
Zudem mangelt es vielen Unternehmen an finanziellen Spielräumen. 40 Prozent der Befragten gaben an, dass nicht genügend Mittel für wirksame Anpassungsmaßnahmen vorhanden seien. Häufig konkurrieren Klimaschutz- und Resilienzprojekte mit anderen geschäftlichen Prioritäten oder scheitern am fehlenden Know-how über zukünftige Klimaszenarien.
„Unsere Untersuchungen zeigen, dass Unternehmen im Verhältnis zur Schwere der von ihnen identifizierten Risiken durchweg zu wenig in die Anpassung an den Klimawandel investieren“, sagt Amy Barnes, Head of Climate and Sustainability Strategy und Global Head of Energy & Power bei Marsh. „Angesichts zunehmender Klimagefahren ist eine proaktive Resilienzplanung unerlässlich, um Vermögenswerte zu schützen, Einnahmequellen zu sichern und das Bestehen des Unternehmens langfristig zu gewährleisten.“
Marsh plädiert dafür, Klimaanpassung als festen Bestandteil des unternehmerischen Risikomanagements zu verankern. Dazu gehören Bewertungen auf Vermögens- und Systemebene, die Integration von Anpassungsmaßnahmen in Governance-Strukturen sowie die enge Abstimmung mit Versicherungs- und Finanzierungsstrategien. Nur so ließen sich künftige Klimaschäden und wirtschaftliche Verluste wirksam begrenzen.
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