Rentenlücke erkannt – aber nicht geschlossen

Die meisten Deutschen wissen, dass ihre gesetzliche Rente nicht reichen wird. Doch laut Altersvorsorge-Report 2025 der Deutschen Bank bleibt es bei der Erkenntnis: Nur jeder siebte Befragte sorgt umfassend privat fürs Alter vor. Warum der Vorsorgewille stagniert – und was das für den Markt bedeutet.

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Symbolbild: Zwischen Wissen und Handeln klafft in der Altersvorsorge eine deutliche Lücke – viele erkennen die Rentenlücke, aber nur wenige überbrücken sie tatsächlich.Symbolbild: Zwischen Wissen und Handeln klafft in der Altersvorsorge eine deutliche Lücke – viele erkennen die Rentenlücke, aber nur wenige überbrücken sie tatsächlich.DALL-E

Obwohl 85 Prozent der Deutschen angeben, sich Gedanken über ihre finanzielle Zukunft zu machen, ist das Handeln überschaubar. Nur 14 Prozent verfügen über eine vollständige private Absicherung, 21 Prozent haben bislang gar keine Maßnahmen getroffen. Die größte Gruppe bewegt sich zwischen diesen Polen: unregelmäßige Sparbeiträge, nicht angepasste Altverträge oder schlicht fehlende Strategie.

Wissensvorsprung ohne Konsequenz

Besonders auffällig ist die Diskrepanz zwischen Wissen und Verhalten. Neun von zehn Befragten halten private Vorsorge für wichtig – doch nur rund ein Drittel hat konkrete Schritte eingeleitet. Als häufigster Grund gilt Unsicherheit: Jeder zweite Befragte fühlt sich bei Finanzentscheidungen überfordert. Diejenigen, die professionelle Beratung in Anspruch nehmen, schließen zwar in 59 Prozent der Fälle ein Produkt ab – doch diese Hürde bleibt für viele zu hoch.

Frauen besonders betroffen

Die Studie zeigt erneut deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Nur zwölf Prozent der Frauen, aber 17 Prozent der Männer verfügen über eine vollständige private Vorsorge. Ein Viertel der Frauen hat keinerlei Maßnahmen getroffen. Fehlendes Wissen über Rentenansprüche, längere Familienphasen und geringere Einkommen verschärfen die Situation zusätzlich.

Staatliche Erwartungen, private Lücken

Trotz sinkenden Vertrauens in die gesetzliche Rente – über 80 Prozent zweifeln an ihrer Stabilität – hoffen viele weiter auf den Staat. Diese ambivalente Haltung spiegelt ein strukturelles Problem: Während das Bewusstsein für die Rentenlücke wächst, bleibt die Eigenverantwortung gering. Finanzielle Bildung, transparente Produkte und flexible Einstiegslösungen gelten als Schlüssel, um die Lücke zwischen Erkenntnis und Umsetzung zu schließen.

Über die Studie:
Der Deutsche Bank Altersvorsorge-Report 2025 wurde gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey erstellt. Befragt wurden rund 10.000 Personen in Deutschland zu ihrem Vorsorgeverhalten, ihren Erwartungen an die gesetzliche Rente und ihrer finanziellen Selbsteinschätzung. Die Erhebung fand im Sommer 2025 statt und ist nach Alter, Geschlecht und Region bevölkerungsrepräsentativ gewichtet.

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