Appell der FinTech-Branche: Frühstart-Rente und Altersvorsorgedepot jetzt gemeinsam umsetzen
Mehr als 30 führende digitale Finanzunternehmen, Banken, Broker und Fondsanbieter fordern in einem gemeinsamen Appell eine zügige Reform der privaten Altersvorsorge. Das Positionspapier schlägt vor, die geplante Frühstart-Rente für Kinder ab 2026 mit einem flexiblen, kapitalmarktbasierten Altersvorsorgedepot zu kombinieren – und so die Chancen des Kapitalmarkts für den langfristigen Vermögensaufbau breiten Bevölkerungsschichten zugänglich zu machen.
„Im internationalen Vergleich hinkt Deutschland bei der Altersvorsorge hinterher“, heißt es in dem Papier. Das gesetzliche Rentenniveau liege mit etwa 48 Prozent deutlich unter dem EU-Durchschnitt, die Riester-Rente stagniere seit Jahren. Umso wichtiger sei es, Kapitalmarktinstrumente als dritte Säule der Altersvorsorge zu stärken – wie in Schweden (IPS), Großbritannien (SIPP) oder der Schweiz (Säule 3a).
Frühstart-Rente als Einstieg in Finanzbildung und Vorsorge
Die Frühstart-Rente soll Kindern ab sechs Jahren erste Kapitalmarkterfahrung ermöglichen und bei Erreichen der Volljährigkeit in ein Altersvorsorgedepot übergehen. Beide Reformkomponenten sollten aus Sicht der Branche gemeinsam und noch im Jahr 2026 umgesetzt werden. Wichtig sei zudem maximale Flexibilität bei Einzahlungen, Entnahmen und dem Beginn der Auszahlungsphase. Auch die Einbindung vermögenswirksamer Leistungen und die Öffnung für betriebliche Altersvorsorge-Varianten werden empfohlen.
Thimm Blickensdorf, Geschäftsführer von growney, sagt: „Wir erleben bereits mit unserer steueroptimierten ETF-Altersvorsorge, dass es großen Bedarf nach einer günstigen, einfachen und flexiblen Lösung gibt. Die Koalition ist hier auf dem richtigen Weg, wenn sie mehr attraktive Möglichkeiten schaffen will.“
Breite Allianz aus Banken, Fondsanbietern und Tech-Firmen
Zu den Unterzeichnern zählen unter anderem:
Max Bachem (Xaver), Robin Binder (NAO), Harald Brock (Investify Tech), Martin Daut (quirion), Tamaz Georgadze (Raisin), Jonas Haase (growney), Tilo Hacke (DKB), Ingo Hillen (Sino), Ernst Huber (Traders Place), Martin Kassing (Upvest), David Krahnenfeld (Ampega), Sebastian Külps (Vanguard), Iven Kurz (Evergreen), Max Linden (lemon.markets), Christian Machts (Franklin Templeton), Fabian Mohr (unitplus), Ralf Oetting (justTRADE), Patrick Paech & Thorsten Roth (SMAVESTO), Christian Pellis (Amundi), Erik Podzuweit (Scalable Capital), Lars Reiner (Ginmon), Maximilian v. Richthofen (finanzen.net), Oliver Riedel (Baader Bank), Dirk Schmitz (BlackRock), Lukas Söllner (Vickii), Thomas Soltau (Smartbroker), Ulli Spankowski (BISON), Valentin Stalf (N26), Raphael Steil (Getquin), Frank Thelen (Tech Capital) und Sophie Thurner (beatvest).
Technische Vorschläge zur Umsetzung
Begleitet wird der Appell von einem umfangreichen technischen Anhang mit konkreten Umsetzungsempfehlungen – darunter ein digitales Onboarding, steuerliche Klarstellungen, Zulassung weiterer Anlageklassen wie ELTIFs, die Möglichkeit von Zuzahlungen und ein flexibles Vererbungskonzept. Auch der Verzicht auf zusätzliche Zertifizierungen bei gleichzeitiger Einführung scharfer Sanktionsregeln wird angeregt.
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