Nach Jahren unter Druck zeigt sich die Lebensversicherung 2024 wieder stabiler. Laut dem aktuellen MORGEN & MORGEN Marktblick steigen Überschussquote und Eigenmittel, während die Kosten sinken. Doch die leichte Verschlechterung des Gesamtratings deutet auf eine zunehmende Spreizung im Markt hin – zwischen robusten und schwächelnden Anbietern.
Nach dem Ausnahmejahr 2022 und einer Phase hoher Zinsvolatilität hat sich der Lebensversicherungsmarkt 2024 deutlich beruhigt. Das zeigt die aktuelle Auswertung von MORGEN & MORGEN, die auf 13 Bilanzkennzahlen von 61 Gesellschaften basiert. Die Ergebnisse fließen in die Teilratings Erfolg, Bestand und Sicherheit ein. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen kann die Branche ihre Stabilität behaupten, auch wenn das Gesamtergebnis leicht nachgibt: 15 Gesellschaften erhielten die Bestnote von fünf Sternen, drei weniger als im Vorjahr.
„Die Lebensversicherer haben ihre Stabilität eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Nach Jahren der Anpassung zeigen sich nun klare Anzeichen einer Erholung – sowohl beim Wachstum als auch bei der Ertragslage“, sagt Thorsten Saal, Bereichsleiter Mathematik und Rating bei MORGEN & MORGEN.
Im Teilrating Erfolg profitierten die Anbieter von sinkenden Kosten und der weiteren Entlastung bei der Zinszusatzreserve (ZZR). Die Abschlusskostenquote sank auf 5,3 Prozent, die Verwaltungskostenquote auf 2,7 Prozent. Gleichzeitig erhöhte sich die Nettoverzinsung leicht auf 2,3 Prozent, während die Überschussquote mit 13 Prozent ein neues Hoch erreichte. Dass die Gesellschaften ihre Garantiezusagen zunehmend aus laufenden Kapitalerträgen erfüllen können, wertet Saal als positives Signal für die Ertragskraft.
Im Teilrating Bestand legte die Wachstumsquote auf 4,4 Prozent zu – der erste Anstieg seit Jahren. Treiber war vor allem das Neugeschäft mit Einmalbeiträgen. Die Stornoquote stieg dagegen leicht auf 4,6 Prozent. Saal spricht von einer „robusten Basis im Bestandsmanagement“, warnt aber vor überzogenen Erwartungen an die Nachhaltigkeit dieses Aufschwungs.
Das Teilrating Sicherheit bleibt der Stabilitätsanker der Branche. 49 Versicherer erreichen hier die Bestnote, die Solvency-II-Quoten liegen weiterhin komfortabel über den Mindestanforderungen. Der weitere Abbau der Zinszusatzreserve schafft Spielräume, stärkt Eigenmittel und Rückstellungen für Beitragsrückerstattungen.
Die 15 Lebensversicherer, die im Gesamtrating mit fünf Sternen bewertet wurden, in alphabethischer Reihenfolge:
- Allianz
- BL die Bayerische
- DLVAG
- Europa
- Hannoversche
- HanseMekur
- Inter
- InterRisk
- LV 1871
- Öfftl. Braunschweig
- Swiss Life
- ERGO Vorsorge
- uniVersa
- WGV
- WWK
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