Steigende Zinsen wirken weiter positiv auf die Lebensversicherung – doch die Dynamik lässt nach. Die aktuelle Analyse von MORGEN & MORGEN zeigt, wie sich die Überschussbeteiligungen 2026 entwickeln und warum sich der Markt zunehmend differenziert.
Positive Entwicklung setzt sich fort – aber mit geringerer Breite
Die Überschussbeteiligungen in der Lebensversicherung steigen auch 2026 weiter. Das zeigt der aktuelle M&M Marktblick Überschussbeteiligung 2026 des unabhängigen Analysehauses MORGEN & MORGEN. Zwar erhöhen weniger Versicherer als in den Vorjahren ihre Deklarationen, dennoch verbessert sich das durchschnittliche Niveau erneut.
Untersucht wurden die Überschussbeteiligungen von 50 deutschen Lebensversicherern – damit nahezu der gesamte Markt. Der Mittelwert steigt 2026 von 2,5 auf 2,6 Prozent. Gleichzeitig verschiebt sich auch das gesamte Spektrum nach oben: Die höchste Überschussbeteiligung liegt nun bei 3,6 Prozent, nachdem sie im Vorjahr noch 3,25 Prozent betrug. Auch das untere Ende verbessert sich – die niedrigste Beteiligung steigt von 1,75 auf 1,95 Prozent.
Weniger Erhöhungen – stabileres Marktbild
Während zu Beginn der Zinswende noch viele Anbieter ihre Überschussbeteiligungen anhoben, verlangsamt sich die Entwicklung nun deutlich. 2023 erhöhten noch 37 Versicherer ihre Deklarationen, 2024 waren es 18, für 2026 sind es 14 Gesellschaften. Der Großteil der Anbieter belässt die Überschussbeteiligung auf dem Vorjahresniveau. Ein Versicherer senkt seine Deklaration um 0,4 Prozentpunkte.
„Unabhängig von den einzelnen Erhöhungen liegt die Verzinsung inzwischen bei über zwei Drittel der Versicherer zwischen 2,00 und 2,95 Prozent. Nur ein Versicherer liegt noch knapp unter der Zwei-Prozent-Marke, während das verbleibende Drittel erfreuliche drei Prozent und mehr bietet“, ordnet Thorsten Saal, Bereichsleiter Mathematik & Rating bei MORGEN & MORGEN, die aktuellen Zahlen ein.
Neue Tarifgeneration profitiert vom Zinsumfeld
Treiber der Entwicklung bleibt das gestiegene Zinsniveau am Kapitalmarkt. Zusätzlich wirkt sich die Anhebung des Höchstrechnungszinses Anfang 2025 auf 1,00 Prozent positiv auf das Neugeschäft aus. In vielen Tarifen können Versicherer wieder höhere Garantiezinsen darstellen, was auch zuvor schwer kalkulierbare Produkte wie Riester-Tarife wieder attraktiver macht.
Allerdings nutzen nicht alle Anbieter diese Spielräume gleichermaßen. Unterschiede ergeben sich unter anderem aus der Bestandsstruktur, der Kapitalanlagepolitik und der strategischen Ausrichtung der Versicherer. Während in einzelnen Sparten – etwa der Biometrie – weiterhin niedrigere Rechnungszinsen zum Einsatz kommen, steht in der Altersvorsorge häufig das Ziel möglichst hoher Garantien im Vordergrund.
Überschussbeteiligung bleibt Ausdruck individueller Stärke
Aus Sicht von MORGEN & MORGEN spiegelt die Überschussbeteiligung zunehmend die individuelle wirtschaftliche Situation der einzelnen Anbieter wider. Der Markt zeigt sich stabil, aber heterogen – mit klaren Unterschieden in der Nutzung der verbesserten Rahmenbedingungen.
„Die Überschussbeteiligung spiegelt die individuelle Situation jedes Versicherers wider. Aktuell sehen wir einen stabilen Markt, der Versicherte wieder stärker an der positiven Entwicklung beteiligt und attraktivere Produkte ermöglicht“, fasst Saal zusammen.
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