65- bis 85-Jährige zeigen sich zufrieden

Veröffentlichung: 07.03.2017, 07:03 Uhr - Lesezeit 8 Minuten

Die große Mehrheit der 65- bis 85-Jährigen in Deutschland ist mit ihrem Leben zufrieden. Die materielle Situation dieser Generation hat sich in den vergangenen vier Jahren nochmals verbessert und der Gesundheitszustand ist stabil positiv. So lautet das Ergebnis der Generali Altersstudie 2017 und zeigt ein deutlich anderes Bild, als bei der Studie vor vier Jahren. Dies bestätigt nun die repräsentative Neuauflage, bei der 4.133 Personen befragt wurden Allerdings fallen Unterschiede zwischen sozialen Schichten und Regionen auf.

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Viele Menschen der Generation der 65- bis 85-Jährigen geben ihr gefühltes Alter geringer an als ihr tatsächliches – und zwar um rund 7,5 Jahre. Auffällig ist, dass diese Wahrnehmung übergreifend auch bei den 80- bis 85-Jährigen zu beobachten ist. Jeder Zweite (49 Prozent) dieser Altersgruppe fühlt sich allen Altersbeschwerden zum Trotz jünger als sein kalendarisches Alter.

Auf einer Skala von Null („überhaupt nicht zufrieden“) bis zehn („völlig zufrieden“) wählt die Altersgruppe im Durchschnitt die Skalenstufe 7,2. Auffällig ist, dass es regional gesehen in Deutschland keine wesentlichen Unterschiede gibt. Während Schleswig-Holstein das Ranking mit einem Wert von 7,5 anführt, liegt der Nachbar Mecklenburg-Vorpommern als Schlusslicht mit 6,8 nur unwesentlich zurück.

Mobilität ist gefragt

58 Prozent der 65- bis 85-Jährigen ist heute noch mit dem eigenen Auto unterwegs. Bei den 65- bis 69-Jährigen sind es 69 Prozent und somit mehr als doppelt so viele wie 1985 (30 Prozent). Bei den 80- bis 85-Jährigen ist der Anteil der Autofahrer sogar um mehr als das Zehnfache angestiegen. 38 Prozent dieser Altersklasse nutzen heute noch den eigenen PKW.

Steigende Alterseinkommen

62 Prozent ziehen eine positive Bilanz ihrer wirtschaftlichen Lage. Zehn Prozent bezeichnen ihre finanzielle Situation als sehr gut, 52 Prozent als gut. 31 Prozent der älteren Menschen in Deutschland bezeichnen ihre eigene wirtschaftliche Lage als durchschnittlich, sechs Prozent stufen sie als eher schlecht oder schlecht ein.

Doch die eigene positive Bilanz führt nicht dazu, dass die finanzielle Lage der eigenen Altersgruppe insgesamt als positiv eingeschätzt wird. Die wirtschaftliche Lage der Älteren in Deutschland wird deutlich negativer eingestuft als die eigene Situation. 48 Prozent der 65- bis 85-Jährigen gehen davon aus, dass die materielle Situation der meisten älteren Menschen in Deutschland mäßig ist; weitere 31 Prozent vermuten sogar, dass es den meisten ihrer Altersgenossen schlecht geht.

Insgesamt verfügen die 65- bis 85-Jährigen über ein Haushalts-Nettoeinkommen von durchschnittlich 2.410 Euro im Monat. Im Vergleich mit den Ergebnissen der Studie 2013 sind dies gut 200 Euro oder zehn Prozent mehr. Die persönlichen und frei verfügbaren Mittel der 65- bis 85-Jährigen sind in vier Jahren um 20 Prozent von monatlich 522 Euro auf 628 Euro gestiegen.

Doch es gibt Unterschiede: Das frei verfügbare Einkommen differiert zwischen 351 Euro bei Personen der Gruppe mit niedrigerem Einkommen und durchschnittlich 1.027 Euro bei Personen der Gruppe mit höherem Einkommen.

Positive Gesundheitsbilanz

40 Prozent der 65- der 85-Jährigen bewerten ihren Gesundheitszustand als uneingeschränkt positiv. Doch während 52 Prozent der 65- bis 85-Jährigen aus den höheren sozialen Schichten eine positive Bilanz ihres Gesundheitszustandes ziehen, ist dies nur bei 28 Prozent der Gleichaltrigen aus unteren sozialen Schichten der Fall.

Gleichzeitig kennen elf Prozent der 65- bis 85-Jährigen die Situation, auf Hilfe und Pflege durch andere angewiesen zu sein, aus eigener Erfahrung. Diese nehmen jenseits der 80 Jahre auf 21 Prozent zu. Insgesamt 20 Prozent der 65- bis 85-Jährigen sind mit der Situation konfrontiert, dass ihr Partner Pflege benötigt.

Unterschiede bei Technik und digitalen Medien

Jeder Zweite der 65- bis 85-Jährigen nutzt das Internet. Zwei Drittel der 65-bis 74-Jährigen sind im digitalen Netz unterwegs und bei den 75- bis 85-Jährigen ist es noch ein Drittel. Besonders stark unterscheidet sich die Internetnutzung in den verschiedenen Einkommensgruppen. Während gerade einmal 23 Prozent der 65- bis 85-Jährigen aus den unteren sozialen Schichten online aktiv sind, sind es bei den Gleichaltrigen aus der Oberschicht 81 Prozent.

Generell zeigt sich beim Thema Technik eine Spaltung: Insgesamt gaben 34 Prozent der 65- bis 85-Jährigen an, Interesse an neuer Technik zu haben. Bei Personen aus der Oberschicht waren es sogar mehr als die Hälfte (52 Prozent). Dagegen fühlen sich 39 Prozent aller Befragten von neuer Technik genervt und überfordert. Bei Personen mit niedrigerem sozio-ökonomischen Status sind es gar 51 Prozent.

Soziale Kontakte essenziell

Soziale Beziehungen sind von immenser Bedeutung – innerhalb und außerhalb der eigenen Familie. So schätzen drei Viertel der 65- bis 85-Jährigen das Zusammensein mit anderen Menschen. 73 Prozent der 65- bis 85-Jährigen haben Kinder und Enkelkinder. 25 Prozent der 65- bis 85-jährigen Eltern sehen ihre Kinder täglich oder fast täglich, weitere 29 Prozent mindestens einmal pro Woche. Zwei Drittel der 65- bis 85-Jährigen leben mit einem Partner zusammen. 69 Prozent greifen auf einen festen Freundes- und Bekanntenkreis zurück und treffen sich regelmäßig.

Drei Viertel aller 65- bis 85-Jährigen können sich in einer schwierigen Lage auf ihre Kinder und zwei Drittel auf ihren Partner verlassen. 53 Prozent sind sich der Hilfe guter Freunde bewusst. 39 Prozent bauen auf die Nachbarschaftshilfe. Dass es niemanden gibt, an den man sich in einer schwierigen Lage wenden kann, sagt gerade einmal einer von Hundert der heute 65- bis 85-Jährigen.

Das Gefühl gebraucht zu werden

Die Studie belegt auch, dass die Möglichkeit, trotz altersbedingter Einschränkungen am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können von zentraler Bedeutung ist. Dieses und auch die Übernahme von Verantwortung für das eigene und das Leben von Mitmenschen innerhalb und außerhalb der Familie sind besonders ausgeprägt. 42 Prozent der 65- bis 85-Jährigen engagieren sich derzeit ehrenamtlich. Auffallend sind regionale Unterschiede: Während sich in Brandenburg jeder Zweite (51 Prozent) ehrenamtlich betätigt, sind es in Thüringen lediglich 29 Prozent der Befragten.

Bild: © oneinchpunch / fotolia.com

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