Kaufkraft: regionale Variationen bis 50 Prozent
Mit 1.000 Euro Rente kann man unterschiedlich gut leben: Zu dem Ergebnis kommt eine Studie von Prognos, die die deutschen Versicherer im Rahmen der Initiative „7 Jahre länger“ in Auftrag gegeben haben. So müssen Rentner in München – dem teuersten Altersruhesitz – für Miete, Strom, Nahrungsmittel oder Kleidung rund 1.300 Euro zahlen, wofür im Bundesdurchschnitt nur 1.000 Euro fällig werden. Im niedersächsischen Landkreis Holzminden – dem bundesweit günstigsten Wohnort – kosten dieselben Leistungen sogar nur 860 Euro.
Prognos-Chefökonom Michael Böhmer erläutert:
„Das Preisgefälle zwischen den Regionen ist sehr groß. Was man sich im Ruhestand leisten kann, hängt nicht nur von der Rentenhöhe ab, sondern auch vom Standort. Am härtesten trifft es diejenigen, bei denen niedrige Rentenansprüche und hohe Lebenshaltungskosten zusammenkommen. Vor allem die Wohnkosten haben einen sehr starken Einfluss auf den Wohlstand im Alter.“
Teurer Süden, preiswerter Norden und Osten
Besonders teuer ist das Leben für Rentner in Bayern. Gleich sieben der bundesweit zehn teuersten Altersruhesitze befinden sich im Freistaat. Hinter der Landeshauptstadt liegen die Landkreise München und Starnberg auf den weiteren Plätzen im deutschlandweiten Ranking. Generell ist der wirtschaftsstarke Süden der Republik eher kostenintensiv: Gleich 40 der 50 teuersten Regionen verteilen sich auf Bayern, Baden-Württemberg und Hessen.
Preiswert ist das Rentnerleben dagegen zumeist in Nord- und Ostdeutschland, wo nur vier Kreise der 50 teuersten Regionen liegen. Das günstigste Bundesland ist Sachsen-Anhalt: In 11 der 14 Kreise des Landes liegen die Lebenshaltungskosten um mehr als zehn Prozent unter dem Bundesdurchschnitt. Kein anderes Land hat einen ähnlich hohen Anteil besonders günstiger Regionen. Auch Niedersachsen ist für Rentner oft erschwinglich. Dort befinden sich zehn der 50 günstigsten Kreise.
Kostenvergleich berücksichtigt Konsumverhalten der Senioren
Für die Auswertung hat Prognos die Lebenshaltungskosten der Rentner in 402 Landkreisen und kreisfreien Städten verglichen. Eigens dafür passte das Analysehaus den allgemeinen Warenkorb des Statistischen Bundesamtes an das Konsumverhalten der über 65-Jährigen an. Ausgaben für die Gesundheit erhielten beispielsweise ein höheres Gewicht. Die Kosten für Verkehr spielen dagegen eine geringere Rolle, weil Senioren gewöhnlich nicht mehr zur Arbeit pendeln.
Lebenskostenplaner ermittelt Finanzbedarf im Alter
Was man sich im Ruhestand noch leisten möchte, ist auch abhängig von persönlichen Vorlieben und Interessen. Ein neuer Lebenskostenplaner auf www.7jahrelaenger.de gibt einen Überblick über die jährlichen Ausgaben der Deutschen für ausgewählte Konsumbereiche und Produkte. Das Tool errechnet auf einfache Art auch die Gesamtausgaben für einen beliebigen Zeitraum – von einem Jahr bis maximal 35 Jahre.
Bild: © Q / fotolia.com
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