Oberster EU-Versicherungsaufseher pessimistisch

Veröffentlichung: 30.01.2015, 08:01 Uhr - Lesezeit 2 Minuten

Die Lage der europäischen Versicherer hat sich seit dem letztjährigen Stresstest verschlechtert, meint der Chef der EU-Versicherungsaufsicht EIOPA, Gabriel Bernardino. „Die Zinsen sind seitdem weiter gesunken. Deshalb würde es wohl früher zu Turbulenzen kommen als in acht Jahren, falls die Rahmenbedingungen gleich bleiben“, sagte Bernardino der Wirtschaftszeitung „Euro am Sonntag“. Er fügte an: „Um wie viel früher, kann ich nicht sagen, weil wir das noch nicht kalkuliert haben.“

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Im Dezember hatte Bernardino erklärt, dass einige Versicherer in acht bis elf Jahren Schwierigkeiten bekommen könnten, falls die Zinsen so niedrig blieben wie damals. Der Eiopa-Stresstest hatte ergeben, das in einem solchen Fall 24 Prozent von 250 untersuchten Versicherern ihre Kapitalanforderungen nach den neuen EU-Vorschriften „Solvency II“ nicht mehr erfüllen könnten.

Die verbesserten Geschäftsergebnisse der deutschen Lebensversicherer beeindrucken Bernardino nicht: „Mehr Einnahmen bedeuten mehr Provisionen. Das ist zwar angenehm, löst aber die grundsätzlichen Schwierigkeiten nicht“, sagte er „Euro am Sonntag" und verwies auf die hohen Garantien, die in der Vergangenheit gegenüber Kunden ausgesprochen wurden. Die deutschen Lebensversicherer hatten 2014 ihre Prämieneinnahmen gegenüber 2013 überraschend steigern können.

Bild: © Popescu Gelu Sorin/fotolia.com

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