Tagesgeldzinsen legen nach EZB-Zinspause wieder zu
Nach massiven Einbrüchen zeigen sich am Tagesgeldmarkt erste Erholungstendenzen. Bundesweit verfügbare Angebote steigen wieder leicht an – doch nicht alle Institute ziehen mit.
Nach Monaten deutlicher Rückgänge steigen die Tagesgeldzinsen erstmals seit Februar 2024 wieder an. Eine aktuelle Verivox-Auswertung von rund 800 Banken und Sparkassen zeigt: Bundesweit verfügbare Angebote bringen derzeit durchschnittlich 1,28 Prozent Zinsen – ein Plus von 0,12 Prozentpunkten gegenüber Anfang August.
„Der Absturz war in dieser Heftigkeit sicher ein Stück weit übertrieben. Darum erleben wir nun die Korrektur, nachdem die Währungshüter der EZB die Leitzinsen beim letzten Notenbanktermin im Juli unverändert ließen“, sagt Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH. Er sieht weiteres Potenzial: Sollte der EZB-Rat auch im September keine Zinssenkung beschließen, könnten die Tagesgeldzinsen weiter steigen.
Sparkassen bleiben weit zurück
Während bundesweit verfügbare Angebote anziehen, zeigt sich bei vielen regionalen Instituten kaum Bewegung. Sparkassen bieten im Schnitt lediglich 0,38 Prozent, Genossenschaftsbanken 0,42 Prozent. Damit liegen ihre Konditionen mehr als drei Mal so niedrig wie bei überregionalen Wettbewerbern.
Festgeld wieder über alle Laufzeiten im Plus
Auch beim Festgeld zeigt die Analyse steigende Werte. Anlagen mit zwei Jahren Laufzeit bringen aktuell durchschnittlich 1,98 Prozent, bei zehnjährigen Festgeldern liegt der Schnitt bei 2,36 Prozent – ein Anstieg um 0,1 Prozentpunkte.
„Infolgedessen und weil wir bei den langfristigen Sparanlagen auch gegenwärtig die stärksten Zinsanstiege verzeichnen, werden diese im Marktschnitt mittlerweile wieder spürbar höher verzinst als Festgelder mit kürzeren Laufzeiten“, erklärt Maier.
Methodik:
Für die Analyse wurden Tages- und Festgeldzinsen von rund 800 Banken und Sparkassen mit Stand 8. September 2025 ausgewertet. Berücksichtigt wurden alle Institute, die ihre Konditionen online frei zugänglich veröffentlichen. In die Berechnung flossen ausschließlich Bestandskundenkonditionen ein, befristete Aktionszinsen für Neukunden wurden nicht berücksichtigt.
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