Fast 492 Milliarden Euro direkte Krankheitskosten im Jahr 2023 – vor allem verursacht durch Kreislauferkrankungen und psychische Leiden. Diese Hauptursachen spiegeln sich auch in den Statistiken zur Berufsunfähigkeit wider.
Die direkten Krankheitskosten in Deutschland haben 2023 mit 491,6 Milliarden Euro einen neuen Höchststand erreicht. Das sind 61,5 Milliarden Euro mehr als im Jahr 2020 und 154,5 Milliarden Euro mehr als 2015. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, lagen die durchschnittlichen Pro-Kopf-Kosten bei 5.900 Euro – ein Anstieg um 12,7 Prozent gegenüber 2020.
Mehr als die Hälfte der Gesamtkosten entfiel auf nur fünf Krankheitsgruppen. Den größten Anteil hatten Krankheiten des Kreislaufsystems mit 64,6 Milliarden Euro (13,1 Prozent) sowie psychische und Verhaltensstörungen mit 63,3 Milliarden Euro (12,9 Prozent). Es folgten Krankheiten des Verdauungssystems (10,3 Prozent), Muskel-Skelett-Erkrankungen (10,1 Prozent) und Neubildungen wie Krebserkrankungen (9,7 Prozent).
Hohe Kosten im Alter – Unterschiede zwischen den Geschlechtern
Über die Hälfte aller Krankheitskosten (261,8 Milliarden Euro) entfiel auf Menschen ab 65 Jahren. In dieser Altersgruppe lagen die durchschnittlichen Pro-Kopf-Kosten bei 14.070 Euro, während sie bei Hochbetagten über 85 Jahren sogar 28.860 Euro erreichten. Frauen verursachten mit 6.490 Euro pro Kopf im Schnitt 22,5 Prozent höhere Kosten als Männer (5.300 Euro). Dies hängt neben geschlechtsspezifischen Erkrankungen vor allem mit der höheren Lebenserwartung zusammen: Knapp zwei Drittel der über 85-Jährigen sind weiblich.
Parallelen zur Berufsunfähigkeit
Die kostenintensivsten Krankheitsarten decken sich weitgehend mit den häufigsten Ursachen für Berufsunfähigkeit. Psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen stellen seit Jahren den größten Einzelblock dar, gefolgt von Erkrankungen des Bewegungsapparats und Herz-Kreislauf-Leiden. Für Versicherer und Vermittler unterstreichen die Zahlen, wie wichtig Prävention, frühzeitige Diagnostik und passender Berufsunfähigkeitsschutz sind – nicht nur für ältere, sondern auch für jüngere Versicherte.
Über die Studie:
Die Krankheitskostenrechnung von Destatis erfasst die direkten Kosten von Erkrankungen, gegliedert nach Alter, Geschlecht und Versorgungsbereich. Berücksichtigt werden Ausgaben für medizinische Behandlungen, Prävention, Rehabilitation und Pflege. Die Daten sind für die Jahre 2015, 2020 und 2023 vergleichbar. Erstmalig werden auch eindeutig COVID-19 zuordenbare Kosten ausgewiesen, darunter Impfstoffbeschaffung, Testkosten-Erstattungen und pandemiebedingte Ausgleichszahlungen. Behandlungskosten sowie privat gekaufte Tests oder Masken sind nicht enthalten.
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