R+V Infocenter: Schulzeit im Ausland – So sichern Eltern ihr Kind richtig ab

Veröffentlichung: 21.04.2026, 16:04 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Jedes Jahr verbringen Tausende 15- bis 17-Jährige ein halbes oder ganzes Jahr an einer Schule im Ausland. „Bevor Eltern Versicherungen für das Ausland abschließen, sollten sie die Leistungen ihrer vorhandenen Policen prüfen“, rät Benny Barthelmann, Haftpflichtexperte bei der R+V Versicherung. Bei einigen Austauschorganisationen sind die Versicherungen im Programmpreis enthalten oder können mitgebucht werden.

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Schulzeit im Ausland – Versicherungsschutz für Schülerinnen und SchülerSchulzeit im Ausland – Versicherungsschutz für Schülerinnen und SchülerAdobe

Krankenversicherung ist unverzichtbar

Das Wichtigste bei jedem Auslandsaufenthalt ist eine gute Krankenversicherung. Sie sollte Kosten für Arztbesuche, Medikamente, Klinikaufenthalte und medizinisch notwendige Rücktransporte abdecken. Die gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland übernimmt diese Kosten meist nicht vollständig und nicht für jedes Reiseland. Deshalb ist in der Regel eine private Zusatzversicherung notwendig.

Haftpflichtversicherung: Oft mitversichert, aber nicht automatisch weltweit

Ebenso wichtig ist die private Haftpflichtversicherung. „Sie deckt Schäden ab, die die Schülerinnen und Schüler bei anderen verursachen“, sagt Benny Barthelmann von der R+V. Kinder sind während der Schulausbildung in der Regel bei den Eltern mitversichert. Ob der Versicherungsschutz jedoch auch im Ausland gilt, hängt vom Vertrag ab. „Eltern sollten diesen Punkt mit ihrer Versicherung klären und den Vertrag bei Bedarf anpassen“, ergänzt der Experte.

Länderspezifische Besonderheiten

Die Anforderungen an den Versicherungsschutz unterscheiden sich je nach Zielland deutlich:

  • USA: Sehr hohe Anforderungen durch das J-1-Visum. Es wird meist eine Krankenversicherung mit hoher Deckungssumme (mehrere Millionen US-Dollar) verlangt. Die gesetzliche deutsche Krankenversicherung reicht hier in der Regel nicht aus.
  • Australien und Neuseeland: Hohe medizinische Standards, aber teure ambulante und zahnärztliche Behandlungen. Eine Auslandskrankenversicherung mit unbegrenzter Deckung ist empfehlenswert.
  • Großbritannien: Die EHIC-Karte deckt nur Notfälle ab. Private Behandlungen, Rücktransporte und Haftpflichtschäden sind nicht enthalten.
  • Kanada: Hohe Behandlungskosten, vor allem in den großen Städten. Eine Police mit Rücktransport und hoher Deckung ist ratsam.

Weitere wichtige Absicherungen

Die gesetzliche Unfallversicherung leistet bei Auslandsaufenthalten nicht. Deshalb sollten Eltern prüfen, ob sie eine private Unfallversicherung für ihr Kind abschließen. Sinnvoll sein kann zudem eine Reisegepäckversicherung für wertvolle Gegenstände sowie eine Reiserücktrittsversicherung zum Schutz vor Stornokosten. In manchen Ländern empfiehlt sich außerdem die Eintragung in die Krisenvorsorgeliste ELEFAND des Auswärtigen Amts.

Frühzeitig planen lohnt sich

Das R+V Infocenter macht deutlich: Der beste Schutz entsteht durch eine sorgfältige Prüfung der bestehenden Verträge und gezielte Ergänzungen. Besonders bei längeren Aufenthalten in Übersee kann eine unzureichende Absicherung schnell zu hohen finanziellen Belastungen führen.

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