Private Krankenversicherung: Beitragserhöhungen deuten sich bereits an

Veröffentlichung: 07.08.2025, 15:08 Uhr - Lesezeit 3 Minuten

Steigende Kosten in der ambulanten, stationären und zahnmedizinischen Versorgung setzen die PKV unter Druck. Doch wie stark könnten sich diese Entwicklungen 2026 in den Beiträgen niederschlagen – und lässt sich der Anstieg womöglich noch abfedern?

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Steigende Kosten in der ambulanten, stationären und zahnmedizinischen Versorgung setzen die PKV unter Druck.Steigende Kosten in der ambulanten, stationären und zahnmedizinischen Versorgung setzen die PKV unter Druck.DALL-E

Die Leistungsausgaben der privaten Krankenversicherung steigen weiter deutlich an. Das zeigen aktuelle vorläufige Zahlen des PKV-Verbands für das erste Halbjahr 2025. Demnach erhöhten sich die Ausgaben in der ambulanten Versorgung um 7,5 Prozent auf 9,26 Milliarden Euro, während im zahnmedizinischen Bereich ein Zuwachs von 6,82 Prozent auf 2,94 Milliarden Euro verzeichnet wurde.

Laut Holger Eich, Geschäftsführer und Chef-Mathematiker des PKV-Verbands, setzt sich damit der Trend aus den Vorjahren fort. Besonders deutlich sei der Anstieg im Bereich der stationären Versorgung, wo die Ausgaben für allgemeine Krankenhausleistungen 2024 um über 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen seien. Die Gründe dafür seien vergleichbar mit der Situation in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), da für stationäre Behandlungen identische Vergütungssätze gelten.

Ein weiterer Kostentreiber sei der medizinische Fortschritt, so Eich. Als Beispiel nennt er die Gürtelrose-Impfung, für die die PKV im Jahr 2019 noch 8,3 Millionen Euro zahlte – 2023 waren es bereits 108,8 Millionen Euro. Für die kommenden Jahre erwartet der Verband zudem zusätzliche Ausgaben durch strukturelle Reformen wie die geplante Vorhaltevergütung im Rahmen der Krankenhausreform.

Die Folge: Es mehren sich Signale, dass Anfang 2026 deutliche Beitragserhöhungen auf Privatversicherte zukommen könnten. Zwar seien aktuell noch keine konkreten Zahlen verfügbar, da die Unternehmen sich noch mit den jeweiligen Treuhändern abstimmen. Doch selbst bei Rückgriff auf vorhandene Rückstellungen zur Beitragsbegrenzung sei absehbar, dass ein Großteil der Versicherten betroffen sein werde.

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