Mit KI zum digitalen Abschluss: die Bayerische und muffintech starten Pilotprojekt zur Antragsunterstützung

Veröffentlichung: 25.07.2025, 09:07 Uhr - Lesezeit 5 Minuten

Die Versicherungsgruppe die Bayerische und das Technologie-Start-up muffintech starten ein gemeinsames Pilotprojekt zur digitalen Vertriebsunterstützung in der Sachversicherung. Im Zentrum steht der KI-Assistent LEA, der Kunden durch den Online-Antragsprozess begleitet und in Echtzeit Fragen beantwortet. Der erste Einsatz erfolgt im Bereich der Zahnzusatzversicherung, weitere Sparten wie die Hausratversicherung sollen kurzfristig folgen.

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Simon Moser (CEO muffintech) und Joachim Zech (GF die Bayrische Online-Versicherungsagentur und -Marketing GmbH)Simon Moser (CEO muffintech) und Joachim Zech (GF die Bayrische Online-Versicherungsagentur und -Marketing GmbH)die Bayrische

KI als Begleiter im Antragsprozess

Mit LEA („Liefert. Einfach. Antworten.“) setzen die Projektpartner auf eine dialogbasierte Lösung, die weit über klassische Chatbots hinausgeht. LEA steht direkt auf der Website der Bayerischen zur Verfügung und unterstützt Versicherungsinteressierte nicht nur bei der Produktauswahl, sondern auch während des gesamten Antragsprozesses. Dabei gibt die KI nicht nur allgemeine Informationen, sondern hilft auch bei konkreten Fragen zu Eingabefeldern und Abläufen und ist bestens mit den Prozessen vertraut.

„LEA beantwortet Fragen genau in dem Moment, in dem sie entstehen. So wird der digitale Abschluss für unsere Kundinnen und Kunden einfacher, intuitiver und schneller. Alternativ erhält unser Vermittler einen sehr gut vorqualifizierten Lead mit hoher Abschlusswahrscheinlichkeit“, betont Joachim Zech, Geschäftsführer die Bayrische Online-Versicherungsagentur und -Marketing GmbH (BOAM).

Versicherungswissen auf IHK-Niveau

Technische Grundlage des Projekts ist der muffintech Insurance Core, ein KI-gestütztes Wissensmodul, das gemeinsam mit der GOING PUBLIC! Akademie für Finanzberatung entwickelt wurde. Die Inhalte orientieren sich an den Anforderungen der Versicherungsvermittlung nach § 34d GewO und wurden in einem Testverfahren, das der IHK-Zertifizierung nachempfunden ist, auf ihre Qualität geprüft – mit einem Ergebnis von 98 % der möglichen Punkte.nDamit kann die KI nicht nur einfache Fragen beantworten, sondern auch komplexe Beratungssituationen kontextbezogen unterstützen.

Strategischer Einsatz im Vertrieb – nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung

Mit dem Pilotprojekt bringen die Bayerische und muffintech einen praxisorientierten KI-Ansatz in den Antragsprozess der Versicherungsbranche. Für die Bayerische markiert das Projekt einen strategischen Schritt in der digitalen Transformation des Vertriebs. Die KI wird nicht nur zur Serviceautomatisierung eingesetzt, sondern gezielt zur Verkaufsunterstützung in der Sachversicherung.

Martin Gräfer, Vorstandsvorsitzender der BA die Bayerische Allgemeine, ordnet ein:

„Mit LEA setzen wir einen neuen Maßstab für den digitalen Versicherungsabschluss. Unser Ziel ist es, den Online-Prozess so einfach und verständlich wie möglich zu gestalten. KI kann hier einen echten Mehrwert schaffen, indem sie Kundinnen und Kunden individuell begleitet, Fragen in Echtzeit beantwortet und Unsicherheiten ausräumt. Gleichzeitig bleibt für uns klar: Die persönliche Beratung steht über allem. Wir sehen LEA als wertvolle Ergänzung, nicht als Ersatz.“

Die technische Kompetenz von muffintech im Bereich Conversational AI trifft auf ein realitätsnahes Anwendungsfeld mit klar definiertem Mehrwert für Endkunden und Vertrieb. Besonders hervorzuheben ist der qualitätsgesicherte Wissenshintergrund der Lösung, der über reine Textgenerierung hinausgeht. Sollte sich das Modell auch in anderen Versicherungssparten bewähren, könnte es als Blaupause für weitere KI-basierte Vertriebsunterstützung im Markt dienen.

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