Baufinanzierung: Weniger Eigenkapital, längere Rückzahlungszeiträume

Veröffentlichung: 10.07.2025, 13:07 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Die aktuellen Zahlen des Dr. Klein Trendindikators Baufinanzierung (DTB) für Juni 2025 zeigen eine wachsende Finanzierungslücke bei Immobilienkäufen in Deutschland. Demnach steigt der Beleihungsauslauf – also der Anteil des Fremdkapitals am Beleihungswert – auf 87,18 Prozent und markiert damit den höchsten Wert seit Jahresbeginn. Käufer*innen bringen damit anteilig weniger Eigenkapital in ihre Finanzierung ein als noch im Mai (86,32 %) oder im Juni 2024 (86,51 %).

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Die aktuellen Zahlen des Dr. Klein Trendindikators Baufinanzierung (DTB) für Juni 2025 zeigen eine wachsende Finanzierungslücke bei Immobilienkäufen in Deutschland.Die aktuellen Zahlen des Dr. Klein Trendindikators Baufinanzierung (DTB) für Juni 2025 zeigen eine wachsende Finanzierungslücke bei Immobilienkäufen in Deutschland.DALL-E

Parallel dazu sinkt der anfängliche Tilgungssatz im Juni auf 1,69 Prozent – der niedrigste Wert seit Juli 2011. Eine niedrigere Tilgung reduziert zwar die monatliche Belastung, verlängert jedoch die Laufzeit und erhöht die Gesamtzinslast. „Die Tilgung ist ein entscheidender Stellhebel für die langfristige Rückzahlungsdauer und die Gesamtbelastung einer Baufinanzierung. Gerade bei gestiegenen Immobilienpreisen ist eine sorgfältige Planung wichtiger denn je“, so eine Einschätzung von Dr. Klein.

Die durchschnittliche Darlehenssumme stieg im Juni auf 314.000 Euro – ein Zuwachs um 1.000 Euro im Vergleich zum Vormonat und 8.000 Euro mehr als im Juni des Vorjahres. Die Standardrate für ein Modellvorhaben (300.000 Euro Darlehen, 2 % Tilgung, 10 Jahre Zinsbindung) kletterte auf 1.458 Euro, was einem leichten Anstieg gegenüber Mai entspricht.

Auch der Anteil an KfW-Darlehen im Baufinanzierungsvolumen legte leicht zu: Mit 8,04 Prozent lag der Anteil erstmals in diesem Jahr über der Acht-Prozent-Marke. Noch vor einem Jahr, im Juni 2024, lag der Wert allerdings höher bei 8,56 Prozent. Die gestiegene Nachfrage nach KfW-Darlehen dürfte auf das gestiegene Zinsniveau sowie staatliche Förderprogramme zurückzuführen sein.

Ein weiterer Trend betrifft die Zinsbindung: Im Juni lag die durchschnittliche Laufzeit bei zehneinhalb Jahren – ein leichter Rückgang im Vergleich zum Mai. Vor einem Jahr sicherten sich Darlehensnehmende die Konditionen durchschnittlich noch für elf Jahre. Dies deutet auf eine gewisse Lockerung der Sicherheitsorientierung hin – möglicherweise auch aus Kostengründen.

Insgesamt zeigen die Zahlen, dass sich die Rahmenbedingungen für Baufinanzierungen weiter verschieben: Weniger Eigenkapital, niedrigere Tilgung und tendenziell kürzere Zinsbindungen sprechen für eine höhere monatliche Flexibilität, bergen aber auch langfristige Risiken. Eine frühzeitige Beratung und realistische Budgetplanung bleiben damit essenziell.

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