Export unter Druck: Unternehmen sehen geopolitische Risiken als Top-Bedrohung
Die Mehrheit der Unternehmen weltweit rechnet 2025 mit finanziellen Verlusten durch geopolitische Entwicklungen – ausgelöst unter anderem durch Zölle, Sanktionen oder Cyberattacken. Das zeigt der neue „Political Risk Survey“ von Willis (WTW) und Oxford Analytica.
Besonders stark betroffen: die exportorientierte Wirtschaft im DACH-Raum. Hier erwarten 82 Prozent der Befragten Verluste – 26 Prozentpunkte mehr als im globalen Durchschnitt.
„Unternehmen sehen sich heute mit derart vielen Unsicherheiten konfrontiert, dass sie gezwungen sind, neue Märkte zu erschließen oder auch Produktionsstandorte abzuwägen“, sagt Lukas Nazaruk, Head of Corporate Risk & Broking Deutschland und Österreich bei Willis. Doch es mangele vielerorts an fundierter Lagebeurteilung.
Die Risiken sind vielfältig: Neben den klassischen politischen Konflikten (etwa in Russland, China oder der Ukraine) zählen auch „Gray Zone Aggressions“ wie wirtschaftliche Vergeltungsmaßnahmen, staatlich gesteuerte Cyberangriffe und Infrastruktursabotage zu den größten Bedrohungen. Besonders wachsam zeigen sich die DACH-Unternehmen bei diesen Entwicklungen – zugleich aber noch zurückhaltend bei konkreten Schutzmaßnahmen. Nur etwa ein Viertel der befragten Firmen setzt auf spezielle Versicherungslösungen.
„Viele Bedrohungen liegen gleichauf, sind miteinander verwoben oder bedingen sich – das schafft eine Unberechenbarkeit, mit der die Wirtschaft in den kommenden Jahrzehnten umgehen lernen muss“, warnt Nazaruk.
Unternehmen, die frühzeitig auf Szenarienplanung, fundierte Länderanalysen und gezielte Absicherung setzen, könnten sich einen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Laut Willis bieten spezialisierte Versicherungen nicht nur Schutz, sondern auch Zugang zu entscheidungsrelevanten Informationen über politische Entwicklungen und potenzielle Hotspots.
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