Risikomanagement unter Druck: Unternehmen erwarten Engpässe bei Sach- und Cyberdeckungen

Veröffentlichung: 03.07.2025, 14:07 Uhr - Lesezeit 3 Minuten

Ob Kriege, Handelskonflikte oder Cyberattacken: Die Liste globaler Risiken wird länger – und stellt Unternehmen wie Versicherer vor neue Herausforderungen. Beim diesjährigen Risk Summit von Willis Towers Watson (WTW) diskutierten mehr als 60 Risikoverantwortliche aus mittelständischen und großen Unternehmen über ihre größten Sorgen. Besonders brisant: Die Befragten erwarten 2025 spürbare Kapazitätsengpässe in der Versicherungsbranche.

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Unternehmen erwarten Engpässe bei Sach- und Cyberdeckungen (Symbolbild).Unternehmen erwarten Engpässe bei Sach- und Cyberdeckungen (Symbolbild).DALL-E

Laut Umfrage rechnen 40 Prozent der Unternehmen mit Engpässen in der Sachversicherung – insbesondere bei hoch exponierten Risiken wie Naturkatastrophen oder geopolitischen Ereignissen. Auch in der Cyberversicherung sieht über ein Drittel (36 Prozent) potenzielle Versorgungslücken. Der Markt sei zwar für weniger exponierte Risiken weiterhin kompetitiv, betont Lukas Nazaruk, Head of Corporate Risk & Broking Deutschland und Österreich bei Willis. Doch für komplexe Gefahren bleibe die Lage angespannt.

Der Bedarf an spezialisierten Lösungen wächst, doch das Angebot hinkt häufig hinterher. „Die Versicherungswirtschaft muss bedarfsgerechte Angebote schaffen, die individuell auf Kundenrisiken zugeschnitten sind“, so Nazaruk. Dies gelte insbesondere für politische Risiken, wo bislang nur ein Bruchteil der Unternehmen abgesichert sei. So gaben nur eines von 31 Unternehmen an, bereits eine Police gegen politische Risiken abgeschlossen zu haben.

Die Konsequenz: Unternehmen wünschen sich mehr Flexibilität, passgenaue Lösungen und strategische Beratung. Die zunehmende Vernetzung von Risiken erfordere neue Herangehensweisen – ein Punkt, der auch auf dem Summit intensiv diskutiert wurde.

Auch Keynote-Speakerin Dr. Antonia Rados betonte in ihrer Rede, wie sehr sich die globale Sicherheitslage verändert habe. „Die Großmächte garantieren die internationale Ordnung nicht mehr“, so die langjährige TV-Korrespondentin. Eine Entwicklung, auf die sich auch Unternehmen in ihrem Risikomanagement einstellen müssen – inklusive der Suche nach passenden Versicherungsdeckungen.

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