Sorgen vor dem Ruhestand: Jeder Dritte gibt sich die Note fünf oder sechs

Veröffentlichung: 28.05.2025, 12:05 Uhr - Lesezeit 3 Minuten

Viele über 50-Jährige sehen ihre finanzielle Absicherung im Alter kritisch – und handeln dennoch nicht, zeigt eine aktuelle YouGov-Umfrage im Auftrag von Standard Life. Warum das Thema Ruhestandsplanung mehr Aufmerksamkeit braucht.

(PDF)
Viele über 50-Jährige sehen ihre finanzielle Absicherung im Alter kritisch – und handeln dennoch nicht.Viele über 50-Jährige sehen ihre finanzielle Absicherung im Alter kritisch – und handeln dennoch nicht.DALL-E

Wie gut sind die Deutschen ab 50 auf ihren Ruhestand vorbereitet? Eine aktuelle Umfrage von YouGov im Auftrag von Standard Life kommt zu einem ernüchternden Ergebnis: Fast jeder dritte Befragte (31 %) bewertet die eigene Vorsorge für das Rentenalter mit der Schulnote vier minus oder schlechter – konkret mit „mangelhaft“ (16 %) oder „ungenügend“ (15 %). Nur rund ein Viertel (26 %) fühlt sich „gut“ oder „sehr gut“ abgesichert. Die Durchschnittsnote liegt bei 3,66.

Zugleich geht die Mehrheit davon aus, im Ruhestand mit weniger Geld auskommen zu müssen: 57 Prozent erwarten ein deutlich geringeres, weitere 24 Prozent ein leicht reduziertes Einkommen. Gleichzeitig rechnen aber nur 43 Prozent mit sinkenden Ausgaben, während 39 Prozent gleichbleibende und 12 Prozent sogar steigende Kosten erwarten.

Trotz dieser Perspektive verzichtet ein Großteil auf aktive Planung: 69 Prozent der Befragten haben bislang keinen Überblick über ihre künftigen Einnahmen und Ausgaben im Ruhestand erstellt.
Christian Nuschele, Head of Distribution bei Standard Life, sieht in den Ergebnissen einen klaren Handlungsauftrag: „Unsere Befragung hat gezeigt, dass viele Menschen, die nahe am oder bereits im Rentenalter sind, dringend Beratungsbedarf haben.“ Die Ruhestandsplanung sei komplexer als klassische Altersvorsorge, da sie viele individuelle Faktoren berücksichtigen müsse – etwa bestehende Vermögenswerte, die Liquidität im Alter oder offene Verbindlichkeiten.

Als wichtigste Eigenschaften bei Geldanlagen im Ruhestand nannten die Befragten Sicherheit (34 %), lebenslange Rentenzahlungen (24 %), Flexibilität (21 %), Inflationsschutz (20 %) und die Absicherung von Angehörigen (18 %).
Standard Life setzt deshalb auf gezielte Weiterbildung und fördert die Initiative Ruhestandsplanung. Ziel: Vermittlerinnen für diese Phase des Lebens zu qualifizieren – und Kundinnen rechtzeitig bei der sinnvollen Verwendung ihrer Rücklagen zu unterstützen.

(PDF)

LESEN SIE AUCH

Drei von vier Frauen kümmern sich selbst um ihre Altersvorsorge. Doch trotz Eigenverantwortung bleibt die finanzielle Sicherheit im Alter oft unsicher.Drei von vier Frauen kümmern sich selbst um ihre Altersvorsorge. Doch trotz Eigenverantwortung bleibt die finanzielle Sicherheit im Alter oft unsicher.DALL-E
Fürs Alter

Altersvorsorge: Frauen übernehmen Verantwortung – und stoßen an Grenzen

Drei von vier Frauen kümmern sich selbst um ihre Altersvorsorge. Doch trotz Eigenverantwortung bleibt die finanzielle Sicherheit im Alter oft unsicher. Eine aktuelle DEVK-Studie zeigt, woran es liegt – und welche Produkte Frauen wirklich wollen.
Die Frühstartrente stößt bei vielen Eltern auf Zustimmung. Ob daraus langfristig zusätzliche Eigenvorsorge entsteht, hängt nach einer aktuellen Studie vor allem von verständlichen Regeln und einfacher Umsetzung ab.Die Frühstartrente stößt bei vielen Eltern auf Zustimmung. Ob daraus langfristig zusätzliche Eigenvorsorge entsteht, hängt nach einer aktuellen Studie vor allem von verständlichen Regeln und einfacher Umsetzung ab.Redaktion experten.de / KI-generiert
Fürs Alter

Frühstartrente: Viele Eltern wollen zunächst nur den staatlichen Zuschuss nutzen

Die Frühstartrente stößt bei vielen Eltern auf Zustimmung. Doch zwischen grundsätzlicher Offenheit und konkreter Vorsorge klafft eine deutliche Lücke. Eine aktuelle YouGov-Studie zeigt: Jeder vierte Elternteil will zunächst ausschließlich den staatlichen Zuschuss von zehn Euro monatlich nutzen. Gleichzeitig wünschen sich viele einfachere Strukturen und mehr Orientierung.
Andreas Runkler, Bereichsleiter Produktentwicklung Leben bei der Zurich Gruppe DeutschlandAndreas Runkler, Bereichsleiter Produktentwicklung Leben bei der Zurich Gruppe DeutschlandZurich Gruppe Deutschland
Fürs Alter

Altersvorsorge: „Entscheidend ist, Vorsorge als lebenslange Einkommensplanung zu denken“

Die Menschen in Deutschland leben länger und müssen ihren Ruhestand über immer längere Zeiträume finanzieren. Experten sehen deshalb einen Wandel in der Altersvorsorge: Weg von der reinen Sparaufgabe, hin zur langfristigen Einkommensplanung. „Entscheidend ist, Vorsorge als lebenslange Einkommensplanung zu denken“, sagt Andreas Runkler von der Zurich Gruppe Deutschland.
Eine Scheidung kann langfristige Folgen für Vermögen, Rücklagen und private Altersvorsorge haben. Besonders nach langen Ehejahren geraten bestehende Vorsorgepläne häufig unter Druck.Eine Scheidung kann langfristige Folgen für Vermögen, Rücklagen und private Altersvorsorge haben. Besonders nach langen Ehejahren geraten bestehende Vorsorgepläne häufig unter Druck.Redaktion experten.de / KI-generiert
Fürs Alter

Allianz Vorsorge Index 2026: Scheidung wird zum Risiko für die Altersvorsorge

Viele Deutsche unterschätzen offenbar die finanziellen Folgen einer Scheidung – insbesondere mit Blick auf die Altersvorsorge. Der Allianz Vorsorge Index 2026 zeigt: Geschiedene bewerten ihre finanzielle Situation und ihre Kenntnisse über gemeinsame Vorsorge deutlich kritischer als Paare in bestehenden Beziehungen.

Unsere Themen im Überblick

Informieren Sie sich über aktuelle Entwicklungen und Hintergründe aus zentralen Bereichen der Branche.

Themenwelt

Praxisnahe Beiträge zu zentralen Themen rund um Vorsorge, Sicherheit und Alltag.

Wirtschaft

Analysen, Meldungen und Hintergründe zu nationalen und internationalen Wirtschaftsthemen.

Management

Strategien, Tools und Trends für erfolgreiche Unternehmensführung.

Recht

Wichtige Urteile, Gesetzesänderungen und rechtliche Hintergründe im Überblick.

Finanzen

Neuigkeiten zu Märkten, Unternehmen und Produkten aus der Finanzwelt.

Assekuranz

Aktuelle Entwicklungen, Produkte und Unternehmensnews aus der Versicherungsbranche.

Die neue Ausgabe kostenlos im Kiosk

Werfen Sie einen Blick in die aktuelle Ausgabe und überzeugen Sie sich selbst vom ExpertenReport. Spannende Titelstories, fundierte Analysen und hochwertige Gestaltung – unser Magazin gibt es auch digital im Kiosk.

"Der Vermittler muss Herr seiner Daten bleiben"
Ausgabe 07/26

"Der Vermittler muss Herr seiner Daten bleiben"

Klaus Liebig und Robert Schmidt, Geschäftsführer der vfm Gruppe
"Nicht laut, aber immer noch relevant"
Ausgabe 05/26

"Nicht laut, aber immer noch relevant"

Wibke Becker - Generalbevollmächtigte & Leiterin Maklervertrieb - Continentale - Mannheimer - EUROPA
"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."
Ausgabe 03/26

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."

Frank Kettnaker und Christian Pape - Vorstand ALH Gruppe
"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."
Ausgabe 10/25

"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."

Jens Göhner, Leiter Produktmanagement der Stuttgarter
"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"
Ausgabe 07/25

"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"

Was bedeutet Unabhängigkeit im Versicherungsvertrieb wirklich?
"Das Gesamtpaket muss stimmen"
Ausgabe 05/25

"Das Gesamtpaket muss stimmen"

Bernd Einmold & Sascha Bassir
Kostenlos

Alle Ausgaben entdecken

Blättern Sie durch unser digitales Archiv im Kiosk und lesen Sie alle bisherigen Ausgaben des ExpertenReports. Zur Kiosk-Übersicht