Bauzinsen im Spannungsfeld von EZB-Politik und US-Handelskonflikten
Die Baufinanzierungszinsen zeigen sich im April stabil – vorerst. Die Märkte spekulieren auf eine Leitzinssenkung der EZB, während Handelskonflikte unter US-Präsident Trump für Unsicherheit sorgen. Qualitypool-Geschäftsführer Antonio Skoro ordnet die aktuelle Entwicklung ein.
Die Bauzinsen in Deutschland bewegen sich im April bislang seitwärts. Laut aktuellen Angaben liegen die Bestzinsen für 10-jährige Zinsbindungen bei etwa 3,31 %, für 15-jährige bei rund 3,55 %. Diese Stabilisierung folgt auf einen Anstieg im März, der unter anderem durch das geplante Investitionsprogramm der Bundesregierung ausgelöst wurde.
Hoffnung auf weitere Entspannung kommt von der geldpolitischen Front: Die Inflation in der Eurozone lag im März bei lediglich 2,2 % im Vergleich zum Vorjahr. Die hartnäckige Kerninflation hat sich auf 2,4 % abgeschwächt – damit nähert sie sich dem Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB). Marktbeobachter rechnen daher mit möglichen Leitzinssenkungen um jeweils 25 Basispunkte – beginnend mit der EZB-Sitzung am 17. April, gefolgt von einer weiteren im Juni.
„Die Teuerungsrate in der Eurozone mäßigt sich und verschafft der EZB Spielraum, um ihren geldpolitischen Kurs beizubehalten“, kommentiert Antonio Skoro, Geschäftsführer der Qualitypool GmbH. Für Kreditnehmende könnte dies mittelfristig niedrigere Zinsen bedeuten.
Allerdings trübt die internationale Lage das Bild: Die Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump sorgt für neue Volatilität. Während die Zölle auf viele Länder ausgesetzt wurden, soll China weiterhin mit höheren Einfuhrzöllen belegt werden. Das sorgte kurzzeitig für einen deutlichen Renditeanstieg bei 10-jährigen Bundesanleihen – einem wichtigen Indikator für die Entwicklung der Baufinanzierungszinsen.
EZB-Präsidentin Christine Lagarde und US-Notenbankchef Jerome Powell warnen vor den negativen Auswirkungen dieser Politik. Powell sieht Risiken für Inflation und Wachstum in den USA – und damit indirekt auch für Europa. Skoro ergänzt: „Die Unklarheiten im Zusammenhang mit den Zöllen und der US-Handelspolitik verstärken auch hierzulande die Volatilität des Anleihen- und Zinsmarkts.“
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