Mittelstand: KMU ringen mit Nachhaltigkeitsanforderungen
Der Klimawandel beeinflusst zunehmend die strategische Ausrichtung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) in Deutschland. Das KMU-Stimmungsbarometer der BarmeniaGothaer zeigt, wie der Mittelstand mit steigenden Energiepreisen, Umweltauflagen und Verbraucheransprüchen umgeht – und welche Schwierigkeiten die Umsetzung gesetzlicher Vorgaben bereitet.
Die wirtschaftlichen Herausforderungen für den deutschen Mittelstand sind vielseitig. Inflation (77 Prozent), Konjunktursorgen (76 Prozent) und bürokratische Vorgaben (75 Prozent) dominieren die Sorgenliste der Unternehmen, wie das aktuelle KMU-Stimmungsbarometer der BarmeniaGothaer offenlegt. Der Klimawandel folgt zwar abgeschlagen auf dem letzten Platz (41 Prozent), dennoch zeigt sich: Nachhaltigkeit bleibt ein wichtiges Thema.
„Wirtschaft und Gesellschaft haben deutlich mit Inflation, politischen Unsicherheiten und der konjunkturellen Lage zu kämpfen – da rückt das Thema Nachhaltigkeit für viele Unternehmen in den Hintergrund. Leider duldet der Klimawandel aber keinen Aufschub“, betont Oliver Schoeller, Co-CEO der BarmeniaGothaer.
Nachhaltigkeitsanforderungen: Wissen da, Umsetzung schwierig
Fast die Hälfte der KMU (46 Prozent) fühlt sich gut über gesetzliche Anforderungen zur Nachhaltigkeit informiert. Doch die praktische Umsetzung stellt für viele Unternehmen eine Herausforderung dar. Probleme bereiten vor allem die Regelungen aus dem Energieeinsparungsgesetz (38 Prozent), gefolgt von Umweltauflagen für Lieferketten (29 Prozent) sowie Nachhaltigkeitsberichtspflichten und CO₂-Emissionsvorschriften (jeweils 28 Prozent). Trotz der Schwierigkeiten bleibt die Grundhaltung der Unternehmen überwiegend positiv: 44 Prozent berichten von einer positiven Einstellung zur Nachhaltigkeit, nur 10 Prozent äußern sich negativ.
Strategischer Einfluss des Klimawandels
Für ein Drittel der befragten KMU hat der Klimawandel bereits strategische Konsequenzen. Zu den häufigsten Maßnahmen zählen der Umstieg auf erneuerbare Energien (62 Prozent) und Prozessoptimierungen (41 Prozent). Steigende Energiekosten führen bei 52 Prozent der Unternehmen zu einer Neuausrichtung ihrer Strategien. Dennoch gibt über die Hälfte der Unternehmen (55 Prozent) an, dass der Klimawandel bisher nur geringe bis keine Auswirkungen auf ihre strategische Planung hat.
Über die Studie
Die repräsentative Befragung wurde von der BarmeniaGothaer in Zusammenarbeit mit HEUTE UND MORGEN durchgeführt. 515 Versicherungsentscheider aus KMU gaben im August 2024 Einblicke in ihre Sicht auf Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Herausforderungen. Die Ergebnisse wurden durch ergänzende Erhebungen unter 300 weiteren Versicherungsentscheidern vertieft.
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