Postbank-Umfrage: Optimismus bei Finanzen wächst – aber Unsicherheiten bleiben

Veröffentlichung: 16.12.2024, 11:12 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Trotz politischer Unsicherheiten in Deutschland und den USA blicken fast 48 Prozent der Deutschen zuversichtlich auf ihre finanzielle Zukunft. Besonders höhere Einkommen profitieren von der positiven Stimmung – untere Einkommensgruppen hingegen weniger.

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Eine repräsentative Umfrage der Postbank zeigt, dass der Optimismus der Deutschen in Bezug auf ihre finanzielle Situation im Jahr 2025 wächst. Knapp 48 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass sich Einkommen, Ersparnisse, Geldanlagen und Ausgaben im kommenden Jahr positiv entwickeln werden. Dieser Wert signalisiert eine leichte Erholung der Verbraucherstimmung nach der Corona-Pandemie und der jüngsten Inflationskrise.

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Optimismus vor allem bei höheren Einkommen

Dr. Ulrich Stephan, Chefanlagestratege der Postbank, führt die positive Entwicklung auf steigende Realeinkommen und eine rückläufige Inflation zurück: „Die Menschen sind positiver gestimmt, auch weil die Realeinkommen wieder steigen. Allerdings bleibt die hohe Sparquote ein Zeichen dafür, dass die Verunsicherung nicht überwunden ist.“

Die Sparquote stieg im ersten Halbjahr 2024 auf 11,1 Prozent und damit um einen Prozentpunkt gegenüber dem Vorjahr. Dabei zeigen sich Unterschiede zwischen den Einkommensgruppen: Während der Anteil der Optimisten bei Menschen mit einem Einkommen über 2.500 Euro von knapp 53 Prozent (2023) auf 61 Prozent gestiegen ist, nahm die Zuversicht in den unteren Einkommensgruppen ab – von 35 Prozent auf 33 Prozent.

Politische Unsicherheiten belasten Stimmung

Ereignisse wie das vorzeitige Ende der Ampel-Koalition und die Wiederwahl von Donald Trump tragen zur Verunsicherung bei. Laut der Umfrage können 41 Prozent der Deutschen die Auswirkungen der politischen Lage in Deutschland auf ihre Finanzen nicht einschätzen. Jeder fünfte befürchtet negative Folgen, während 25 Prozent mit keinen Veränderungen rechnen.
Dr. Ulrich Stephan betont die Bedeutung politischer Stabilität: „Entscheidend ist, dass die vorgezogene Bundestagswahl klare Mehrheiten liefert und zeitnah eine neue Regierung gebildet wird. Dann wird es darauf ankommen, welche wirtschafts- und sozialpolitischen Weichenstellungen vorgenommen werden.“

Die Wiederwahl von Donald Trump sorgt ebenfalls für Unsicherheiten: 38 Prozent der Befragten können die Auswirkungen auf ihre Finanzen nicht abschätzen. Besonders Trumps geplante Zölle auf EU-Importe könnten Deutschland stark treffen, da die USA 2023 knapp zehn Prozent der deutschen Exporte abnahmen.
„Sollten Zölle tatsächlich eingeführt werden, würde dies nicht nur deutsche Exporte belasten, sondern auch die Inflation in Europa anheizen – insbesondere, wenn die EU mit Gegenzöllen antwortet“, erklärt Stephan.

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