Aufschwung bei Gewerbeversicherungen – bAV braucht Impulse
Firmenversicherungen bleiben ein lukratives Geschäftsfeld für die Assekuranz. Doch während einige Produktsparten boomen, braucht es in anderen Bereichen neue Impulse – insbesondere bei der betrieblichen Altersvorsorge (bAV).
Die Nachfrage nach Gewerbeversicherungen bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) entwickelt sich weiterhin positiv. Laut dem aktuellen „Gewerbekunden-Check Assekuranz 2024“ des Marktforschungsinstituts HEUTE UND MORGEN liegt die durchschnittliche Zahl abgeschlossener Verträge bei 5,5 pro Betrieb – ein Anstieg im Vergleich zu 2020 (5,2). Marktführer ist unverändert die Allianz, gefolgt von AXA, R+V, ERGO und Gothaer.
Besonders gefragt sind Betriebshaftpflicht- und Kfz-Versicherungen, die mit 98 Prozent bzw. 89 Prozent Abdeckung klar dominieren. Auch Cyberversicherungen konnten seit 2020 deutlich zulegen (22 Prozent vs. 14 Prozent), während die betriebliche Krankenversicherung langsam an Fahrt gewinnt (15 Prozent). Im Gegensatz dazu kämpft die betriebliche Altersvorsorge (bAV) mit einem Rückgang: Nur noch 36 Prozent der Unternehmen setzen auf bAV-Lösungen, verglichen mit 44 Prozent im Jahr 2020.
Hürden wie geringe Attraktivität der Produkte und mangelnde Ansprache durch Versicherer hemmen das Wachstum. „Die bAV benötigt grundlegende Neuausrichtungen, insbesondere in der Produktarchitektur und Vertriebskommunikation“, so Axel Stempel, Geschäftsführer von HEUTE UND MORGEN.
Auch die Studienergebnisse zur Betreuung offenbaren Potenziale: Während persönliche Termine zurückgehen, wünschen sich 72 Prozent der Kunden mehr Transparenz durch digitale Portale. Anbieter, die innovative Lösungen, Beratungskompetenz und Branchenexpertise kombinieren, könnten hier entscheidende Vorteile erlangen.
Über die Studie:
Der Gewerbekunden-Check Assekuranz ist die Grundlagenstudie im deutschen Versicherungsmarkt und zeigt Ihnen alle relevanten Trends im Gewerbekundenmarkt. Seit 2018 wird die Studie jährlich durchgeführt. Jedes Jahr werden 1.500 Versicherungsentscheider aus kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) im Rahmen einer telefonischen Befragung befragt.
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