Cloud-Transformation im Finanzsektor: Betriebliche Effizienz oder Innovationsmotor?
Banken und Versicherer setzen vermehrt auf Cloud-Technologien, zeigt eine aktuelle Studie. Doch während traditionelle Institute vor allem Effizienzgewinne anstreben, verfolgen Fintechs Innovationen. Welche Trends sich bei der Cloud-Transformation herausbilden.
Der World Cloud Report for Financial Services 2025 des Capgemini Research Institute beleuchtet die Nutzung von Cloud-Technologien im Finanzsektor und deckt wesentliche Unterschiede zwischen traditionellen Banken und Versicherern sowie Fintechs auf. Die Mehrheit der etablierten Institute nutzt die Cloud zur Steigerung der betrieblichen Effizienz (84 Prozent), während 62 Prozent der New-Age-Finanzunternehmen wie Fintechs und Insurtechs die Cloud als Werkzeug zur Vertriebsbeschleunigung einsetzen. „Unsere Studie zeigt, dass Finanzinstitute die Cloud zu ganz unterschiedlichen Zwecken nutzen: Während innovative Unternehmen ihre Abläufe mit einem Cloud-nativen Ansatz neu definieren, verstehen andere sie als Sparmaßnahme“, erklärt Sabrina Kerber, Head of Cloud Transformation for Financial Services bei Capgemini Invent.
Der Bericht zeigt außerdem auf, dass die Nutzung von Cloud-Lösungen im Finanzsektor zunehmend an Bedeutung gewinnt: Die Erwähnung von Cloud-Begriffen in den Jahresberichten der führenden Banken und Versicherer weltweit ist seit 2020 um 26 Prozent gestiegen. Eine cloudbasierte Technologieinfrastruktur sei laut Kerber entscheidend, um in der Ära von generativer KI, neuen Technologien und strengeren regulatorischen Anforderungen wettbewerbsfähig zu bleiben. Der Bericht hebt jedoch hervor, dass viele Institute nach wie vor an einem „Lift-and-Shift“-Ansatz festhalten, wodurch die Wertschöpfung durch Cloud-Technologie häufig ausbleibt. Ein cloud-nativer, innovationsgetriebener Ansatz könne Finanzunternehmen dabei helfen, ihre Betriebsprozesse langfristig zu transformieren und Kundenerfahrungen zu verbessern.
Methodik des Reports
Der World Cloud Report for Financial Services 2025 stützt sich auf Daten aus drei Primärquellen, die zwischen Juni und August 2024 erhoben wurden: die Global Financial Services Executive Survey 2024, die Global FinTech and InsurTech Survey 2024 und die Global Executive Interviews 2024. Die Primärforschung umfasst Erkenntnisse aus 13 Märkten: Australien, Belgien, Deutschland, Frankreich, Hongkong, Japan, Kanada, Luxemburg, die Niederlande, Spanien, die Vereinigten Arabischen Emirate, das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten. Im Rahmen der Studie wurden 600 Führungskräfte von Finanzdienstleistern (CxO, Head of Cloud, etc.) aus dem Banken- und Versicherungsbereich sowie 120 leitende FinTech- und InsurTech-Führungskräfte aus 13 Märkten befragt.
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