Versicherungsschutz: Deutsche setzen oft falsche Prioritäten

Veröffentlichung: 11.11.2024, 05:11 Uhr - Lesezeit 3 Minuten

Die private Haftpflicht ist für viele Deutsche die wichtigste Absicherung – erst an vierter Stelle folgt die Berufsunfähigkeitsversicherung. Diese Prioritäten-Setzung birgt Risiken, so eine Umfrage von Swiss Life.

(PDF)
Stefan Holzer, Geschäftsleiter Market Management Versicherung, Swiss Life DeutschlandStefan Holzer, Geschäftsleiter Market Management Versicherung, Swiss Life DeutschlandSwiss Life

In Deutschland setzen viele Menschen bei der finanziellen Absicherung falsche Prioritäten. Eine neue Umfrage von YouGov im Auftrag von Swiss Life zeigt, dass die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) nur für 23 Prozent der Befragten zu den wichtigsten Absicherungsprodukten gehört. An erster Stelle wird die private Haftpflicht genannt (48 Prozent), gefolgt von der Kfz-Haftpflicht (39 Prozent) und der Hausratversicherung (27 Prozent). „Das eigene Hab und Gut scheint den Menschen wichtiger zu sein als der Wert der eigenen Arbeitskraft“, kommentiert Stefan Holzer, Mitglied der Geschäftsleitung von Swiss Life Deutschland. Dabei könne der Wert der Arbeitskraft über das gesamte Berufsleben hinweg bis zu zwei Millionen Euro betragen.

Diese Prioritätensetzung birgt ein erhebliches Risiko: Wer die Absicherung der Arbeitskraft vernachlässigt, steht im Falle einer Berufsunfähigkeit ohne finanziellen Schutz da. Rund jede vierte Person wird in ihrem Berufsleben zumindest temporär berufsunfähig – sei es durch Erkrankungen wie Burnout, Rückenleiden oder andere schwerwiegende Gesundheitsprobleme. Die Swiss Life-Umfrage zeigt zudem, dass das Bewusstsein für dieses Risiko gerade in Berufen mit geringer körperlicher Belastung noch immer gering ist. Nur zehn Prozent halten das BU-Risiko in kaufmännischen oder akademischen Berufen für hoch.

Eine BU-Versicherung kann im Ernstfall den Lebensunterhalt absichern und ist daher entscheidend, um finanzielle Einbußen abzufedern. Laut Holzer sollte die BU den gleichen Stellenwert wie die Haftpflichtversicherung haben, denn sie ist das „Fundament für den finanziellen Lebensunterhalt im Falle einer Berufsunfähigkeit“.

Über die Studie:
Im Auftrag von Swiss Life Deutschland wurde die BU-Umfrage im Sommer 2024 vom Meinungsforschungsinstitut YouGov Deutschland durchgeführt. Die Umfrage basiert auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov Panel Deutschland. Befragt wurden im Zeitraum vom 06.08. bis 08.08.2024 insgesamt 2112 Befragte, bevölkerungsrepräsentativ nach Alter (ab 18 Jahren), Geschlecht und Region, von denen 1.437 dem Arbeitsmarkt zur Verfügung standen, also noch nicht verrentet waren, und 1.165 erwerbstätig waren. Die dargestellten Zahlen beziehen sich nur auf Erwerbstätige.

(PDF)

LESEN SIE AUCH

Im BU-Stabilitätsrating 2026 zeigt sich: Aggressive Kalkulationen können die langfristige Tragfähigkeit von Tarifen gefährden.Im BU-Stabilitätsrating 2026 zeigt sich: Aggressive Kalkulationen können die langfristige Tragfähigkeit von Tarifen gefährden.Redaktion experten.de / KI-generiert
Existenzvorsorge

BU-Stabilitätsrating 2026: Preiswettbewerb setzt Tarife unter Druck

Das BU-Stabilitätsrating 2026 von Franke und Bornberg GmbH zeigt eine wachsende Spreizung im Markt. Während einige Versicherer stabile Strukturen vorweisen, geraten aggressive Kalkulationen zunehmend unter Druck.
Zahlreiche BU-Tarife erreichen im Rating 2026 die Höchstbewertung – entscheidend sind neben starken Leistungen auch Stabilität und langfristige Tragfähigkeit.Zahlreiche BU-Tarife erreichen im Rating 2026 die Höchstbewertung – entscheidend sind neben starken Leistungen auch Stabilität und langfristige Tragfähigkeit.Redaktion experten.de / KI-generiert
Existenzvorsorge

Die besten BU-Tarife 2026: Diese Anbieter erreichen die Höchstbewertung

Im aktuellen BU-Rating 2026 von Franke und Bornberg erreichen zahlreiche Tarife die Bestnote FFF+. Auffällig ist die breite Streuung über Anbieter und Zielgruppen – von klassischen SBU-Tarifen bis zu spezialisierten Lösungen für Beamte oder Heilberufe.
Günstige Beiträge können zum Risiko werden: Im BU-Rating 2026 rücken Stabilität und langfristige Tragfähigkeit von Tarifen stärker in den Fokus.Günstige Beiträge können zum Risiko werden: Im BU-Rating 2026 rücken Stabilität und langfristige Tragfähigkeit von Tarifen stärker in den Fokus.Redaktion experten.de / KI-generiert
Existenzvorsorge

BU-Rating 2026: Warum günstige Tarife zum Risiko werden können

Franke und Bornberg hat sein Rating zur Berufsunfähigkeitsversicherung überarbeitet. Neben Leistungen rücken zunehmend Stabilität und Nachhaltigkeit der Anbieter in den Fokus – mit Auswirkungen auf die Bewertung.
alh-gruppe-kettnaker-pape-bu-preiskampf-berufsunfaehigkeitsversicherung-interviewalh-gruppe-kettnaker-pape-bu-preiskampf-berufsunfaehigkeitsversicherung-interviewFrank Kettnaker (links) und Christian Pape von der ALH Gruppe zur Entwicklung der Berufsunfähigkeitsversicherung zwischen Preiskampf, Kalkulation und langfristiger Stabilität.ALH Gruppe
Existenzvorsorge

BU-Preiskampf: „Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit“

Preiskampf, Kalkulation und Leistungsversprechen: In der Berufsunfähigkeitsversicherung zeigt sich, wie nachhaltig Versicherer wirklich arbeiten. Im Interview erklären Frank Kettnaker und Christian Pape (ALH Gruppe), warum sie kurzfristige Marktimpulse bewusst nicht mitgehen.

Unsere Themen im Überblick

Informieren Sie sich über aktuelle Entwicklungen und Hintergründe aus zentralen Bereichen der Branche.

Themenwelt

Praxisnahe Beiträge zu zentralen Themen rund um Vorsorge, Sicherheit und Alltag.

Wirtschaft

Analysen, Meldungen und Hintergründe zu nationalen und internationalen Wirtschaftsthemen.

Management

Strategien, Tools und Trends für erfolgreiche Unternehmensführung.

Recht

Wichtige Urteile, Gesetzesänderungen und rechtliche Hintergründe im Überblick.

Finanzen

Neuigkeiten zu Märkten, Unternehmen und Produkten aus der Finanzwelt.

Assekuranz

Aktuelle Entwicklungen, Produkte und Unternehmensnews aus der Versicherungsbranche.

Die neue Ausgabe kostenlos im Kiosk

Werfen Sie einen Blick in die aktuelle Ausgabe und überzeugen Sie sich selbst vom ExpertenReport. Spannende Titelstories, fundierte Analysen und hochwertige Gestaltung – unser Magazin gibt es auch digital im Kiosk.

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."
Ausgabe 03/26

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."

Frank Kettnaker und Christian Pape - Vorstand ALH Gruppe
"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."
Ausgabe 10/25

"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."

Jens Göhner, Leiter Produktmanagement der Stuttgarter
"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"
Ausgabe 07/25

"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"

Was bedeutet Unabhängigkeit im Versicherungsvertrieb wirklich?
"Das Gesamtpaket muss stimmen"
Ausgabe 05/25

"Das Gesamtpaket muss stimmen"

Bernd Einmold & Sascha Bassir
Kostenlos

Alle Ausgaben entdecken

Blättern Sie durch unser digitales Archiv im Kiosk und lesen Sie alle bisherigen Ausgaben des ExpertenReports. Zur Kiosk-Übersicht