Smart Home: Rabatte bei Versicherungen?

© rh2010 – stock.adobe.com

Telematik Tarife bei Versicherungen sind insbesondere im Kfz-Bereich mittlerweile üblich – wer seine Handydaten mit seinem Versicherungsanbieter teilt, bekommt eine Kfz-Versicherung zum „Pay how you drive“-Tarif. Wer also gut und sicher autofährt, spart bei seiner Versicherung. Doch dieses Konzept endet keineswegs bei Autos.

Ein Beitrag von Olaf Schindler ist CEO der Vreeda GmbH

Wir leben in einer digitalen Welt, unser Alltag ist von digitalen Geräten geprägt, Smart Home Geräte beeinflussen diesen maßgeblich. Warum also solche Vorteile nur für Kfz? Geht dies auch ohne dabei, dass Solidaritätsprinzip zu gefährden? Eventuell das gesamte Risiko zu minimieren? Und kann es auch noch Spaß machen? Wie genau passen da vernetzte Geräte und Versicherungen zusammen?

Versicherungen müssen bei smarten Geräten reagieren

Olaf Schindler, CEO, Vreeda GmbH

Versicherungen müssen sich zeitnah in der zunehmenden Vernetzung aller Gegenstände positionieren. Denn wenn wir unser Zuhause und unseren Alltag immer mehr smart und digital gestalten, so werden durch die ständige Benutzung all dieser Geräte Daten gesammelt. Über den Zugriff dieser Geräte und die dadurch gesammelten Menge an Daten können Versicherungen dabei proaktiv auf die Risiken einwirken und die Endkundenbeziehung absichern. Wenn es ihnen jedoch an dieser Stelle und vor allem nicht in naher Zukunft gelingt sich hier zu positionieren, so überlassen sie den Wettbewerbsvorteil – nämlich Kundenkontakt und Daten – branchenfremden Konkurrenten, die sich schon heute massiv dort platzieren. Zumeist keine europäischen Unternehmen. Doch die derzeitigen Versuche etablierter Versicherungen scheitern schon am Ansatz – zu teure und oftmals komplizierte Technik, die vom Risiko und nicht vom Endkunden gedacht und aufgesetzt sind. Der Benefit ist oft nicht klar und damit auch uninteressant für die Endkunden. Wenn sie dennoch zugreifen etablieren diese Geräte zumeist keinerlei bilaterale Engagement

Warum sollen Versicherungen bei Smart Homes greifen?

Sowohl neue Erkenntnisse über das Kunden – als auch über das Geräteverhalten können in die Tarifbestimmung bei Versicherungen miteinfließen. Um dies zu verdeutlichen ein Beispiel: Bei Abschluss einer Hausratversicherung bekommt der Kunde eine smarte Lampe dazu geschenkt. Diese soll dafür verwendet werden, zuhause eine Anwesenheit zu simulieren und trägt somit aktiv zum Einbruchsschutz bei. Nicht nur wird das eigene smarte Zuhause so für den Kunden an sich sicherer und einbruchsgeschützt, auch die Versicherung kann Rabatte auf die Hausratversicherung erteilen, da ein Einbruch durch die Verwendung der Lampe unwahrscheinlicher wird. Im gleichen Atemzug erhält der Versicherungsanbieter relevante Daten über seinen Kunden: Wann kommt die Anwesenheitsstimulation tatsächlich zum Einsatz? Wie viel Zeit verbringt der Kunde in seinen eigenen vier Wänden, wodurch ein Einbruch zunehmend auszuschließen ist – was wiederum günstigere Konditionen für den Kunden bedeuten kann.

Über den präventiven Gerätezugriff können Risiken also aktiv verhindert beziehungsweise in der Schadenshöhe begrenzt werden. Lediglich abzuwarten und bereits intelligente Geräte in die Kalkulation einzubringen birgt dabei die Gefahr, dass der Versicherungsträger keinerlei Geräte- und Datenzugriff erhält und der Kunde die smarten Geräte ausschließlich für private Zwecke nutzen wird. In diesem Szenario wird also die Versicherung weiter vom Kunden und somit auch vom Risiko abgeklemmt und kann keinen Einfluss darauf nehmen.  

Nun mag man einwenden, dass der Kunde „ausspioniert“ wird – nein – denn dies findet alles mit maximaler Transparenz vor und entscheidet völlig souverän, ob er die Info teilt mit wem und was er dafür bekommt. Gesammelt werden diese Daten ohnehin, nur zumeist ohne, dass der Kunde es weiß beziehungsweise er partizipiert.

Warum Anwesenheitsstimulation per LED?

Der Kunde möchte beim Thema Versicherungen sich nicht mit aus seiner Sicht langweiligen Geräten auseinandersetzen. Denn diese bedeuten für ihn in erster Linie eine aufwändige Installation und bringen ihm keinerlei Nutzen, abseits eines potentiellen Schadensereignisses. Ohnehin ist es wichtig, eine engagierte Endkundenbeziehung aufzubauen. Hier braucht es viel mehr einen emotionalen Einstieg für den Kunden, er muss nicht nur vom Rabatt bei seiner Versicherung profitieren, sondern auch etwas vom intelligenten Gerät an sich haben. Die smarte Lampe kann ebendiesen emotionalen Mehrwert liefern. Sie passt sich an Live-Geschehnisse an, wenn die Lieblingsfußballmannschaft live im TV ein Tor schießt, dann erleuchtet das gesamte Wohnzimmer in den Vereinsfarben.

Leuchtmittel und insbesondere LED’s bieten den optimalen und vor allem spielerischen und emotionalen Einstieg in die IoT-Welt. Sie können Sonnenuntergänge in Kinderzimmern simulieren oder per Tageslicht-Stimulation beim morgendlichen Aufwachen helfen. Auf der anderen Seite bieten sie aber eben auch die Möglichkeit, beim Verlassen des Hauses beziehungsweise der Wohnung über das Thema der Anwesenheitsstimulation, der Unwetterwarnung oder des Sport-Sponsorings den Kontext zum Versicherungsträger hinzubekommen und somit über ein positives Element den Kontext von „Versicherung – IoT-Geräte“ herzustellen.

Fazit – Smart Homes und Versicherungen

Die Versicherungsbranche muss rasch reagieren, um zukünftig nicht endgültig vom Endkunden abgeschnitten zu werden. Dabei müssen Versicherer verstehen, dass das Thema intelligente Geräte und Versicherungen emotional angegangen werden sollte, damit Kunden hier Leistungen in Anspruch nehmen wollen. Die wenigsten Kunden werden sich für viel Geld einen aufwändigen Wasserstopper installieren lassen, zu langweilig erscheint die Thematik. Hier muss ein emotionaler Aspekt oder auch ein Unterhaltungswert mit eingebracht werden, um IoT-Angebote und -Plattformen für Versicherer und Endkunden spannend zu machen. Und genau das ermöglicht Vreeda – smarte Lampen mit Mehrwert.

Bild (2): © Vreeda GmbH