Briefporto 2027: Deutsche Post erhöht Preise um bis zu 72 Prozent

Veröffentlichung: 20.10.2026, 15:10 Uhr - Lesezeit 9 Minuten

Die Deutsche Post will zum 1. Januar 2027 das Briefporto deutlich anheben. Während ein Standardbrief künftig 1,15 Euro statt bisher 95 Cent kosten soll, steigt der Preis für einen Maxibrief von 2,90 auf 5 Euro. Gleichzeitig verändert das Unternehmen Versandformate und Gewichtsgrenzen. Die neuen Preise stehen bei den regulierten Briefprodukten noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Bundesnetzagentur.

(PDF)
Die Brieftaube der Zukunft ist digital, das Porto bleibt analog: Ab Januar 2027 will die Deutsche Post die Briefpreise deutlich erhöhen. Der Standardbrief soll künftig 1,15 Euro kosten, der Maxibrief sogar 5 Euro.Die Brieftaube der Zukunft ist digital, das Porto bleibt analog: Ab Januar 2027 will die Deutsche Post die Briefpreise deutlich erhöhen. Der Standardbrief soll künftig 1,15 Euro kosten, der Maxibrief sogar 5 Euro.Experten/KI

Briefporto 2027: Maxibrief besonders stark betroffen

Die Deutsche Post hat am 20. Oktober ihre geplanten Portopreise für das kommende Jahr veröffentlicht. Der Standardbrief verteuert sich demnach um 20 Cent beziehungsweise 21,05 Prozent. Deutlich stärker fällt die Anpassung bei größeren Briefsendungen aus: Für einen Großbrief sollen künftig 2,35 Euro statt 1,80 Euro fällig werden, beim Maxibrief steigt das Porto sogar um 2,10 Euro auf 5 Euro.

Die geplanten nationalen Briefpreise im Überblick:

Briefprodukt Bisher Ab 2027 Erhöhung
Standardbrief 0,95 € 1,15 € +21,1 %
Kompaktbrief 1,10 € 1,25 € +13,6 %
Großbrief 1,80 € 2,35 € +30,6 %
Maxibrief 2,90 € 5,00 € +72,4 %
Postkarte 0,95 € 1,15 € +21,1 %

Grundlage der Anpassung ist ein von der Bundesnetzagentur in Aussicht gestellter Preiserhöhungsspielraum von 20,35 Prozent für die regulierten Briefdienstleistungen. Dieser bezieht sich auf einen gewichteten Durchschnitt und bedeutet deshalb nicht, dass jede einzelne Versandart nur in diesem Umfang teurer werden darf.

Die Deutsche Post nutzt diesen Spielraum für eine unterschiedliche Preisgestaltung. Dabei ist zu berücksichtigen, dass mit der Anpassung auch die zulässigen Maße und Gewichte einzelner Briefprodukte verändert werden.

Sinkende Briefmengen treiben die Kosten

Nach Angaben der Deutschen Post sind die rückläufigen Briefmengen und steigende Personal-, Energie- und Sachkosten ausschlaggebend für die Erhöhung. Während Privatpersonen und Unternehmen zunehmend digital kommunizieren, muss der Konzern weiterhin eine flächendeckende postalische Infrastruktur unterhalten.

Nikola Hagleitner, Vorständin Post & Paket Deutschland, verweist darauf, dass sich die Kosten für Briefkästen, Filialen und Zustellstrukturen auf immer weniger Sendungen verteilen. Gleichzeitig investiere das Unternehmen jährlich rund eine Milliarde Euro in sein Post- und Paketnetz.

Die Deutsche Post betont, dass das neue Standardbriefporto von 1,15 Euro weiterhin unter dem europäischen Durchschnitt von 1,52 Euro liege. Für private Haushalte errechnet das Unternehmen aus den geplanten Anpassungen eine durchschnittliche monatliche Mehrbelastung von rund 75 Cent.

Auch internationale Briefe werden teurer

Im internationalen Briefverkehr steigen ebenfalls die Preise. Der Standardbrief und die Postkarte kosten künftig jeweils 1,45 Euro, während sich der Kompaktbrief von 1,80 auf 2,10 Euro verteuert.

Internationales Produkt Bisher Ab 2027
Standardbrief 1,25 € 1,45 €
Kompaktbrief 1,80 € 2,10 €
Postkarte 1,25 € 1,45 €
Midibrief bis 500 g – 3,80 €
Großbrief bis 1.000 g bisher anderes Format 6,80 €

Die bisherigen internationalen Maxibriefe bis 1.000 beziehungsweise 2.000 Gramm entfallen. An ihre Stelle tritt teilweise das erweiterte Großbriefformat, während für andere Sendungen künftig alternative Versandprodukte erforderlich werden.

Bei internationalen Einschreiben erhöht sich das Zusatzentgelt von 3,70 auf 3,95 Euro. Für ein Einschreiben mit Rückschein steigt es von 5,90 auf 6,35 Euro, jeweils zusätzlich zum eigentlichen Briefporto.

Einschreiben und Postfächer bleiben national unverändert

Nicht sämtliche Leistungen werden teurer. Die Zusatzentgelte für nationale Einschreiben bleiben nach der veröffentlichten Preisliste ebenso unverändert wie die Jahresmieten für Postfächer.

Das reguläre Einschreiben kostet weiterhin 2,65 Euro zusätzlich zum Briefporto, das Einschreiben Einwurf 2,35 Euro. Auch die Zusatzentgelte für Einschreiben mit Rückschein von 4,85 Euro und Einschreiben Wert von 4,45 Euro bleiben bestehen.

Für private Postfachkunden beträgt die Jahresmiete unverändert 29,90 Euro, für Geschäftskunden 49,90 Euro.

Allerdings verteuert sich auch ein nationales Einschreiben insgesamt, sofern das zugrunde liegende Briefporto steigt.

Neue Versandbedingungen ab Januar 2027

Parallel zu den Preisanpassungen verändert die Deutsche Post ihre Versandprodukte. Der Großbrief darf künftig bis zu drei Zentimeter hoch sein und ein Kilogramm wiegen. Beim Maxibrief steigt das zulässige Gewicht auf zwei Kilogramm, zudem werden größere Längen- und Breitenmaße ermöglicht.

Beim nationalen Päckchen werden Sendungsverfolgung und eine Haftung bis 20 Euro künftig automatisch Bestandteil der Leistung. Gleichzeitig sinkt das zulässige Höchstgewicht auf ein Kilogramm.

Auch Geschäftskunden müssen mit höheren Versandkosten rechnen. Die Deutsche Post kündigt sowohl Anpassungen bei bestimmten Geschäftskundenbriefen als auch bei Geschäftskundenpaketen an. Die Paketpreise unterliegen dabei nicht dem aktuellen Genehmigungsverfahren der Bundesnetzagentur; über die konkreten Änderungen werden die betroffenen Unternehmen individuell informiert.

Gerade für Unternehmen mit regelmäßigem Dokumentenversand können sich die Preissteigerungen summieren. Bei 10.000 Standardbriefen entstehen auf Grundlage des regulären Einzelportos rechnerisch 2.000 Euro zusätzliche Kosten. Werden überwiegend Groß- oder Maxibriefe versandt, fällt die Belastung entsprechend höher aus.

Die endgültigen regulierten Briefpreise hängen nun von der Genehmigung der Bundesnetzagentur ab. Die angekündigten Produktänderungen zeigen allerdings bereits, dass die Deutsche Post nicht nur ihre Entgelte anhebt, sondern zugleich die bisherige Trennung zwischen Dokumenten- und Warenversand neu ordnet.


Quelle: Deutsche Post DHL Group, Pressemitteilung vom 20. Oktober 2026; Deutsche Post, „Preisanpassungen Brief ab Januar 2027“


(PDF)

Unsere Themen im Überblick

Informieren Sie sich über aktuelle Entwicklungen und Hintergründe aus zentralen Bereichen der Branche.

Themenwelt

Praxisnahe Beiträge zu zentralen Themen rund um Vorsorge, Sicherheit und Alltag.

Wirtschaft

Analysen, Meldungen und Hintergründe zu nationalen und internationalen Wirtschaftsthemen.

Management

Strategien, Tools und Trends für erfolgreiche Unternehmensführung.

Recht

Wichtige Urteile, Gesetzesänderungen und rechtliche Hintergründe im Überblick.

Finanzen

Neuigkeiten zu Märkten, Unternehmen und Produkten aus der Finanzwelt.

Assekuranz

Aktuelle Entwicklungen, Produkte und Unternehmensnews aus der Versicherungsbranche.

Die neue Ausgabe kostenlos im Kiosk

Werfen Sie einen Blick in die aktuelle Ausgabe und überzeugen Sie sich selbst vom ExpertenReport. Spannende Titelstories, fundierte Analysen und hochwertige Gestaltung – unser Magazin gibt es auch digital im Kiosk.

Beihilfe im Wandel
Ausgabe 10/26

Beihilfe im Wandel

Dr. Günther Blaich, Dr. Gerd Sautter und Fabian Ober - INTER
"Der Vermittler muss Herr seiner Daten bleiben"
Ausgabe 07/26

"Der Vermittler muss Herr seiner Daten bleiben"

Klaus Liebig und Robert Schmidt, Geschäftsführer der vfm Gruppe
"Nicht laut, aber immer noch relevant"
Ausgabe 05/26

"Nicht laut, aber immer noch relevant"

Wibke Becker - Generalbevollmächtigte & Leiterin Maklervertrieb - Continentale - Mannheimer - EUROPA
"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."
Ausgabe 03/26

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."

Frank Kettnaker und Christian Pape - Vorstand ALH Gruppe
"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."
Ausgabe 10/25

"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."

Jens Göhner, Leiter Produktmanagement der Stuttgarter
"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"
Ausgabe 07/25

"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"

Was bedeutet Unabhängigkeit im Versicherungsvertrieb wirklich?
"Das Gesamtpaket muss stimmen"
Ausgabe 05/25

"Das Gesamtpaket muss stimmen"

Bernd Einmold & Sascha Bassir
Kostenlos

Alle Ausgaben entdecken

Blättern Sie durch unser digitales Archiv im Kiosk und lesen Sie alle bisherigen Ausgaben des ExpertenReports. Zur Kiosk-Übersicht