Aus der Post-Aktie wird die DHL-Aktie – und die Deutsche Post bleibt
Die DHL Group hat ihre Neuaufstellung abgeschlossen. Seit dem 1. September firmiert die börsennotierte Muttergesellschaft als DHL AG. Das deutsche Brief- und Paketgeschäft bleibt dagegen unter dem Namen Deutsche Post AG bestehen. Damit setzt der Konzern den Beschluss der Hauptversammlung vom Mai um.
Für Kunden in Deutschland ändert sich durch die neue Struktur nichts. Zustellung, Filialen, Packstationen, Poststationen und Briefkästen bleiben ebenso bestehen wie Produkte, Services und Ansprechpartner. Auch die flächendeckende postalische Versorgung bleibt unverändert.
Sichtbar wird die Änderung vor allem auf Konzernebene und an der Börse: Aus der bisherigen Post-Aktie wird die DHL-Aktie.
DHL AG wird die börsennotierte Konzernmutter
Die neue DHL AG übernimmt die strategische Steuerung, Governance und bereichsübergreifende Aufgaben für den weltweit tätigen Konzern. Das Geschäft von Post & Paket Deutschland wird dagegen in einer separaten Gesellschaft geführt.
Diese firmiert weiterhin als Deutsche Post AG und bleibt als Tochtergesellschaft Teil des Konzerns. Sie ist für das nationale Brief- und Paketgeschäft zuständig.
Damit bildet die rechtliche Struktur deutlicher ab, wie der Konzern heute aufgestellt ist. Die DHL Group arbeitet mit fünf Divisionen: Express, Global Forwarding, Supply Chain, eCommerce sowie Post & Paket Deutschland. Diese werden jeweils als eigenständige Gesellschaften geführt.
Deutsche Post bleibt im deutschen Markt bestehen
Der bekannte Name Deutsche Post verschwindet damit nicht. Für Verbraucher und Unternehmen bleibt er im deutschen Brief- und Paketgeschäft erhalten.
„Die Deutsche Post bleibt für die Menschen und Unternehmen in Deutschland das, was sie seit Jahrzehnten ist: ein verlässlicher Teil ihres Alltags“, erklärt Nikola Hagleitner, Vorständin Post & Paket Deutschland. Zugleich solle die neue Struktur die globale Ausrichtung des Konzerns stärken und die Grundlage für weiteres Wachstum schaffen.
Post & Paket Deutschland bleibt dabei auch Teil der E-Commerce-Wachstumsstrategie der DHL Group. Die Deutsche Post steht damit nicht allein für den klassischen Brief, sondern ebenso für das Paketgeschäft im deutschen Markt.
Briefgeschäft bleibt unter wirtschaftlichem Druck
An den Herausforderungen im deutschen Briefmarkt ändert die Neuordnung allerdings nichts. Die Sendungsmengen gehen zurück, während die Infrastruktur für die postalische Versorgung weiter betrieben werden muss.
Wie stark der wirtschaftliche Druck inzwischen ist, zeigt die Diskussion über die nächste Preisrunde: Die Deutsche Post fordert für 2027 eine kräftige Portoerhöhung. Über den zulässigen Preisspielraum entscheidet die Bundesnetzagentur.
Die neue Konzernstruktur verändert diese Rahmenbedingungen nicht. Sie ordnet vielmehr klarer zu, wo dieses Geschäft künftig angesiedelt ist: bei der Deutsche Post AG als Tochter der DHL AG.
Aus der Post-Aktie wird die DHL-Aktie
Am deutlichsten wird die Neuaufstellung deshalb am Kapitalmarkt. Anleger halten künftig Aktien der DHL AG. Damit trägt auch die börsennotierte Muttergesellschaft den Namen der Marke, unter der der Konzern international auftritt.
Die Entwicklung hatte sich bereits über mehrere Namensstufen angekündigt. Auf Deutsche Post AG folgten Deutsche Post World Net, Deutsche Post DHL und Deutsche Post DHL Group. Seit 2023 tritt der Konzern weltweit unter der Marke DHL Group auf.
Seit dem 1. September ist diese Entwicklung auch in der rechtlichen Konzernstruktur angekommen: Die börsennotierte Mutter heißt DHL AG. Die Deutsche Post AG bleibt für das deutsche Brief- und Paketgeschäft zuständig.
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