Elon Musk will jedem Kind in den USA eine SpaceX-Aktie schenken

Veröffentlichung: 19.10.2026, 16:10 Uhr - Lesezeit 6 Minuten

Elon Musk hat angekündigt, 2027 jedem Kind in den USA eine Aktie seines Raumfahrtunternehmens SpaceX zu schenken. Bei rund 72 Millionen Minderjährigen und einem Aktienkurs von zuletzt 146,03 Dollar entspräche dies einem Vermögenswert von etwa 10,5 Milliarden Dollar. Die Ankündigung fällt in eine Zeit, in der sowohl die USA als auch Deutschland den frühzeitigen Aufbau von Kapitalvermögen staatlich fördern wollen.

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Elon Musk will 2027 jedem Kind in den USA eine SpaceX-Aktie schenken. Die symbolische Bildcollage greift das milliardenschwere Versprechen auf, dessen konkrete Umsetzung bislang offen ist.Elon Musk will 2027 jedem Kind in den USA eine SpaceX-Aktie schenken. Die symbolische Bildcollage greift das milliardenschwere Versprechen auf, dessen konkrete Umsetzung bislang offen ist.Experten/KI

Am 19. Oktober 2026 erklärte Elon Musk auf seiner Plattform X, im kommenden Jahr jedem Kind in Amerika eine seiner SpaceX-Aktien übertragen zu wollen. Weitere Schenkungen sollen folgen, konkrete Angaben zur Umsetzung machte der Unternehmer bislang allerdings nicht. Insbesondere bleibt offen, ob ausschließlich Kinder mit US-Staatsangehörigkeit oder alle in den Vereinigten Staaten lebenden Minderjährigen berücksichtigt werden sollen.

SpaceX ist seit Juni 2026 börsennotiert und gehört zu den wertvollsten Unternehmen der Welt. Auf Grundlage des Schlusskurses vom 16. Oktober würde die angekündigte Übertragung von rund 72 Millionen Aktien einem Gesamtwert von gut 10,5 Milliarden Dollar entsprechen. Der tatsächliche Wert zum Zeitpunkt einer möglichen Schenkung kann davon abweichen.

Vermögensbildung beginnt zunehmend im Kindesalter

Musks Ankündigung steht im Zusammenhang mit einer breiteren Initiative zur Kapitalbeteiligung junger Menschen in den USA. Mit den sogenannten Trump Accounts wurden steuerlich begünstigte Anlagekonten geschaffen, für die berechtigte US-Staatsbürger der Geburtsjahrgänge 2025 bis 2028 eine staatliche Anfangseinzahlung von 1.000 Dollar erhalten können. Private Einzahlungen sollen den langfristigen Vermögensaufbau ergänzen.

Auch SpaceX-Präsidentin Gwynne Shotwell und ihr Ehemann haben angekündigt, Aktienvermögen im Wert von mehr als 320 Millionen Dollar zugunsten von über zwei Millionen Kindern bereitzustellen. Michael und Susan Dell unterstützen entsprechende Programme ebenfalls mit umfangreichen privaten Mitteln.

Ob Musk seine Schenkung über bestehende Kinderkonten oder auf anderem Wege organisieren will, ist nicht bekannt. Da für die Trump Accounts besondere Anlagevorschriften gelten, wäre eine unmittelbare Übertragung einzelner SpaceX-Aktien zudem rechtlich und organisatorisch zu prüfen.

Frühstartrente: Deutschland verfolgt einen anderen Ansatz

In Deutschland hat der Bundestag am 16. Oktober 2026 die Frühstartrente beschlossen, mit der Kinder ab dem sechsten Lebensjahr durch monatliche staatliche Einzahlungen von zehn Euro an den Kapitalmarkt herangeführt werden sollen. Die Förderung ist zunächst für den Geburtsjahrgang 2020 vorgesehen und soll bis zum 18. Lebensjahr erfolgen. Die abschließende Zustimmung des Bundesrates steht noch aus.

Während die deutsche Frühstartrente auf regelmäßige Einzahlungen und eine langfristige, möglichst breit gestreute Kapitalanlage setzt, würde Musk unmittelbar Unternehmensanteile übertragen. Damit unterscheiden sich nicht nur Finanzierung und Anlagehorizont, sondern auch die Risiken: Eine einzelne SpaceX-Aktie ist vollständig von der wirtschaftlichen Entwicklung dieses Unternehmens abhängig, während ein diversifiziertes Depot Verluste einzelner Unternehmen zumindest teilweise ausgleichen kann.

Bei einer einmaligen Aktienübertragung im Wert von derzeit rund 146 Dollar wäre zudem entscheidend, ob die Anteile langfristig gehalten werden und wie sich ihr Wert entwickelt. Eine unmittelbare Gleichsetzung mit staatlich geförderten Vorsorgedepots wäre deshalb wirtschaftlich nicht sinnvoll.

Zwischen Ankündigung und tatsächlicher Übertragung

Der Vorstoß folgt auf die Ankündigung des KI-Unternehmens Anthropic, fünf Prozent seiner Aktien für gemeinwohlorientierte Zwecke bereitzustellen. Musk sprach sich in diesem Zusammenhang für die direkte Verteilung von Unternehmensanteilen an die Bevölkerung aus, statt diese zunächst in Fonds zu bündeln.

Mit einer solchen Übertragung würden Kinder zu unmittelbaren Anteilseignern eines Unternehmens und könnten an dessen künftiger Wertentwicklung teilhaben. Anders als bei regelmäßigen Sparbeiträgen entstünde das Anfangsvermögen dabei durch eine einmalige Eigentumsübertragung.

Ob aus Musks Ankündigung tatsächlich eine der größten privaten Aktienübertragungen an Minderjährige wird, hängt allerdings von der noch ausstehenden Ausgestaltung ab. Neben den steuerlichen und rechtlichen Voraussetzungen müssten insbesondere die Verwahrung der Aktien sowie die Verfügungsrechte der minderjährigen Empfänger geregelt werden.

Quellen: Elon Musk/X (19.10.2026); US Census Bureau; US-Finanzministerium; Börsendaten SpaceX (16.10.2026).


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