Dr. Günther Blaich, Vorstand der INTER VersicherungsgruppeDr. Günther Blaich, Vorstand der INTER VersicherungsgruppeINTER Versicherungsgruppe

INTER startet neue PKV für Beamte

Veröffentlichung: 06.10.2026, 11:10 Uhr - Lesezeit 7 Minuten

Die INTER bringt mit „BeMed“ ein neues Krankenversicherungssystem für Beihilfeberechtigte auf den Markt. Der Versicherer setzt damit gezielt auf ein Segment, das innerhalb der PKV an Bedeutung gewinnt. Im aktuellen expertenReport erklären die Verantwortlichen, warum das Beamtengeschäft strategisch wichtiger wird – und weshalb ein neuer Tarif allein dafür nicht ausreicht.

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Die INTER Krankenversicherung AG baut ihr Geschäft mit Beamten und Beihilfeberechtigten aus. Zum 15. Oktober führt der Versicherer das neue Tarifsystem „INTER BeMed“ bundesweit ein. Die offizielle Vorstellung für den Maklervertrieb folgt auf der DKM Ende Oktober.
Dass INTER ausgerechnet jetzt stärker auf das Beamtengeschäft setzt, ist kein Zufall. Nach Angaben des Versicherers stellt der Beihilfebereich bereits einen wesentlichen Teil seines PKV-Prämienvolumens. Zugleich bezeichnet das Unternehmen das Beamtengeschäft als das derzeit am stärksten wachsende Segment innerhalb der privaten Krankenvollversicherung. Mehr als die Hälfte der PKV-Vollversicherten seien inzwischen beihilfeberechtigt.
Im aktuellen expertenReport hat die Redaktion mit Dr. Günther Blaich, Vorstand der INTER Versicherungsgruppe, Gerd Sautter, Produktverantwortlicher, und Fabian Ober, Leiter Maklervertrieb, bereits ausführlich über die strategische Bedeutung dieses Marktes gesprochen.

Beihilfegeschäft wird zum Wachstumsfeld

Blaich verweist im Interview insbesondere auf den bevorstehenden Generationenwechsel im öffentlichen Dienst. Zahlreiche Nachwuchskräfte würden in den kommenden Jahren verbeamtet. Damit entstünden für die private Krankenversicherung neue Kundengruppen.
Auch im Maklervertrieb beobachtet INTER nach Angaben von Ober ein zunehmendes Interesse an Beihilfelösungen. Neben den erwarteten Neuverbeamtungen spielt dabei die Komplexität des Systems eine Rolle: Beihilfevorschriften unterscheiden sich zwischen Bund und Ländern, daneben existieren Modelle der pauschalen Beihilfe. Lebenssituation, Familienstand und Dienstherr können den notwendigen Versicherungsschutz zusätzlich beeinflussen.
Genau darin sieht INTER einen wachsenden Beratungsbedarf. Zugleich seien Kunden heute besser informiert und könnten Leistungen leichter vergleichen. „Qualität allein genügt nicht mehr. Sie muss nachvollziehbar belegt werden können“, sagt Ober im expertenReport.

BeMed besteht aus bis zu vier Bausteinen

Das neue Tarifsystem setzt sich aus einem Haupttarif, einem Ergänzungstarif und zwei optionalen stationären Bausteinen zusammen. INTER BeMed Premium deckt die prozentualen Restkosten ab, die nach der Beihilfe verbleiben. Nach Angaben der INTER enthält der Tarif nur wenige Leistungsbegrenzungen und leistet in einzelnen Bereichen über das von den Beihilfevorschriften vorgesehene Niveau hinaus. Dazu gehört unter anderem die Erstattung über die Höchstsätze der Gebührenordnungen für Ärzte und Zahnärzte hinaus.
Hinzu kommt INTER BeMed Premium Ergänzung. Der Baustein soll Leistungslücken auffangen, die aus den unterschiedlichen Beihilfevorschriften entstehen können. Nach Angaben des Versicherers greift dabei eine Leistungsgarantie: Werden künftig Leistungen der Beihilfe gekürzt, soll der Ergänzungstarif entsprechende Lücken schließen. Für den stationären Bereich stehen außerdem INTER BeMed Zweibett und INTER BeMed Einbett zur Verfügung. Sie ergänzen den Schutz um privatärztliche Behandlung sowie Zwei- beziehungsweise Einbettzimmer.

Makler waren an der Tarifentwicklung beteiligt

Interessant für den Vertrieb ist auch die Entstehung des Produkts. INTER hat nach eigenen Angaben ausgewählte Versicherungsmakler und interne Vermittler in die Entwicklung einbezogen. Erfahrungen aus dem Beratungsalltag sollten dabei in Leistungsumfang, Produktgestaltung und Prozesse einfließen.
Im Gespräch mit expertenReport geht Ober noch einen Schritt weiter: Entscheidend sei nicht allein die Produktqualität. Ein Tarif müsse auch im Beratungsalltag funktionieren. Dazu gehörten verständliche Unterlagen, Schulungen, die Abbildung in Vergleichsprogrammen, schnelle digitale Antragsprozesse, unkomplizierte Risikovoranfragen und eine verlässliche Policierung. Die INTER hat deshalb parallel zur Produktentwicklung nach eigenen Angaben unter anderem in Schulungen, Leistungsbearbeitung und Risikovoranfrage investiert.

Beihilfe muss Veränderungen über Jahrzehnte aushalten

Eine weitere Besonderheit des Beamtengeschäfts liegt in seiner langen Perspektive. Beihilfevorschriften können sich während eines jahrzehntelangen Versicherungsverhältnisses verändern. Genau darauf soll der Ergänzungstarif reagieren. Sautter beschreibt die Produktlogik im expertenReport entsprechend: Entscheidend sei nicht, möglichst viele Leistungen in einen Tarif zu packen. Vielmehr müsse die Kombination aus Beihilfe und privater Krankenversicherung den tatsächlichen Bedarf des Kunden abdecken und gleichzeitig flexibel genug bleiben, um auf Veränderungen reagieren zu können.
Damit ist BeMed für die INTER mehr als eine reine Tarifaktualisierung. Der Versicherer verbindet die Produkteinführung mit dem Versuch, sein traditionelles Beihilfegeschäft stärker für den Maklermarkt aufzustellen.

Die ganze Strategie im aktuellen expertenReport

Wie sich das Beamtengeschäft durch Generationenwechsel, unterschiedliche Beihilferegelungen und steigende Anforderungen an Beratung verändert, erläutern Blaich, Sautter und Ober ausführlich in der Titelstory der aktuellen Ausgabe expertenReport 10/2026: „Beihilfe im Wandel: Muss das Beamtengeschäft neu vermessen werden?“

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