eurorad baut Dienstradversicherung um: Ammerländer und Laka übernehmen Neugeschäft
Zum Jahreswechsel ordnet eurorad die Absicherung seiner Diensträder neu. Künftig trägt die Ammerländer Versicherung das Versicherungsrisiko, während Laka als Assekuradeur große Teile der operativen Abwicklung übernimmt. Auf Nachfrage von experten.de wird nun deutlich, wie weit der Umbau reicht – und wer bislang hinter der Absicherung stand.
Zum 1. Januar 2027 stellt die eurorad Deutschland GmbH ihr Versicherungskonzept neu auf. Vorausgegangen war eine rund einjährige Ausschreibung, in der sich die Bietergemeinschaft aus Laka sowie Ammerländer Versicherung und Deutsche Assistance gegen Wettbewerber durchsetzte. Laka übernimmt dabei die Rolle des Assekuradeurs, die Ammerländer wird Risikoträger. Die Deutsche Assistance ist als Mobilitätsversicherer beteiligt.
Damit verändert sich nicht nur die Zusammensetzung der beteiligten Unternehmen. Auch die Prozesse sollen neu organisiert werden. Wie die Kooperationspartner auf Nachfrage von experten.de erläutern, übernahmen bislang Assona und R+V die Absicherung der eurorad-Diensträder. Kunden nutzten dabei sowohl die Plattform von Assona als auch die von eurorad. Künftig soll dagegen das weiterentwickelte Dienstrad-Tool von eurorad die zentrale Plattform bilden. Die weiteren Beteiligten werden über Schnittstellen angebunden.
Ammerländer trägt das Risiko, Laka reguliert Schäden
Die Rollen innerhalb des neuen Modells sind klar verteilt. Die Ammerländer Versicherung übernimmt als Risikoträger die versicherungstechnische Basis und bringt ihre Erfahrung bei der Produktgestaltung ein. Bereits in der ursprünglichen Ankündigung nennt eurorad dabei Reparatur und Verschleiß, Diebstahl sowie Ausfall- und Ratenschutz als Bereiche der Absicherung.
Einen großen Teil der operativen Versicherungsprozesse übernimmt dagegen Laka. Der Assekuradeur hatte zunächst angekündigt, dass von der technischen Anbindung bis zur Schadenregulierung die gesamte technische und operative Abwicklung bei ihm liege. Auf Nachfrage wird die Größenordnung nun konkreter: Deutlich mehr als 90 Prozent aller Schäden sollen über das eurorad-Dienstrad-Tool abgewickelt und strukturiert an Laka zur Prüfung und Regulierung übergeben werden. Die Schadenregulierung erfolgt dort im Rahmen der an den Assekuradeur übertragenen Vollmachten.
Damit soll zugleich ein wesentliches Ziel der Neuordnung erreicht werden: Statt mehrerer Plattformen sollen die Versicherungsprozesse künftig über das eurorad-System laufen. Die ursprüngliche Ankündigung spricht von einer vollständigen digitalen Integration ohne parallele Prozesse und Medienbrüche.
Ausfallschutz reicht von Kündigung bis Elternzeit
Konkreter wird nach der Nachfrage von experten.de auch, wie stark der Versicherungsschutz erweitert werden soll. Ursprünglich hatte eurorad lediglich betriebsbedingte Kündigungen als Beispiel genannt und darüber hinaus auf weitere Lebenssituationen verwiesen, in denen die Gehaltsumwandlung nicht fortgeführt werden kann. Tatsächlich ist die Liste deutlich länger. Zum vorgesehenen Ausfallschutz gehören unter anderem Kündigung und Aufhebungsvertrag, Arbeitsunfähigkeit, Elternzeit, Mutterschutz und Beschäftigungsverbot sowie volle oder teilweise Erwerbsminderung. Auch unbezahlte Freistellungen, Gehaltspfändung, vorzeitiger Renteneintritt sowie Reha-, Kur- und Entziehungsmaßnahmen sind vorgesehen.
Hinzu kommt ein sogenannter „No-Bike-No-Pay“-Schutz: Kann ein Dienstrad aufgrund einer langwierigen Reparatur nach einem versicherten Sachschaden nicht genutzt werden, soll auch dieser Fall abgesichert sein.
Bestehende Verträge werden nicht umgestellt
Die Neuordnung betrifft allerdings nicht automatisch den vorhandenen Bestand. Wie die Kooperationspartner gegenüber experten.de klarstellen, gilt das neue Versicherungskonzept ausschließlich für Risiken, die ab dem 1. Januar 2027 neu hinzukommen.
Das ist angesichts der Größe des Geschäfts relevant. Eine exakte Bestandszahl nennen die Unternehmen zwar nicht. Nach ihren Angaben betreut eurorad derzeit jedoch eine sechsstellige Zahl von Leasingverträgen.
Damit vollzieht sich der Wechsel von der bisherigen Absicherung durch Assona und R+V zum neuen Modell mit Ammerländer, Laka und Deutsche Assistance zunächst schrittweise über das Neugeschäft. Für dieses soll ab Januar eine stärker integrierte Arbeitsteilung gelten: eurorad stellt die zentrale digitale Prozessstrecke bereit, Laka übernimmt als Assekuradeur wesentliche operative Aufgaben einschließlich der Schadenregulierung und die Ammerländer trägt das Versicherungsrisiko.
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