ARD/ZDF-Medienstudie 2026: Mediennutzung verschiebt sich – KI legt deutlich zu

Veröffentlichung: 22.09.2026, 14:09 Uhr - Lesezeit 5 Minuten

Die Mediennutzung in Deutschland verändert sich weiter, allerdings nicht überall im gleichen Tempo. Die ARD/ZDF-Medienstudie 2026 zeigt: Fernsehen und Radio bleiben vor allem bei älteren Menschen stark, das Wachstum vieler Streaming- und Social-Media-Plattformen flacht ab. Deutlich dynamischer entwickelt sich die Nutzung von KI-Tools. Befragt wurden 2.462 deutschsprachige Personen ab 14 Jahren.

(PDF)
Streaming wächst langsamer, lineare Medien bleiben relevant und KI legt deutlich zu. Die ARD/ZDF-Medienstudie 2026 zeigt, wie sich die Mediennutzung verändert.Streaming wächst langsamer, lineare Medien bleiben relevant und KI legt deutlich zu. Die ARD/ZDF-Medienstudie 2026 zeigt, wie sich die Mediennutzung verändert.Experten/KI

Lineare Medien bleiben relevant

Beim Video liegen lineare und non-lineare Angebote bei der täglichen Reichweite inzwischen nahezu gleichauf. Bei der Nutzungsdauer liegt das klassische Fernsehen weiterhin vorn. Insgesamt verändert sich weniger die Zeit, die Menschen mit Video verbringen, als deren Verteilung: Lineares Fernsehen verliert, Angebote auf Abruf gewinnen.

Besonders deutlich sind die Unterschiede zwischen den Generationen. Bei den 14- bis 29-Jährigen dominiert non-lineares Video, bei Menschen ab 70 Jahren weiterhin das klassische Fernsehen. Auch beim Audio hält sich das lineare Radio stärker.

ARD/ZDF Medienstudie 2026ARD/ZDF Medienstudie 2026ZDF/ARD

Plattformen wachsen langsamer

Bei den Streamingplattformen zeichnet sich eine Konsolidierung ab. YouTube gehört zu den wenigen großen Videoangeboten, die noch deutlich zulegen. Mehrere andere Plattformen stagnieren oder verlieren Reichweite. Beim Audio bleibt Spotify führend.

Social Media legt 2026 nicht weiter zu

Auch bei Social Media ist das bisherige Wachstum ins Stocken geraten. Instagram bleibt das meistgenutzte der untersuchten sozialen Netzwerke, gefolgt von Facebook und TikTok. Gegenüber dem Vorjahr konnte jedoch keine der untersuchten Plattformen ihre wöchentliche Reichweite steigern. Facebook und TikTok verloren sogar Nutzeranteile.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Social Media an Bedeutung im Alltag verliert. Wer Instagram, Snapchat, Facebook oder TikTok nutzt, greift häufig täglich darauf zu. Die Plattformen wachsen derzeit also kaum in die Breite, sind bei ihren bestehenden Nutzern aber fest im Alltag verankert.

KI verbreitet sich schnell

Anders sieht die Entwicklung bei Künstlicher Intelligenz aus. 59 Prozent der Bevölkerung nutzen KI-Tools wie ChatGPT, Google Gemini oder Perplexity zumindest gelegentlich. 2025 waren es 42 Prozent. Bei den 14- bis 29-Jährigen haben bereits 92 Prozent Erfahrungen mit solchen Anwendungen.

Mit der steigenden Nutzung wächst das Vertrauen allerdings nicht im gleichen Maße. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung bewertet Informationen aus KI-Tools als weniger oder nicht vertrauenswürdig. Gleichzeitig halten acht von zehn regelmäßigen Nutzern Quellenangaben für wichtig. Eine Mehrheit folgt den Links zu den Originalquellen jedoch nur gelegentlich oder nie.

Mediennutzung entwickelt sich in unterschiedliche Richtungen

Die ARD/ZDF-Medienstudie 2026 zeigt damit mehrere Entwicklungen gleichzeitig. Fernsehen und Radio bleiben reichweitenstark, werden aber je nach Alter sehr unterschiedlich genutzt. Streaming ist in der Breite angekommen, während das Wachstum vieler Plattformen nachlässt. Auch Social Media gewinnt derzeit kaum zusätzliche Reichweite. KI-Tools befinden sich dagegen weiterhin in einer starken Wachstumsphase.

Besonders deutlich bleibt die Trennung zwischen den Generationen. Während lineares Fernsehen und Radio bei älteren Menschen weiterhin einen großen Teil der Mediennutzung bestimmen, gehören bei Jüngeren Streaming, Social Media und zunehmend auch KI zum Alltag. Der Wechsel von linearer zu non-linearer Nutzung setzt sich fort – aber weder bei allen Medien noch in allen Altersgruppen mit der gleichen Geschwindigkeit.

Quelle

ARD/ZDF-Medienstudie 2026, Media Perspektiven / ARD und ZDF, September 2026.



(PDF)

LESEN SIE AUCH

Die Generation 60+ konsumiert nicht einfach mehr, sondern anders: Gesundheit, Aktivität und digitale Teilhabe gewinnen an Gewicht. Das verändert Märkte – und die Anforderungen an Anbieter.Die Generation 60+ konsumiert nicht einfach mehr, sondern anders: Gesundheit, Aktivität und digitale Teilhabe gewinnen an Gewicht. Das verändert Märkte – und die Anforderungen an Anbieter.Experten/KI
Studien

Generation 60+: Konsum wird zur Investition in Selbstständigkeit

Das Consors-Finanz-Konsumbarometer 2026 zeigt, wie die Generation 60+ ihre Ausgaben auf Gesundheit, Freizeit, Reisen und digitale Teilhabe verlagert.
KI steigert nicht automatisch die Löhne: Unternehmen erwarten vor allem bei weniger erfahrenen Beschäftigten Druck auf die Einkommen. Dahinter steckt eine tiefere Neubewertung von Qualifikation und Berufserfahrung.KI steigert nicht automatisch die Löhne: Unternehmen erwarten vor allem bei weniger erfahrenen Beschäftigten Druck auf die Einkommen. Dahinter steckt eine tiefere Neubewertung von Qualifikation und Berufserfahrung.experten/KI
Studien

KI drückt die Löhne – und trifft zuerst die Berufseinsteiger

KI verspricht höhere Produktivität – doch davon dürften Beschäftigte nicht gleichermaßen profitieren. Viele Unternehmen erwarten sinkende Löhne, besonders für Berufseinsteiger. Gleichzeitig könnte Erfahrungswissen auf dem Arbeitsmarkt wertvoller werden.
47 Prozent der Führungskräfte berichten über Umsatzverluste durch Ablenkung. Warum Aufmerksamkeit zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor moderner Unternehmen wird.47 Prozent der Führungskräfte berichten über Umsatzverluste durch Ablenkung. Warum Aufmerksamkeit zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor moderner Unternehmen wird.Experten/KI
Studien

Aufmerksamkeit als Produktionsfaktor: Warum Konzentration über Produktivität und Unternehmenserfolg entscheidet

Eine Adobe-Studie zeigt den Zusammenhang zwischen Konzentration, Produktivität und Umsatz. Eine wirtschaftspolitische Einordnung der strukturellen Bedeutung von Management-Aufmerksamkeit.
Digitale Anwendungen, regelmäßige Produktvergleiche und eine höhere Bereitschaft zur Renditeoptimierung machen deutsche Sparer im europäischen Vergleich besonders aktiv.Digitale Anwendungen, regelmäßige Produktvergleiche und eine höhere Bereitschaft zur Renditeoptimierung machen deutsche Sparer im europäischen Vergleich besonders aktiv.Redaktion experten.de / KI-generiert
Studien

Studie: Deutsche sparen nicht nur mehr – sie investieren auch aktiver

Hohe Sparguthaben allein erklären das Anlageverhalten der Deutschen nicht. Nach einer europaweiten Studie von Crédit Agricole verwalten Sparer hierzulande ihr Vermögen auch deutlich aktiver als ihre Nachbarn. Digitale Angebote, regelmäßige Produktvergleiche und eine größere Bereitschaft zur Renditeoptimierung sorgen dafür, dass Deutschland im europäischen Vergleich an der Spitze liegt.

Unsere Themen im Überblick

Informieren Sie sich über aktuelle Entwicklungen und Hintergründe aus zentralen Bereichen der Branche.

Themenwelt

Praxisnahe Beiträge zu zentralen Themen rund um Vorsorge, Sicherheit und Alltag.

Wirtschaft

Analysen, Meldungen und Hintergründe zu nationalen und internationalen Wirtschaftsthemen.

Management

Strategien, Tools und Trends für erfolgreiche Unternehmensführung.

Recht

Wichtige Urteile, Gesetzesänderungen und rechtliche Hintergründe im Überblick.

Finanzen

Neuigkeiten zu Märkten, Unternehmen und Produkten aus der Finanzwelt.

Assekuranz

Aktuelle Entwicklungen, Produkte und Unternehmensnews aus der Versicherungsbranche.

Die neue Ausgabe kostenlos im Kiosk

Werfen Sie einen Blick in die aktuelle Ausgabe und überzeugen Sie sich selbst vom ExpertenReport. Spannende Titelstories, fundierte Analysen und hochwertige Gestaltung – unser Magazin gibt es auch digital im Kiosk.

"Der Vermittler muss Herr seiner Daten bleiben"
Ausgabe 07/26

"Der Vermittler muss Herr seiner Daten bleiben"

Klaus Liebig und Robert Schmidt, Geschäftsführer der vfm Gruppe
"Nicht laut, aber immer noch relevant"
Ausgabe 05/26

"Nicht laut, aber immer noch relevant"

Wibke Becker - Generalbevollmächtigte & Leiterin Maklervertrieb - Continentale - Mannheimer - EUROPA
"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."
Ausgabe 03/26

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."

Frank Kettnaker und Christian Pape - Vorstand ALH Gruppe
"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."
Ausgabe 10/25

"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."

Jens Göhner, Leiter Produktmanagement der Stuttgarter
"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"
Ausgabe 07/25

"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"

Was bedeutet Unabhängigkeit im Versicherungsvertrieb wirklich?
"Das Gesamtpaket muss stimmen"
Ausgabe 05/25

"Das Gesamtpaket muss stimmen"

Bernd Einmold & Sascha Bassir
Kostenlos

Alle Ausgaben entdecken

Blättern Sie durch unser digitales Archiv im Kiosk und lesen Sie alle bisherigen Ausgaben des ExpertenReports. Zur Kiosk-Übersicht