Depotbanken verwahren 3,25 Billionen Euro für deutsche Fonds

Veröffentlichung: 08.09.2026, 08:09 Uhr - Lesezeit 6 Minuten

Das von deutschen Verwahrstellen betreute Fondsvermögen ist binnen eines Jahres um gut zehn Prozent gestiegen. Zur Jahresmitte 2026 summiert es sich auf 3,25 Billionen Euro. Mit Abstand größter Anbieter ist BNP Paribas – allein dort werden mehr als 839 Milliarden Euro verwahrt.

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Deutsche Verwahrstellen betreuen inzwischen ein Fondsvermögen von 3,25 Billionen Euro – gut zehn Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Markt ist stark konzentriert: Knapp 70 Prozent des Vermögens entfallen auf die fünf größten Depotbanken.Deutsche Verwahrstellen betreuen inzwischen ein Fondsvermögen von 3,25 Billionen Euro – gut zehn Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Markt ist stark konzentriert: Knapp 70 Prozent des Vermögens entfallen auf die fünf größten Depotbanken.Redaktion experten.de / KI-generiert

Das von deutschen Verwahrstellen betreute Fondsvermögen ist zur Jahresmitte 2026 deutlich gewachsen. Insgesamt verwahrten 27 Institute zum 30. Juni ein Nettofondsvermögen von 3,25 Billionen Euro. Ein Jahr zuvor waren es noch 2,94 Billionen Euro. Das entspricht einem Anstieg um gut zehn Prozent. Die Zahlen stammen aus der Verwahrstellenstatistik des deutschen Fondsverbands BVI, die gemeinsam mit dem Praxisforum Depotbanken erstellt wird. Erfasst werden in Deutschland aufgelegte Investmentfonds unabhängig davon, ob deren Anbieter Mitglied im BVI ist.

BNP Paribas verwahrt 839 Milliarden Euro

Mit deutlichem Abstand an der Spitze der Verwahrstellen steht BNP Paribas. Auf die deutsche Niederlassung entfielen zum 30. Juni 2026 rund 839,1 Milliarden Euro verwahrtes Fondsvermögen. Auf Platz zwei folgt State Street Bank International mit 450,3 Milliarden Euro. Die DZ BANK Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank kommt mit 401,2 Milliarden Euro auf Rang drei. Dahinter folgen die DekaBank mit 299,7 Milliarden Euro und J.P. Morgan mit 276,6 Milliarden Euro. Damit betreuen allein die fünf größten Verwahrstellen zusammen rund 2,27 Billionen Euro und damit knapp 70 Prozent des gesamten in der Statistik erfassten Fondsvermögens.

Verwahrstelle Fondsvermögen
BNP Paribas, Niederlassung Deutschland 839,1 Mrd. Euro
State Street Bank International 450,3 Mrd. Euro
DZ BANK Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank 401,2 Mrd. Euro
DekaBank Deutsche Girozentrale 299,7 Mrd. Euro
J.P. Morgan 276,6 Mrd. Euro
HSBC Continental Europe, Germany 267,2 Mrd. Euro
Landesbank Baden-Württemberg 218,4 Mrd. Euro
CACEIS Bank Deutschland 106,7 Mrd. Euro
The Bank of New York Mellon, Frankfurt 102,7 Mrd. Euro
ABN AMRO Bank N.V. Frankfurt Branch 100,9 Mrd. Euro

Die übrigen Verwahrstellen kommen zusammen auf 187,6 Milliarden Euro.


BNP Paribas wächst besonders kräftig

Die Entwicklung fällt bei den einzelnen Häusern unterschiedlich aus. BNP Paribas steigerte das verwahrte Vermögen innerhalb eines Jahres von 699,0 auf 839,1 Milliarden Euro. Auch State Street legte von 392,1 auf 450,3 Milliarden Euro zu. Bei der DZ BANK erhöhte sich das Volumen von 370,2 auf 401,2 Milliarden Euro. DekaBank wuchs von 261,9 auf 299,7 Milliarden Euro, J.P. Morgan von 247,4 auf 276,6 Milliarden Euro. Nicht alle großen Verwahrstellen folgten diesem Trend. HSBC Continental Europe weist zum 30. Juni 2026 ein Volumen von 267,2 Milliarden Euro aus. Ein Jahr zuvor waren es noch 316,0 Milliarden Euro.

Wertpapierfonds dominieren das verwahrte Vermögen

Den mit Abstand größten Teil des Marktes bilden offene Wertpapierfonds. 24 Depotbanken verwahrten hier zur Jahresmitte ein Vermögen von insgesamt 2,887 Billionen Euro. Neun Verwahrstellen betreuten offene Sachwertefonds mit einem Nettovermögen von 300 Milliarden Euro. Bei geschlossenen Investmentfonds nach dem Kapitalanlagegesetzbuch waren 13 Depotbanken für insgesamt 63 Milliarden Euro zuständig. Die Zahl der Institute in den einzelnen Segmenten lässt sich dabei nicht addieren, da Verwahrstellen in mehreren Fondskategorien tätig sein können.

Verwahrstellen kontrollieren das Fondsvermögen

Die Aufgabe einer Verwahrstelle geht über die bloße Aufbewahrung von Vermögenswerten hinaus. Im Investmentfondsgeschäft übernimmt sie Kontroll- und Überwachungsfunktionen gegenüber der Kapitalverwaltungsgesellschaft und trägt damit zur Trennung zwischen Fondsverwaltung und Verwahrung des Fondsvermögens bei. Die BVI-Statistik umfasst neben Depotbanken auch Treuhänder. Berücksichtigt werden offene Wertpapier- und Immobilienfonds sowie geschlossene Investmentfonds nach dem Kapitalanlagegesetzbuch.
Die aktuellen Zahlen zeigen zugleich, wie stark sich das deutsche Fondsgeschäft bei wenigen großen Verwahrstellen konzentriert: Fast sieben von zehn verwahrten Euro entfallen auf die fünf größten Häuser.

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