Geldautomatensprengungen gehen deutlich zurück
Lange galten Geldautomatensprengungen als eines der größten Sicherheitsprobleme deutscher Banken. Nun zeichnet sich eine Trendwende ab: Nach Angaben der R+V Versicherung ist die Zahl der Angriffe innerhalb von zwei Jahren um fast 70 Prozent gesunken. Ausschlaggebend seien vor allem neue Sicherheitskonzepte.
Noch vor wenigen Jahren sorgten Geldautomatensprengungen regelmäßig für Millionenschäden und gefährliche Explosionen in Bankfilialen und Wohngebäuden. Jetzt deutet sich eine deutliche Entspannung an. Nach Angaben der R+V Versicherung ist die Zahl erfolgreicher Sprengungen im Jahr 2025 gegenüber 2023 um fast 70 Prozent zurückgegangen (experten.de berichtete). Auch im ersten Quartal 2026 setzte sich dieser Trend mit einem Rückgang von rund 60 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum fort.
Sicherheitsmaßnahmen zeigen Wirkung
Nach Einschätzung der R+V ist die Entwicklung vor allem auf umfangreiche Präventionsmaßnahmen zurückzuführen. Gemeinsam mit Volksbanken und Raiffeisenbanken wurden Sicherheitskonzepte überarbeitet und technische Schutzmaßnahmen deutlich ausgebaut. „Dieser Erfolg ist nur durch intensive Präventionsanstrengungen der Banken möglich geworden“, sagt Friedrich Schneider, Risikoberater bei der R+V Versicherung.
Zum Einsatz kommen unter anderem moderne Geldfärbesysteme, automatische Vernebelungsanlagen sowie verstärkte Schutzkonstruktionen aus Stahlbeton.
Geld wird wertlos
Besonders wirksam seien nach Angaben der R+V moderne Geldfärbesysteme. „Die modernen Systeme werden durch die Sprengung ausgelöst. Dann verteilt sich die Farbe und die Geldscheine werden unbrauchbar“, erläutert Schneider. Damit sinke für Täter der finanzielle Anreiz erheblich. Während ältere Systeme vor allem gegen mechanische Angriffe entwickelt worden seien, funktionierten moderne Lösungen auch bei Sprengungen zuverlässig. Zudem erwirkte der Gesetzgeber u.a. erweiterte Ermittlungsbefugnisse und härtere Strafen für Geldautomaten-Sprengungen mit Sprengstoff (experten.de berichtete über den Gesetzentwurf; trat Anfang 2026 in Kraft)
Täter passten ihre Methoden an
In den vergangenen Jahren hatten Täter ihr Vorgehen mehrfach verändert. Während bis 2019 überwiegend Gas eingesetzt wurde, kamen anschließend zunehmend feste Explosivstoffe zum Einsatz. Die Folgen waren erheblich. Neben zerstörten Geldautomaten wurden regelmäßig Glasfronten, Fassaden und Gebäudeteile beschädigt. Teilweise waren auch angrenzende Wohnungen betroffen.
Prävention statt Entwarnung
Trotz der positiven Entwicklung warnt die R+V davor, den Rückgang als endgültigen Erfolg zu bewerten. „Auch wenn wir jetzt eine sehr positive Bilanz ziehen können, dürfen wir uns in Sachen Prävention nicht zurücklehnen“, betont Schneider. Kriminelle würden ihre Vorgehensweisen kontinuierlich anpassen. Sicherheitskonzepte müssten deshalb laufend weiterentwickelt werden.
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