Pflegerente 2026: Randerscheinung ohne Höchstwertung

Veröffentlichung: 30.03.2026, 06:03 Uhr - Lesezeit 3 Minuten

Franke und Bornberg bewertet auch Pflegerenten – mit durchwachsenem Ergebnis: Die meisten Tarife erreichen gute Noten, Spitzenbewertungen bleiben jedoch aus. Gleichzeitig bleibt die Pflegerente ein Nischenprodukt im Markt der Pflegevorsorge.

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Die Pflegerente bleibt ein Nischenprodukt der privaten Pflegevorsorge – stabile Tarife, aber kaum Spitzenbewertungen prägen das aktuelle Rating.Die Pflegerente bleibt ein Nischenprodukt der privaten Pflegevorsorge – stabile Tarife, aber kaum Spitzenbewertungen prägen das aktuelle Rating.Redaktion experten.de / KI-generiert

Pflegerente bleibt Randerscheinung

Mit rund 240.000 Verträgen spielt die Pflegerente im Vergleich zum Pflegetagegeld weiterhin eine untergeordnete Rolle. Während das Tagegeld mehr als drei Millionen Policen zählt, bleibt die Pflegerente ein Produkt für spezielle Zielgruppen – trotz jahrzehntelanger Marktpräsenz. „Pflegerenten sind schon seit 30 Jahren auf dem Markt, aber sie haben nie richtig Fuß gefasst“, sagt Christian Monke, Leiter Ratings Gesundheit und Private Risiken bei Franke und Bornberg.

Rating zeigt stabile, aber begrenzte Qualität

Im aktuellen Rating analysiert Franke und Bornberg 53 Tarife von sechs Lebensversicherern.
Das Ergebnis:

  • Knapp zwei Drittel der Tarife erhalten FF+ (gut)
  • Höhere Bewertungen werden nicht erreicht

Die besten Bewertungen entfallen auf Anbieter wie IDEAL, Swiss Life und Zurich. Damit zeigt sich ein anderes Bild als beim Pflegetagegeld: Weniger Streuung, aber auch weniger Leistungsdynamik nach oben.

Produktlogik unterscheidet sich deutlich

Die Pflegerente funktioniert grundlegend anders als das Pflegetagegeld:

  • Monatliche Rentenzahlung statt Tagessatz
  • Häufig Leistung erst ab Pflegegrad 4 oder 5
  • Kombination aus Risikoabsicherung und Kapitalansatz

Vor allem Basisvarianten sind auf niedrigere Beiträge ausgelegt – mit entsprechend späterem Leistungseintritt.

Preis bleibt zentrale Hürde

Ein wesentlicher Grund für die geringe Verbreitung liegt in der Beitragsstruktur. „Pflegerenten werden als Produkt der Lebensversicherung oft mit einer bis zum Alter 65 oder 67 befristeten Beitragszahlung angeboten. Das lässt die Prämien gegenüber Kranken-Tarifen deutlich teurer erscheinen – dabei werden Letztere meist lebenslang bezahlt“, so Monke. Die kalkulatorische Logik ist damit eine andere als beim Pflegetagegeld – wird von vielen Kunden jedoch nicht unmittelbar nachvollzogen.

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