Pflegetagegeld 2026: Bestnoten bleiben die Ausnahme

Veröffentlichung: 26.03.2026, 13:03 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Pflegetagegeldtarife wurden erstmals von Franke und Bornberg bewertet – mit ernüchterndem Ergebnis: Nur rund sechs Prozent erreichen die Höchstnote FFF+. Viele Tarife bleiben im Mittelfeld, während der Bedarf an privater Pflegevorsorge weiter steigt.

(PDF)
Pflegebedürftigkeit bringt nicht nur gesundheitliche, sondern auch finanzielle Belastungen mit sich – private Vorsorge bleibt für viele eine Herausforderung.Pflegebedürftigkeit bringt nicht nur gesundheitliche, sondern auch finanzielle Belastungen mit sich – private Vorsorge bleibt für viele eine Herausforderung.Redaktion experten.de / KI-generiert
Inhaltsverzeichnis:

Pflegekosten steigen – Vorsorge bleibt selten

Pflegebedürftigkeit bleibt eines der größten finanziellen Risiken im Alter. Nach aktuellen Auswertungen liegt der Eigenanteil im Pflegeheim im ersten Jahr bei durchschnittlich über 3.200 Euro pro Monat. Gleichzeitig ist die private Vorsorge schwach verbreitet: Nur rund 4,1 Millionen Menschen verfügen über eine Pflegezusatzversicherung – weniger als fünf Prozent der Bevölkerung. „Viele verdrängen das Risiko. Niemand denkt gerne daran, pflegebedürftig zu werden“, sagt Michael Franke, Geschäftsführer der Franke und Bornberg GmbH. „Junge Menschen bekommen günstigen Schutz – interessieren sich aber kaum dafür. Ältere sehen den Bedarf, doch sie können ihn oft nicht mehr bezahlen.“ Dieses Spannungsfeld beschreibt das sogenannte Pflegeparadox – ein strukturelles Problem, das auch das aktuelle Rating nicht auflöst.

Pflegetagegeld bleibt dominierendes Produkt

Mit mehr als drei Millionen Verträgen ist das Pflegetagegeld die wichtigste Form der privaten Pflegevorsorge. Das Prinzip: Versicherte erhalten im Pflegefall einen festen Tagessatz. Die Leistung ist flexibel einsetzbar – unabhängig davon, ob die Pflege zu Hause oder stationär erfolgt.
Typisch für moderne Tarife:

  • Staffelung nach Pflegegraden (ambulant)
  • Einheitliche Leistung im Heim ab Pflegegrad 2
  • Dynamikoptionen ohne erneute Gesundheitsprüfung
  • Einmalzahlungen bei Eintritt der Pflegebedürftigkeit

Auch neue Produktformen entwickeln sich: Einige Anbieter ersetzen das klassische Tagegeld durch monatliche Leistungen. „Monatsgelder sind unter dem Strich zwar gleich hoch, aber sie nähern sich sprachlich Produkten wie der Pflegerente oder der BU-Rente an“, erläutert Michael Franke.

Erstes Rating mit klaren Qualitätsunterschieden

Für das neue Rating hat Franke und Bornberg 130 Tarife von 33 Anbietern analysiert. Grundlage sind 61 Kriterien mit bis zu 3.610 erreichbaren Punkten. Die Bewertungsrichtlinie (PDF) ist öffentlich. Besonders stark gewichtet werden:

  • Assistanceleistungen
  • Leistungsdynamik
  • Staffelung nach Pflegegraden
  • Finanzstärke der Anbieter

Das Ergebnis zeigt eine breite Spreizung:

  • FFF+ (hervorragend): 6,2 Prozent
  • FFF (sehr gut): 25,4 Prozent
  • Rest: überwiegend mittlere bis schwächere Bewertungen

Für die Bestnote gelten hohe Anforderungen, etwa:

  • Pflegeplatzvermittlung innerhalb von 24 Stunden
  • Beitragsfreiheit ab Pflegegrad 5

Was starke Tarife auszeichnet

Spitzenprodukte erreichen ihre Bewertung vor allem durch: Leistungen bereits ab Pflegegrad 1, volle Leistung im Heim ab Pflegegrad 2, Nachversicherungsgarantien und Assistanceangebote. Schwächere Tarife zeigen Defizite häufig genau in diesen Bereichen.

Seite 1/2 : Pflegetagegeld 2026: Bestnoten bleiben die AusnahmeNächste Seite
Inhaltsverzeichnis:
(PDF)

LESEN SIE AUCH

Leonie Pfennig, Spezialistin für Pflegeversicherungen bei arunaLeonie Pfennig, Spezialistin für Pflegeversicherungen bei aruna
Pflege versichert

Wenn Pflege plötzlich zum Thema wird, ist es meist zu spät

Pflegebedürftigkeit trifft Familien oft unvorbereitet – mit gravierenden finanziellen Folgen. Leonie Pfennig, Spezialistin für Pflegeversicherungen bei aruna, zeigt im Gastbeitrag, warum rechtzeitige Vorsorge kein Zusatzthema, sondern ein zentraler Baustein jeder Finanz- und Ruhestandsplanung ist. Der Text erschein zuerst im expertenReport 10/25.
Steigende Eigenanteile in der Pflege belasten viele Haushalte – gleichzeitig wird das Potenzial privater Vorsorge häufig unterschätzt.Steigende Eigenanteile in der Pflege belasten viele Haushalte – gleichzeitig wird das Potenzial privater Vorsorge häufig unterschätzt.Redaktion experten.de / KI-generiert
Pflege & Gesetz

Pflegekosten: Warum die größte Vorsorgelücke oft unterschätzt wird

Steigende Eigenanteile in der Pflege treffen auf eine weit verbreitete Fehleinschätzung: Viele Menschen halten private Vorsorge für zu teuer. Eine aktuelle Analyse zeigt jedoch, dass sich selbst hohe Pflegelücken mit vergleichsweise moderaten Beiträgen absichern lassen.
Sterbegeldversicherungen gegen Einmalbeitrag gewinnen insbesondere bei älteren Menschen an Bedeutung. Neben der Versicherungssumme spielen dabei zunehmend Service- und Assistance-Leistungen für Angehörige eine wichtige Rolle.Sterbegeldversicherungen gegen Einmalbeitrag gewinnen insbesondere bei älteren Menschen an Bedeutung. Neben der Versicherungssumme spielen dabei zunehmend Service- und Assistance-Leistungen für Angehörige eine wichtige Rolle.Redaktion experten.de / KI-generiert
Rating

Sterbegeldversicherung gegen Einmalbeitrag: Für wen sich die Einmalzahlung lohnen kann

Sterbegeldversicherungen gegen Einmalbeitrag gewinnen an Bedeutung. Gerade ältere Menschen suchen nach Möglichkeiten, Bestattungskosten ohne laufende Monatsbeiträge abzusichern. Das neue Rating von Franke und Bornberg zeigt jedoch: Auch bei Einmalbeiträgen gibt es deutliche Qualitätsunterschiede – insbesondere bei Service- und Assistance-Leistungen.
Die betriebliche Krankenversicherung entwickelt sich zunehmend zu einem strategischen Instrument für Gesundheitsversorgung, Mitarbeiterbindung und betriebliche Vorsorge.Die betriebliche Krankenversicherung entwickelt sich zunehmend zu einem strategischen Instrument für Gesundheitsversorgung, Mitarbeiterbindung und betriebliche Vorsorge.Redaktion experten.de / KI-generiert
Rating

bKV 2026: ASCORE sieht mehr Qualität – aber auch neue Versorgungslücken

Die betriebliche Krankenversicherung entwickelt sich weiter zum strategischen Mitarbeiter-Benefit. Das zeigt der neue ASCORE-Scoring-Jahrgang 2026. Während viele Tarife qualitativ zulegen, gewinnen zugleich Themen wie gesetzliche Zuzahlungen, Pflegekosten und digitale Versorgung an Bedeutung.

Unsere Themen im Überblick

Informieren Sie sich über aktuelle Entwicklungen und Hintergründe aus zentralen Bereichen der Branche.

Themenwelt

Praxisnahe Beiträge zu zentralen Themen rund um Vorsorge, Sicherheit und Alltag.

Wirtschaft

Analysen, Meldungen und Hintergründe zu nationalen und internationalen Wirtschaftsthemen.

Management

Strategien, Tools und Trends für erfolgreiche Unternehmensführung.

Recht

Wichtige Urteile, Gesetzesänderungen und rechtliche Hintergründe im Überblick.

Finanzen

Neuigkeiten zu Märkten, Unternehmen und Produkten aus der Finanzwelt.

Assekuranz

Aktuelle Entwicklungen, Produkte und Unternehmensnews aus der Versicherungsbranche.

Die neue Ausgabe kostenlos im Kiosk

Werfen Sie einen Blick in die aktuelle Ausgabe und überzeugen Sie sich selbst vom ExpertenReport. Spannende Titelstories, fundierte Analysen und hochwertige Gestaltung – unser Magazin gibt es auch digital im Kiosk.

"Nicht laut, aber immer noch relevant"
Ausgabe 05/26

"Nicht laut, aber immer noch relevant"

Wibke Becker - Generalbevollmächtigte & Leiterin Maklervertrieb - Continentale - Mannheimer - EUROPA
"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."
Ausgabe 03/26

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."

Frank Kettnaker und Christian Pape - Vorstand ALH Gruppe
"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."
Ausgabe 10/25

"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."

Jens Göhner, Leiter Produktmanagement der Stuttgarter
"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"
Ausgabe 07/25

"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"

Was bedeutet Unabhängigkeit im Versicherungsvertrieb wirklich?
"Das Gesamtpaket muss stimmen"
Ausgabe 05/25

"Das Gesamtpaket muss stimmen"

Bernd Einmold & Sascha Bassir
Kostenlos

Alle Ausgaben entdecken

Blättern Sie durch unser digitales Archiv im Kiosk und lesen Sie alle bisherigen Ausgaben des ExpertenReports. Zur Kiosk-Übersicht