Pflegetagegeld 2026: Bestnoten bleiben die Ausnahme
Pflegetagegeldtarife wurden erstmals von Franke und Bornberg bewertet – mit ernüchterndem Ergebnis: Nur rund sechs Prozent erreichen die Höchstnote FFF+. Viele Tarife bleiben im Mittelfeld, während der Bedarf an privater Pflegevorsorge weiter steigt.
Inhaltsverzeichnis:
- Pflegetagegeld 2026: Bestnoten bleiben die Ausnahme
- Diese Pflegetagegeld-Tarife erhalten FFF+
Pflegekosten steigen – Vorsorge bleibt selten
Pflegebedürftigkeit bleibt eines der größten finanziellen Risiken im Alter. Nach aktuellen Auswertungen liegt der Eigenanteil im Pflegeheim im ersten Jahr bei durchschnittlich über 3.200 Euro pro Monat. Gleichzeitig ist die private Vorsorge schwach verbreitet: Nur rund 4,1 Millionen Menschen verfügen über eine Pflegezusatzversicherung – weniger als fünf Prozent der Bevölkerung. „Viele verdrängen das Risiko. Niemand denkt gerne daran, pflegebedürftig zu werden“, sagt Michael Franke, Geschäftsführer der Franke und Bornberg GmbH. „Junge Menschen bekommen günstigen Schutz – interessieren sich aber kaum dafür. Ältere sehen den Bedarf, doch sie können ihn oft nicht mehr bezahlen.“ Dieses Spannungsfeld beschreibt das sogenannte Pflegeparadox – ein strukturelles Problem, das auch das aktuelle Rating nicht auflöst.
Pflegetagegeld bleibt dominierendes Produkt
Mit mehr als drei Millionen Verträgen ist das Pflegetagegeld die wichtigste Form der privaten Pflegevorsorge. Das Prinzip: Versicherte erhalten im Pflegefall einen festen Tagessatz. Die Leistung ist flexibel einsetzbar – unabhängig davon, ob die Pflege zu Hause oder stationär erfolgt.
Typisch für moderne Tarife:
- Staffelung nach Pflegegraden (ambulant)
- Einheitliche Leistung im Heim ab Pflegegrad 2
- Dynamikoptionen ohne erneute Gesundheitsprüfung
- Einmalzahlungen bei Eintritt der Pflegebedürftigkeit
Auch neue Produktformen entwickeln sich: Einige Anbieter ersetzen das klassische Tagegeld durch monatliche Leistungen. „Monatsgelder sind unter dem Strich zwar gleich hoch, aber sie nähern sich sprachlich Produkten wie der Pflegerente oder der BU-Rente an“, erläutert Michael Franke.
Erstes Rating mit klaren Qualitätsunterschieden
Für das neue Rating hat Franke und Bornberg 130 Tarife von 33 Anbietern analysiert. Grundlage sind 61 Kriterien mit bis zu 3.610 erreichbaren Punkten. Die Bewertungsrichtlinie (PDF) ist öffentlich. Besonders stark gewichtet werden:
- Assistanceleistungen
- Leistungsdynamik
- Staffelung nach Pflegegraden
- Finanzstärke der Anbieter
Das Ergebnis zeigt eine breite Spreizung:
- FFF+ (hervorragend): 6,2 Prozent
- FFF (sehr gut): 25,4 Prozent
- Rest: überwiegend mittlere bis schwächere Bewertungen
Für die Bestnote gelten hohe Anforderungen, etwa:
- Pflegeplatzvermittlung innerhalb von 24 Stunden
- Beitragsfreiheit ab Pflegegrad 5
Was starke Tarife auszeichnet
Spitzenprodukte erreichen ihre Bewertung vor allem durch: Leistungen bereits ab Pflegegrad 1, volle Leistung im Heim ab Pflegegrad 2, Nachversicherungsgarantien und Assistanceangebote. Schwächere Tarife zeigen Defizite häufig genau in diesen Bereichen.
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