Altersvorsorge braucht Orientierung statt Komplexität

Veröffentlichung: 12.01.2026, 07:01 Uhr - Lesezeit 2 Minuten

Hohe Sorgen treffen auf sinkende Vorsorgeaktivität. Aus Sicht des DIA liegt das auch an der Produkt- und Informationslandschaft. Anbieter stehen unter Druck, Vertrauen und Verständlichkeit neu zu denken.

(PDF)
Beratung zur Altersvorsorge ist vor allem eins: Orientierungsleistung (Symbolbild).Beratung zur Altersvorsorge ist vor allem eins: Orientierungsleistung (Symbolbild).dima_goroziya / pixabay

Klare Botschaft an Politik und Anbieter

Die Ergebnisse des DIA Deutschland-Trend Vorsorge 2025 sind nicht nur ein Stimmungsbild, sondern auch ein klarer Handlungsauftrag. Nach Einschätzung des Instituts braucht es einfache, verlässliche Vorsorgelösungen und eine bessere Kommunikation über Versorgungslücken. Peter Schwark betont, dass berechtigte Sorgen nur dann in Handeln münden, wenn Menschen verstehen, welche Optionen sie haben – und welche Risiken sie tragen.

Komplexität als Hemmnis

Ein zentrales Problem bleibt die wahrgenommene Komplexität der Altersvorsorge. Unterschiedliche Produkte, steuerliche Regeln und langfristige Bindungen wirken auf viele abschreckend. Statt Orientierung entsteht Entscheidungsüberforderung. Aus Sicht des DIA ist weniger Produktvielfalt, dafür mehr Klarheit über Nutzen, Risiken und Zielgruppen erforderlich.

Vertrauen entsteht durch Transparenz

Die Studienergebnisse legen nahe, dass Vertrauen nicht allein durch Renditeversprechen entsteht, sondern durch Verlässlichkeit und Verständlichkeit. Anbieter, die Versorgungslücken transparent machen und realistische Szenarien aufzeigen, könnten hier eine zentrale Rolle spielen.

Damit rückt auch die Beratung stärker in den Fokus – nicht als Verkaufsinstrument, sondern als Orientierungsleistung.

Über die Studie:
Der DIA Deutschland-Trend Vorsorge 2025 basiert auf einer repräsentativen Online-Befragung von 1.000 erwerbsfähigen Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren. Die Erhebung wurde vom DIA gemeinsam mit INSA Consulere im Dezember 2025 durchgeführt.

(PDF)

LESEN SIE AUCH

„Nicht beitragsgedeckte Leistungen sollten sachgerecht aus dem Steueraufkommen finanziert werden und nicht aus Beiträgen von Arbeitnehmenden und Arbeitgebenden“, erklärte Alexander Gunkel auf der Bundesvertreterversammlung„Nicht beitragsgedeckte Leistungen sollten sachgerecht aus dem Steueraufkommen finanziert werden und nicht aus Beiträgen von Arbeitnehmenden und Arbeitgebenden“, erklärte Alexander Gunkel auf der BundesvertreterversammlungBildarchiv DRV / Nürnberger
Fürs Alter

Rentenversicherung: Kürzung der Bundeszuschüsse würde 2027 zu höherem Beitragssatz führen

Die Deutsche Rentenversicherung warnt vor den Folgen geplanter Kürzungen bei den Bundeszuschüssen. Nach Einschätzung der Rentenversicherung würden geringere Bundesmittel bereits 2027 zu höheren Beiträgen für Beschäftigte und Arbeitgeber führen. Damit gewinnt die Debatte über die Finanzierung der Alterssicherung und sogenannte versicherungsfremde Leistungen erneut an Schärfe.
Yasmin Fahimi
Vorsitzende des Deutschen GewerkschaftsbundesYasmin Fahimi Vorsitzende des Deutschen GewerkschaftsbundesDGB/Benno Kraehahne
Kommentar

Pflicht zur Betriebsrente: Wenn die zweite Säule nur noch mit Zwang trägt

DGB-Chefin Yasmin Fahimi fordert eine verpflichtende Betriebsrente. Der Vorstoß wirft grundlegende Fragen zur Zukunft der deutschen Alterssicherung auf, kommentiert Ute Pappelbaum, Geschäftsführerin der experten-netzwerk GmbH.
Vertriebsvorständin Stefanie van HoltVertriebsvorständin Stefanie van HoltVolkswohl Bund
Fürs Alter

Altersvorsorge-Depot: Volkswohl Bund warnt vor „Klick-Lösungen“

Das geplante Altersvorsorge-Depot soll die private Altersvorsorge einfacher und attraktiver machen. Der Volkswohl Bund begrüßt die Reform grundsätzlich, warnt jedoch vor einer Unterschätzung der neuen Komplexität. Kunden stünden künftig vor weitreichenden Entscheidungen, die aus Sicht des Versicherers ohne qualifizierte Beratung schnell zu Fehlentscheidungen führen könnten.
Karsten Dietrich, Vorstand Personenversicherung bei AXA DeutschlandKarsten Dietrich, Vorstand Personenversicherung bei AXA DeutschlandAXA
Fürs Alter

Inflation bremst Altersvorsorge: 41 Prozent sparen weniger fürs Alter

Die Preissteigerungen der vergangenen Jahre wirken zunehmend auf die private Altersvorsorge durch. Immer mehr Menschen reduzieren ihre Sparanstrengungen – trotz wachsender Reformdebatten und steigender Versorgungslücken.

Unsere Themen im Überblick

Informieren Sie sich über aktuelle Entwicklungen und Hintergründe aus zentralen Bereichen der Branche.

Themenwelt

Praxisnahe Beiträge zu zentralen Themen rund um Vorsorge, Sicherheit und Alltag.

Wirtschaft

Analysen, Meldungen und Hintergründe zu nationalen und internationalen Wirtschaftsthemen.

Management

Strategien, Tools und Trends für erfolgreiche Unternehmensführung.

Recht

Wichtige Urteile, Gesetzesänderungen und rechtliche Hintergründe im Überblick.

Finanzen

Neuigkeiten zu Märkten, Unternehmen und Produkten aus der Finanzwelt.

Assekuranz

Aktuelle Entwicklungen, Produkte und Unternehmensnews aus der Versicherungsbranche.

Die neue Ausgabe kostenlos im Kiosk

Werfen Sie einen Blick in die aktuelle Ausgabe und überzeugen Sie sich selbst vom ExpertenReport. Spannende Titelstories, fundierte Analysen und hochwertige Gestaltung – unser Magazin gibt es auch digital im Kiosk.

"Der Vermittler muss Herr seiner Daten bleiben"
Ausgabe 07/26

"Der Vermittler muss Herr seiner Daten bleiben"

Klaus Liebig und Robert Schmidt, Geschäftsführer der vfm Gruppe
"Nicht laut, aber immer noch relevant"
Ausgabe 05/26

"Nicht laut, aber immer noch relevant"

Wibke Becker - Generalbevollmächtigte & Leiterin Maklervertrieb - Continentale - Mannheimer - EUROPA
"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."
Ausgabe 03/26

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."

Frank Kettnaker und Christian Pape - Vorstand ALH Gruppe
"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."
Ausgabe 10/25

"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."

Jens Göhner, Leiter Produktmanagement der Stuttgarter
"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"
Ausgabe 07/25

"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"

Was bedeutet Unabhängigkeit im Versicherungsvertrieb wirklich?
"Das Gesamtpaket muss stimmen"
Ausgabe 05/25

"Das Gesamtpaket muss stimmen"

Bernd Einmold & Sascha Bassir
Kostenlos

Alle Ausgaben entdecken

Blättern Sie durch unser digitales Archiv im Kiosk und lesen Sie alle bisherigen Ausgaben des ExpertenReports. Zur Kiosk-Übersicht