Mehrheit rechnet mit sinkendem Lebensstandard im Alter

Veröffentlichung: 07.01.2026, 06:01 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Die Sorge um den Lebensstandard im Ruhestand wächst – doch die Bereitschaft zur zusätzlichen Vorsorge nimmt ab. Eine neue DIA-Befragung zeigt eine gefährliche Lücke zwischen Erwartung und Handeln.

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Zwei Drittel der Menschen in Deutschland rechnen damit, ihren heutigen Lebensstandard im Alter nicht halten zu können (Symbolbild).Zwei Drittel der Menschen in Deutschland rechnen damit, ihren heutigen Lebensstandard im Alter nicht halten zu können (Symbolbild).DALL-E

Sorge um den Ruhestand bleibt hoch

Zwei Drittel der Menschen in Deutschland rechnen damit, ihren heutigen Lebensstandard im Alter nicht halten zu können. Das zeigt der aktuelle „Deutschland-Trend Vorsorge 2025“ des Deutsches Institut für Altersvorsorge (DIA). Besonders ausgeprägt ist die Skepsis bei jenen, die sogar von einer deutlichen Einschränkung ihres Lebensstandards ausgehen. Konkret erwarten 67 Prozent der Befragten, dass sie im Ruhestand Abstriche machen müssen. 37 Prozent rechnen sogar mit einer deutlichen Senkung ihres Lebensstandards. Nur rund ein Drittel geht davon aus, den heutigen Lebensstandard mindestens halten zu können.

Vorsorgebereitschaft sinkt trotz wachsender Sorgen

Auffällig ist der gleichzeitige Rückgang der Vorsorgebereitschaft. Zwar geben 36 Prozent an, bislang nicht ausreichend vorgesorgt zu haben und in den kommenden zwölf Monaten mehr tun zu wollen – dieser Anteil ist jedoch gegenüber dem Vorjahr um fünf Prozentpunkte gesunken. Gleichzeitig steigt der Anteil derjenigen, die sich nicht in der Lage sehen oder nicht bereit sind, zusätzliche Vorsorgemaßnahmen zu ergreifen. Nach Einschätzung des DIA öffnet sich damit eine wachsende Lücke zwischen negativer Zukunftserwartung und aktivem Vorsorgehandeln.

„Alarmsignal für Politik und Anbieter“

Peter Schwark, Sprecher des DIA, spricht von einem klaren Warnzeichen. Die Menschen blickten realistisch, aber zunehmend besorgt auf ihren Ruhestand. Gleichzeitig bröckele die kurzfristige Vorsorgebereitschaft – ein Alarmsignal für Politik und Anbieter. Aus Sicht des Instituts braucht es jetzt vor allem einfache und verlässliche Vorsorgeangebote sowie eine bessere Orientierung über zu erwartende Versorgungslücken. Nur so ließen sich berechtigte Sorgen in konkretes Handeln übersetzen.

Reformdruck auf Altersvorsorgesysteme wächst

Die Studienergebnisse unterstreichen aus Sicht des DIA den Reformdruck auf die private Altersvorsorge. Neben strukturellen Reformen sei insbesondere eine klare Kommunikation über Chancen-Risiko-Profile unterschiedlicher Vorsorgelösungen erforderlich. Ziel müsse es sein, Vertrauen zu schaffen und Hemmschwellen abzubauen.

Zentrale Ergebnisse im Überblick

  • 67 Prozent erwarten sinkenden Lebensstandard im Alter
  • 37 Prozent rechnen mit deutlichen Einschnitten
  • 36 Prozent wollen mehr vorsorgen (–5 Punkte ggü. Vorjahr)
  • 35 Prozent fühlen sich nicht in der Lage oder nicht bereit
  • 29 Prozent halten ihre Vorsorge für ausreichend

Über die Studie:
Der DIA Deutschland-Trend Vorsorge 2025 basiert auf einer repräsentativen Online-Befragung von 1.000 erwerbsfähigen Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren. Die Erhebung wurde vom DIA gemeinsam mit INSA Consulere im Dezember 2025 durchgeführt.

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